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Wachstumsregler

Raps: Jetzt Fungizide oder nicht?

Fungizidbehandlung im Raps
© agrarfoto
von am
18.10.2017

Soll jetzt gegen Phoma und zur Wachstumsregulierung gespritzt werden? Das hängt davon ab, wie weit der Raps entwickelt ist. Wir unterscheiden drei Situationen.

Sollen im Raps jetzt Fungizide gegen Phoma und zur Wachstumsregulierung zum Einsatz kommen oder nicht? Diese Frage stellt sich jetzt vielen Rapsanbauern. Wir unterscheiden aktuell je nach Witterung drei Situationen:

Erstens: Schon behandelt

Der Raps ist sehr gut entwickelt und wurde im 4- bis 5-Blattstadium mit Carax behandelt. Obwohl nun die Witterung Phomainfektionen zulässt, sind Nachbehandlungen wenig wirtschaftlich. In der Regel keine weitere Behandlung durchführen.

Zweitens: Noch nicht behandelt

Der Raps ist gut entwickelt, hat nun 6 bis 8 Laubblätter und wurde bis jetzt nicht behandelt. In den nächsten Tagen eine Behandlung mit gut Phoma wirksamen Produkten durchführen, beispielsweise 0,8 l/ha Tilmor.

In sehr wüchsigen Hybridsorten ist zusätzlich eine bessere Wachstumskontrolle nötig: 0,3 bis 0,5 l/ha Carax zum Tilmor zumischen oder eine Behandlung mit 0,4 l/ha Toprex.

Drittens: Verzettelter Auflauf

Der Raps hat bis jetzt erst um 4 Laubblätter ausgebildet oder es sind nur einzelne große Pflanzen neben vielen kleinen nachgelaufenen Rapspflanzen vorhanden?

Dann derzeit keinen Wachstumsregler einsetzen. Ob noch behandelt werden muss, hängt von der weiteren Herbstwitterung ab. Bleibt es mild und anhaltend feucht, in zwei bis vier Wochen gegen Phoma spritzen.

Insektizide zusetzen oder nicht?

In aller Regel ist das nicht erforderlich. Behandlungen mit Insektiziden sind unter zwei Bedingungen sinnvoll:

  1. Der Raps ist schwach entwickelt und es finden sich ab jetzt mehr als 3 Erdflohlarven je Pflanze in den Blattstielen. Für die Larvenbekämpfung sind die besten Termine oft Ende Oktober bis in den November.
  2. Nach starkem Zuflug mit Schwarzem Kohltriebrüssler. In den 100 Kontrollschlägen der Landwirtschaftskammer NRW wurde der Bekämpfungsrichtwert von 25 Käfern je Gelbschale nur vereinzelt überschritten. Aber auch bei erhöhten Käferzahlen sollte gut entwickelter Raps keinen nennenswerten Schaden erleiden.
Mit Material von Günter Klingenhagen, LWK NRW

Erntehelfer USA: Zwischenfruchtaussaat bei Olson Organics

Getreidesilos und LKW auf einem amerikansichen Öko-Betrieb
Auf der "Fairview Farm" in Cottonwood, Minnesota betreiben Jonathan und Carolyn Olson seit 1998 auf 1100 acres (460 Hektar) Ökolandbau. Auf den Flächen wird neben Weizen, Triticale und Hafer, Luzerne, Soja und Mais angebaut. Letzterer wird von "Prairie Vodka" zu Öko-Alkohol verarbeitet. © Immo Cornelius
John Deere Mähdrescher erntet Triticale
Die Fruchtfolge der Olsons sieht nach Getreide eine Zwischenfrucht vor, bevor im Frühjahr Mais gelegt wird. Nachdem Ende August mit der Triticale das letzte Getreide geerntet war... © Immo Cornelius
John Deere Scheibenegge
wurde auf den Getreideflächen ein Stoppelsturz mit einer 6,40 Meter breiten John Deere Scheibenegge durchgeführt. © Immo Cornelius
Rettich messen
Der Zwischenfruchtanbau hat ackerbaulich viele Vorteile: Je nach Zwischenfruchtart wird entsprechend viel Biomasse gebildet, die beisielsweise dem Humusaufbau dient und den Boden vor Erosion schützt. Jonathan und Carolyn Olson bauen als Zwischenfrucht sogenannten "Tillage Rettich" an. Dieser bildet eine tiefe Pfahlwurzel aus (hier im Bild: 15 inches = 38 cm) und lockert so den Boden. "Das hiflt uns vor allem im Vorgewende, wo der Boden oft stark verdichtet ist", erklärt Jonathan Olson. © Carolyn Olson
Acker mit abgefrorener Zwischenfrucht
Tillage Rettich ist nicht winterhart und friert daher bis zum Frühjahr ab. Auch die Wurzeln verschwinden und hinterlassen im Boden fingerdicke Löcher. © Carolyn Olson
Gea Güllefass mit Scheibeninjektor
Nach dem Stoppelsturz bringt ein Lohnunternehmer Schweinegülle aus. Vorher wird die Gülle auf Nährstoffe getestet und die gewünschte Menge je Hektar bestimmt. Die ausgebrachten Nährstoffe sollen mit dem Zwischenfruchtaufwuchs größtenteils vor einer Verlagerung in tiefere Bodenschichten geschützt werden. © Immo Cornelius
John Deere Raupe bei Sonnenuntergang
Nach der Gülleausbringung wird der Boden mit einem 11 Meter breiten Grubber gelockert. Bei Nässe kommen die 275 PS des John Deere 8520T trotz Raupenfahrwerk dabei schon mal an ihre Grenzen. © Immo Cornelius
John Deere vor Maschinenhalle
Die Aussaat erfolgt per Düngerstreuer. Bei den Olsons wird Tillage Rettich im Gemenge mit Hafer im Verhältnis von 1:8 gesät. Gemischt wird in einer Mischanlage, die sonst der Saatgutbeizung dient. Die Aussaatmenge beträgt rund 50 kg/ha. © Immo Cornelius
Hafer und Tillage Rettich
So sieht die Saatgutmischung aus (runde Körner = Tillage Rettich). © Immo Cornelius
John Deere streut Zwischenfrucht
Ausbringung per GPS auf 15 Meter. © Immo Cornelius
Acker grubber in den USA
Im Anschluss wird das Saatgut mit dem Grubber flach eingearbeitet. © Immo Cornelius
Traktor tanken auf dem Acker
Damit man auf dem Acker zwischendurch tanken kann, verfügt eines der Betriebsautos über einen Dieselbehälter auf der Ladefläche. © Immo Cornelius
John Deere Raupe mit Walze
Das abschließende Anwalzen gewährleistet einen verbesserten Bodenschluss. © Immo Cornelius
Tillage Rettich und HAfer
Der Zwischenfrucht-Aufwuchs nach vier Wochen. © Immo Cornelius
Zwischenfrucht
Links: Tillage Rettich, rechts: Hafer. © Immo Cornelius
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