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Wachstumsregler

Raps: Einkürzen oder nicht?

Fungizidbehandlung im Raps im Spätsommer
am
28.09.2018
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Vielfach ist der Raps nicht optimal in den Boden gekommen. Soll er jetzt mit einem Fungizid gebremst werden oder nicht? Hier unsere Tipps aus den Regionen.

Die Trockenheit 2018 hinterlässt auch im frisch gedrillten Raps ihre Spuren. Vor allem im Norden konnte er in diesem Jahr nur unter schwierigen Bedingungen bestellt werden. In der Südhälfte Deutschlands sieht es besser aus.

Im Norden verzögerter Auflauf

Fast immer war das Keimwasser knapp, so dass die Saat verzögert und ungleichmäßig auflief. Viele Bestände sind zu dünn, weil nicht alle Samen zum Auflaufen gekommen sind.

„Besonders auf leichteren Böden ist die Saat oft zu tief abgelegt worden“, beobachtet Berater Lüder Cordes von der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen in Nienburg. „Das hat ebenfalls zu einem verminderten und verzögerten Feldaufgang geführt.“

Auf trockengeschädigten Flächen vorsichtig dosieren

In diesen Fällen sollte die Wachstumsregulierung im Herbst mit Bedacht erfolgen. Ist die Gefahr des Überwachsens auszuschließen, kann auf den Einsatz der Fungizide im Herbst ganz verzichtet werden.

Ist eine Anwendung zur Wachstumsregulierung gewünscht, sollte diese relativ spät ab dem 6-Blatt-Stadium des Rapses erfolgen. Frühere Anwendungen können die Herbstentwicklung verzögern und sich damit negativ auf den Ertrag auswirken.

Die LWK empfiehlt, niedrig dosierte milde Produkte wie beispielsweise 0,5 l/ha Folicur oder 0,5 l/ha Orius zu verwenden.

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NRW: Jetzt wirkt der Stickstoff

Anders die Situation im Westen und Süden. Schon vor den Niederschlägen zeigte ein Teil der Rapsschläge gutes, zügiges Wachstum.

„Mit den Niederschlägen der letzten Tage steigt die Anzahl der Schläge, auf denen Einkürzungsmaßnahmen angeraten sind“, heißt es aus der Beratung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. „Das liegt auch an der einsetzenden Stickstoffmobilisation mit super Bodengare plus Regen.“

Wüchsige Bestände bremsen

Wüchsige Rapsbestände, die derzeit 5 Laubblätter entwickelt haben und den Boden schon zu mehr als 70 Prozent bedecken, sollten jetzt mit 0,75 bis 1 l/ha Carax behandelt werden. Die hohe Menge gilt nach Empfehlungen der LWK NRW für sehr wüchsige und gleichzeitig dichte Bestände.

Ist der Raps zum aktuellen Termin mit höchstens 4 Laubblättern ausgestattet oder auch, wenn die Pflanzen noch ausreichend Ausbreitungsmöglichkeiten zur Seite haben, kommt man mit Aufwandmengen von 0,5 l/ha Carax oder 0,75 l/ha Orius aus.

Haben die Pflanzen zur Monatswende weniger als 4 Laubblätter entwickelt beziehungsweise sind zu diesem Zeitpunkt weniger als 50 Prozent der Bodenoberfläche bedeckt, sind Einkürzungen nicht nötig.

Phoma-Entscheidung vertagen

Gegen Ende Oktober ist zu entscheiden, ob Behandlungen gegen Phoma sinnvoll sind.

Der Pilz braucht viel Feuchtigkeit, hatte also bislang schlechte Entwicklungsbedingungen. Falls das Wetter dauerhaft umschlägt, sind Rapsflächen in Windrichtung zu Altrapsflächen stärker gefährdet.

Die Gefahr ist umso größer, je besser die alten Rapsstoppeln erhalten sind und offen liegen. Von denen geht der Flug der Ascosporen aus.

Bor als Sicherheitsnetz bei Trockenheit

Bei anstehenden Überfahrten ist unter weiter trockenen Bedingungen eine Absicherung mit Bor angeraten, beispielsweise mit 1,0 l/ha Lebosol-Bor oder der Kombination 1,0 l/ha Bor + 5,0 kg Epso Comitop.

Mit Material von LWK Niedersachsen, LWK NRW

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