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Herbizideinsatz

Raps: Empfohlene Mittel für die Unkrautbekämpfung

Unkrautbekämpfung in Raps
am Donnerstag, 30.08.2018 - 07:57 (Jetzt kommentieren)

Nicht immer ist eine hohe Intensität bei der Unkrautbekämpfung gerechtfertigt. Wir sagen, mit welchen Mitteln Sie den Geldbeutel und die Umwelt schonen.

Mit dem Regen der vergangenen Tage verbessern sich die Aussichten für den Raps. Die Niederschläge fallen regional sehr unterschiedlich aus, daher ist die Unkrautbekämpfung der Bodenfeuchte und dem Saatbett anzupassen.

Woo es ausreichend Niederschlag gab, also 4 bis 5 mm, sind die Bedingungen für eine Herbizidbehandlung günstig.

Bei Trockenheit besser im Nachauflauf

Ohne ausreichend Niederschlag ist es bei staubtrockenem Saatbeet sinnvoll, auf die reinen Vorauflaufherbizide zu verzichten und den Behandlungsschwerpunkt in den Nachauflauf zu legen, empfehlen der Berater vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in der Westpfalz.

So lässt sich besser abschätzen, ob der Auflauf für einen zufriedenstellenden Bestand ausreicht und nicht noch umgebrochen werden muss. Bestandszahlen ab 15 Pflanzen/m² gleichmäßig verteilt sind optimal.

Diese Mittel werden empfohlen

Die Auswahl der zur Verfügung stehenden Herbizide ist begrenzt.

Fuego Top auf Basis von Metazachlor ist bei einer üblichen Standardverunkrautung mit Kamille, Vogelmiere, Ehrenpreis und Klette in der Regel gut wirksam.

In engen Rapsfruchtfolgen werden zunehmend (Weg-)Rauken, Storchschnabelarten, Hirtentäschel, Hellerkraut und Klatschmohn zum Problem. Bei stärkerem Druck an Storchschnabel oder auch Hirtentäschelkraut ist Butisan Gold oder Butisan Kombi zu bevorzugen. Allerdings ist Butisan Gold gegen Klette sicherer.

Mit Dimethenamid als drittem Wirkstoff kommen die Produkte mit geringeren Metazachlormengen aus. Dimethenamid wirkt auch gegen Unkräuter wie Storchschnabel und Hellerkraut.

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Metazachlor darf nicht ins Grundwasser

Metazachlor wird auffällig oft im Grundwasser gefunden. Eine Wirkstoffentlastung ist angebracht. Aus dem DLR heißt es dazu: „Die Praxis ist gut beraten, sich mit alternative Lösungen vertraut zu machen.“

Um den Wirkstoff zu erhalten, sollte die ausgebrachte Wirkstoffmenge 500 g/ha Metazachlor nicht überschreiten. Dies erreicht man mit 2,5 l/ha Butisan Gold, 2,5 l/ha Butisan Kombi bzw. 1,33 l/ha Butisan Top oder 1,33 l/ha Fuego Top.

Mit der Zulassung von Tanaris (1,5 l/ha) und Colzor Uno (2,0 l/ha) stehen neue metazachlorfreie Herbizide zur Verfügung. Zur Absicherung der Breitenwirkung können die Standard-Produkte in Tankmischung mit Runway VA bzw. Runway kombiniert werden.

Runway VA enthält nur den Wirkstoff Aminopyralid und ist somit nicht identisch mit Runway. Beide Produkte bekämpfen Kamille, Klatschmohn und Kornblume relativ sicher.

Fokus auf Bodenherbizide

Die Hauptlast der Unkrautbekämpfung liegt bei den Bodenherbiziden. Nur bei rechtzeitigem Einsatz wird mit den Standardmitteln (z.B. Butisan Gold, Fuego Top und Butisan Kombi) eine optimale Unkrautwirkung erreicht.

Die Stärken der Produkte liegen im Vor- bis frühen Nachauflauf bis ca. 1 Woche nach der Saat. Häufig kommen sie zu spät: Läuft der Raps auf, keimen auch die Schadpflanzen.

Spritzfolgen

Aufbauend auf die Standardmaßnahmen kann ab dem 4- Blatt-Stadium auch Fox nachgelegt werden, gegebenenfalls auch in Kombination mit Runway.

In Kombination mit Fox ab dem späten 4-Blatt-Stadium der Kultur ist neben Stiefmütterchen auch moderater Besatz mit Wegrauke zu kontrollieren.

Wird Fox gesplittet, wirkt es sicherer gegen Wegrauke. Um stärkere Ätzschäden zu vermeiden, müssen die Rapspflanzen trocken sein. Außerdem ist zwischen der Fox-Behandlung und dem Einsatz eines Gräsermittels, Insektizids (EC-Formulierung) oder Wachstumsregler ein Abstand von einer Woche einzuhalten.

Clomazone mit strengen Auflagen

Bei starkem Besatz mit der Weg- und vor allem Löselsrauke und Ackerhellerkraut kommen clomazonehaltige Mittel in Betracht. Die müssen unmittelbar nach der Saat (max. 72 Stunden) gespritzt werden.

Der Nachteil dieser Mittel sind die strengen Anwendungsbestimmungen. Hier ist die Gebrauchsanweisung zu beachten. Clomazone neigt zur Verflüchtigung und kann in seltenen Fällen zu Aufhellungen an Pflanzen in der Umgebung führen.

Anwendungen bei über 25 °C sind deshalb nicht erlaubt. Darüber hinaus gibt es strenge Abstandsauflagen sowie weitreichende Dokumentations-, Aufzeichnungs- und Kontrollpflichten.

Mit Material von DLR Rheinland-Pfalz Westpfalz

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