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Ölsaaten

Raps: 300 Kilo/ha Mehrertrag durch Wicken und Klee?

© landpixel
von , am
17.06.2014

Eine Begleitpflanzenmischung soll im Rapsanbau für deutlich höhere Erträge sorgen. Die Mischung wird zeitgleich mit dem Raps gesät. Der Hersteller verspricht weniger Erosion und Unkrautdruck.

Die Begleitpflanzenmischung verspricht vielerlei Vorteile. Auf dem Foto zu sehen: Ein Zwischenfruchtgemenge aus Buchweizen, Raps, Wicke und Klee. © landpixel
Die erste Rapsbegleitpflanzenmischung für Deutschland hat das Saatgutunternehmen Rudloff Feldsaaten vorgestellt. Die sogenannten Begleitpflanzen zu Winterraps bieten der Pflanzenzuchtfirma zufolge zahlreiche ackerbaulichen Vorteile und ermöglichen unter optimalen Bedingungen höhere Erträge und Deckungsbeiträge.
 
Nach Angaben des Geschäftsführers Paul Ebke-Kiel handelt es sich bei dem in Frankreich entwickelten Produkt "Optima Green Life Raps Pro" um eine spezielle Mischung aus Saatwicke, Rotwicke und Alexandrinerklee, die gleichzeitig mit dem Raps ausgesät wird.

Leguminosen sollen 30 Kilo Stickstoff je Hektar liefern

Die schnelle Entwicklung der Begleitpflanzen sorge für eine gute und zeitige Bodenbedeckung, was zu einem reduzierten Unkrautdruck und geringerer Erosion beitrage, erläuterte Ebke-Kiel.
 
Die zusätzlich zum Raps eingesäten Leguminosen bewirken zudem nach seinen Angaben eine gute Durchwurzelung des Bodens, eine schnellere Erwärmung im Frühjahr sowie die Bindung von zusätzlichem mineralisierten Stickstoff im Ackerboden. Den Düngebeitrag der stickstofffixierenden Pflanzen gibt das Saatgutunternehmen mit 30 Kilo Stickstoff je Hektar an.
 
Da es sich durchweg um nicht frostharte Sorten handelt, ist laut Ebke-Kiel unter deutschen Klimabedingungen in der Regel gewährleistet, dass die Begleitpflanzen im Frühjahr abgestorben sind und nicht in Konkurrenz zu den Rapspflanzen treten.

Praxiserfahrungen hätten überdies gezeigt, dass der Schadinsektenbefall im Herbst durch die Untersaat reduziert werden könne. Der Geschäftsführer von Rudloff Feldsaaten führt diesen Vorteil teils auf optische Effekte, vor allem aber auf Unterschiede beim Geruch des Bestandes zurück, was die Schädlinge vom Befall der Flächen abhalte.

Weniger Schädlinge auch ohne Neonikotinoide

Da die Begleitpflanzen darüber hinaus einen Barriereschutz zwischen den Rapspflanzen bilden und auch so einem Besatz durch Rapsschädlinge entgegenwirken, sieht Ebke-Kiel in "Raps Pro" einen Ansatz, um den Wegfall der Neonikotinoide in der Rapsbeizung zumindest teilweise zu kompensieren.
 
Einen weiteren Vorteil können die Begleitpflanzen nach seiner Darstellung auch in Bezug auf die aktuellen Diskussionen zur Treibhausgasbilanz von Kulturpflanzen ausspielen. So könne der Düngerinput aufgrund der zusätzlichen N-Mobilisierung durch die beigemischten Leguminosen theoretisch ohne negativen Ertragseffekt reduziert werden, was in einer besseren Umweltbilanz resultiere, erläuterte der Praktiker.
 
Bei Saatgutkosten von rund 70 Euro je Hektar (Euro/ha) für die Begleitpflanzen summieren sich die Vorteile laut Ebke-Kiel auf bis zu 130 Euro/ha. Darin enthalten sind ihm zufolge sowohl geringere Kosten für Herbizid- und Düngeranwendungen sowie mögliche Mehrerträge beim Raps von bis zu 300 Kilo je Hektar. Hinzu komme noch der klassische Vorfruchteffekt von Raps. 

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