Login
Sortenratgeber

Raps: Die besten Sorten für den Osten

Dieser Artikel ist zuerst in der DLZ erschienen.

Jetzt testen und kennenlernen - mit unseren besonderen Angeboten!

© agrarfoto.com
von am
24.07.2017

Die nächste Rapsaussaat steht vor der Tür. Diese Sorten werden für die ostdeutschen Anbaugebiete empfohlen.

Kurz vor der Rapsaussaat sind jetzt Sorteninformationen gefragt. Der Anbau mehrerer Rapssorten mit unterschiedlichen Eigenschaften kann Arbeitsspitzen und Ertragsrisiken mindern. Doch welche Sorten sind die richtigen?

Einerseits nimmt Winterweizen als Vorfrucht weiter zu, andererseits verschiebt sich wegen fehlender insektizider Beizen die Aussaat zum Schutz der Jungpflanzen weiter nach hinten. Beides führt dazu, dass die Spätsaateignung von Sorten an Bedeutung gewinnt. Für besondere Anbausituationen sind Spezialsorten erhältlich, etwa ganz neu Asterion mit Resistenz gegen das von Blattläusen übertragbare Wasserrübenvergilbungsvirus TuYV.

Folgende Empfehlungen gibt es für die vier ostdeutschen Anbaugebiete auf diluvialen Böden (D-Nord und D-Süd), Lössböden (Lö) und Verwitterungsböden der Vorgebirgslagen (V). Sie basieren auf den Sortenversuchen von 2011 bis 2016 und sind ausführlich erschienen im dlz agrarmagazin (Ausgabe Juli 2017).

Raps: Hybridsorten für den Rapsanbau im Osten

  • Arsenal empfiehlt sich aufgrund der ausgeglichenen guten Eigenschaften in allen vier Anbaugebieten. Sie ist mittel standfest mit durchschnittlichem Ölgehalt und zeigte in den Versuchen hohe Behandlungseffekte.
  • Avatar wird mit stabil gutem Korn- und Rohfettertrag ebenfalls in allen Regionen empfohlen. Es empfehlen sich mittlere Saattermine.
  • Comfort erreicht gleichbleibend gute Erträge mit leichten Vorteilen auf den besseren Standorten. Die Hybride besitzt ausgeglichene gute Anbaueigenschaften, zeigte aber im Frühjahr 2016 in Mecklenburg-Vorpommern Schwächen in der Winterfestigkeit.
  • DK Exstorm wurde nur auf den D-Nord-Standorten geprüft und erreichte hier ausgeglichene gute Leistungen. In Mecklenburg-Vorpommern fiel sie durch gute Platzfestigkeit auf.
  • Fencer wird aufgrund der sehr guten Anbaueigenschaften und Erträge für die D-Nord-Standorte in Mecklenburg-Vorpommern empfohlen.
  • Marathon ist eine raschwüchsige kurze Sorte, die stabil gute Erträge mit leichtem Vorteil auf den Sandstandorten Mecklenburg-Vorpommerns zeigt.
  • Mercedes bringt gleichbleibend gute Ertragsleistungen auf allen Standorten. Die ölreiche Sorte eignet sich für mittlere bis spätere Aussaat.
  • Penn ist eine ertragsstarke Hybride mit durchschnittlichem Ölgehalt. Fungizide bringen positive Effekte. Im Frühjahr 2016 zeigte sie Schwächen in der Winterfestigkeit. Daher wird sie für die D-Standorte ein weiteres Jahr im Probeanbau empfohlen.
  • PR46W20 wird in ihren Leistungen mittlerweile von den jüngeren Sorten übertroffen. Sie ist ölreich und eignet sich sowohl für eine frühe als auch spätere Aussaat. Auch hier ist die etwas stärkere Phomaanfälligkeit zu beachten.
  • PR46W26 erreicht stabil gute Erträge. Sie fiel in den Vorjahren durch eine etwas höheres Phomarisiko und stärkere Behandlungseffekte bei Fungizideinsatz auf.
  • Sherpa erreicht auf den Lö- und V-Standorten ausgeglichen gute Korn- und Rohfetterträge. Sie ist kurz, reift mittelfrüh und homogen ab und ist spätsaatgeeignet.
  • SY Vesuvio ist ertragsstabil, vor allem auf Sandstandorten. Die Sorte ist kurz im Wuchs, reift zu Beginn des Sortiments und gehört in den Versuchen zu den Sorten mit geringer Reaktion auf Fungizide.

Eine vorläufige Empfehlung aufgrund der bisherigen sehr guten Ergebnisse erhalten zur Aussaat 2017 die Neuzulassungen Bender (für D- und Lö-Standorte) und Nimbus (D-Nord) sowie PT225 (Lö).

Raps: Liniensorten für den Rapsanbau im Osten

  • ES Alegria erzielt leicht unterdurchschnittliche Erträge. Vorteile der kürzeren Sorte sind besonders ihre frühe Reife und die geringe Phomaanfälligkeit. Sie ist nur mäßig winterfest.
  • Arabella ist die ertragsstärkste Liniensorte im aktuellen Sortiment mit unterdurchschnittlichem Ölgehalt. Vor allem auf den Löss-Standorten kann die großkörnige Sorte in der Marktleistung mit den Hybriden mithalten.
  • Patron ist die Liniensorte mit dem besten Ölgehalt. Das ermöglicht gute bis sehr gute Rohfetterträge bei sehr geringen Glucosinolatgehalten. Auch bei dieser Sorte gab es Anfang 2016 Probleme mit Auswinterung.
  • Sherlock gehört auf den Lö- und V-Standorten zu den ertragsstärksten Liniensorten. Sie besitzt ausgewogene Resistenzen, verfügt aber nur über einen mittleren Ölgehalt. Fungizideinsatz dankt die Sorte mit deutlichem Mehrertrag.
Mit Material von LFA Mecklenburg-Vorpommern, LfL Thüringen
Auch interessant