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Pflanzenbau-Ratgeber

Raps in der Blüte: So wirken sich Schnee und Kälte aus

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
20.04.2017

Auf den trockenen, warmen März folgt ein kalter, launiger April. So wirken sich Schnee und Kälte auf den blühenden Raps aus.

Nach dem guten Vegetationsstart für den Raps im März folgten speziell zum Osterwochende hin einige sehr kalte Tage und noch kältere Nächte mit verbreitetem Nachtfrost. Auch danach ist keine wirkliche Erwärmung in Sicht. Die kalte Witterung trifft im Norden und Osten auf Bestände mit ersten offenen Blüten, in wärmeren Lagen im Süden und Westen hat die Rapsblüte bereits begonnen.

Pflanzenbauexperte Rainer Kahl von der Rapool-Ring GmbH erklärt im Rapool-Pflanzenbauhinweis, wie sich die momentane Witterung auf den Raps auswirkt.

So könne man nach Nachtfrösten beobachten, dass sich die Triebe nach unten bzw. zur Seite gebogen haben. Der Haupttrieb steht häufig im 90 Grad Winkel. Im Laufe des Tages richten sich die Triebe aber wieder auf. Oft bleiben die in dieser Zeit aufblühenden Blüten unbefruchtet. Die vor und nach dem Frost geöffnete Blüten sind davon nicht betroffen und bilden normale Schoten.

Raps: Frostperioden während der Blüte

Wie Kahl weiter ausführt, kann man Frostperioden während der Rapsblüte daran erkennen, dass am Haupttrieb und auch an den Seitentrieben jeweils eine Zone gleichen Alters ohne Schotenansatz zu finden ist, während darunter und darüber ganz normale Schoten zu finden sind.

Eine kurze Frostphase kann von einem kräftigen Rapsbestand in der Regel ohne ertragsrelevante Folgen kompensiert werden. Sei es, dass der Schotenansatz zeitlich verzögert stattfindet oder dass ein paar fehlende Schoten ganz einfach über ein etwas höheres Tausendkorngewicht kompensiert wird. Da die Rapsblüte meist zwischen vier und sechs Wochen dauert, fallen ein paar ungünstige Tage nicht ins Gewicht.

Raps: Frostrisse sind nicht ungewöhnlich

  • Fallen die Temperaturen z.B. in frostgefährdeten Lagen deutlich unter den Gefrierpunkt, können auch Frostrisse im Stängel beobachtet werden. Dies kommt durchaus häufig vor und ist meist relativ harmlos. Bei trockener Witterung verkorken die Risse problemlos. Die frostbedingten Risse sehen ähnlich aus wie die fast an jeder kräftigen Pflanze zu findenden Wachstumsrisse und werden daher häufig verwechselt.
  • Frost- und Wachstumsrisse können Eintrittspforten für Krankheitserreger darstellen. Entlang eines Wachstumsrisses werden häufig Phoma-Stängelsymptome gefunden. Diese Infektionen bleiben aber oberflächlich und verursachen in der Regel keinen wirtschaftlichen Schaden. Schäden durch Phoma resultieren fast ausschließlich aus Infektionen des Wurzelhalses im Herbst/Winter.

Raps: Wasserversorgung entscheidender Faktor

Die Nachtfröste sollte der Raps aus langjährigen Erfahrungen ohne größere Probleme wegstecken. Schön wäre jetzt zum Blühbeginn allerdings eine gute Wasserversorgung, schreibt Pflanzenbauexperte Kahl weiter.

  • Durch den warmen März begann das Rapswachstum sehr früh, das aktuelle Aprilwetter führt nun zu einer verlangsamten Entwicklung und Anpassung an den langjährigen Durchschnitt.
  • Allerdings bremse die Kälte sowohl Schädlinge als auch Krankheitserreger ebenfalls aus, so dass der kühle April durchaus auch als positive Konsolidierung nach einer zu schnellen Wachstumsphase angesehen werden kann.
Mit Material von Rapool-Ring GmbH

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