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Ölsaaten

Raps: Fast fünf Prozent Auswinterungsfläche

von , am
14.05.2012

Berlin - Wie die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen bekannt gibt, wurden in Deutschland fast fünf Prozent der Rapsanbaufläche umgebrochen. Ursache ist der starke Befall mit Botrytis.

Die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) geht davon aus, dass in Deutschland von der Fläche von insgesamt 1,322 Millionen Hektar, die mit Winterraps bestellt wurde, durch den Witterungsverlauf Anfang 2012 in den zurückliegenden Wochen etwa 60.000 Hektar bis 70.000 Hektar umgebrochen worden sein dürften. Demnach könne - je nach Ertragsentwicklung - eine Erntemenge zwischen vier und 4,3 Millionen Tonnen erwartet werden, prognostizierte die UFOP anlässlich der laufenden Rapsblüte.

Botrytis-Befall als Auslöser

Grundlage der Daten ist die Abfrage einer aktualisierten Flächenschätzung unter den Mitgliedern der UFOP-Fachkommission "Produktionsmanagement Öl- und Eiweißpflanzen". Auslöser für die Umbruchsituation im Rapsanbau ist der regional unterschiedlich stark auftretende Befall mit Botrytis. Mit der Schätzung der Aussaatfläche liegt die UFOP etwas über den Prognosen des Statistischen Bundesamtes vom März, das eine Gesamtfläche von 1,307 Millionen Hektar genannt hatte. Bezogen auf diesen Wert würde die Auswinterungsfläche von 60.000 ha im Bundesdurchschnitt einen Anteil von etwa 4,6 Prozent einnehmen.

Bayerns Landwirte am stärksten betroffen

Die höchsten Ausfälle sind der UFOP zufolge in Bayern zu verzeichnen; dort wurden von der laut offizieller Statistik 125.700 Hektar umfassenden Aussaatfläche 15.000 Hektar beziehungsweise 11,9 Prozent umgebrochen. Mit 6,8 Prozent nur gut halb so hoch sind hingegen jeweils die Anteile, der von der UFOP für Brandenburg und Rheinland- Pfalz angegeben werden. Das entspricht in Brandenburg einer Fläche von 8.000 Hektar und in Rheinland-Pfalz von 3.000 Hektar.
 
Weniger Probleme hatten die Rapsanbauer offenbar in Baden-Württemberg, wo 3.000 Hektar oder 4,7 Prozent  der Anbaufläche umgebrochen wurden. Dahinter folgen Hessen und Thüringen mit Umbruchanteilen von 4,6 Prozent und 4,4 Prozent. Auf Werte zwischen 3,9 Prozent bis drei Prozent kommen Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen.
Offenbar glimpflich weggekommen ist Sachsen-Anhalt; dort wurden von dem insgesamt 159.400 Hektar großen Rapsareal nur 3.000 Hektar oder 1,9 Prozent umgepflügt. Noch besser sieht es in Schleswig-Holstein aus, von wo keine Ausfälle gemeldet wurden.
 
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