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Ölsaaten

Raps: Große Ernte, (derzeit) kleine Preise

© landpixel
von , am
12.08.2014

Die US-Sojapreise haben zugelegt und den Raps mitgezogen. Eine Trendwende ist aber nicht in Sicht. Denn wegen der erwarteten großen Ernte befinden sich die Preise trotzdem auf einem niedrigen Niveau.

Im aktuellen MARS-Bericht sind die Erträge für Raps und Sonnenblumen schwächer eingestuft. © Mühlhausen/landpixel
Die Rapspreise haben sich in der ersten Augustwoche knapp behauptet. Unterstützung kam dabei weniger vom europäischen Markt sondern aus den USA, wo die Sojapreise zulegten und sich damit weiter von ihren vorausgegangenen Tiefständen erholten. Eine wirkliche Trendwende ist jedoch nicht in Sicht. Vor allem halten die laufenden Daten zur europäischen Rapsernte die Preise unten.
 
Am Rapsmarkt waren die Kurse zum Monatswechsel sogar auf den tiefsten Stand seit vier Jahren abgestürzt, hatten sich dann aber mit den Sojapreisen wieder etwas erholt.

Deutsche Rapsernte deutlich über sechs Millionen Tonnen

Anfang August setzte Oilworld seine Prognose für die neue europäische Rapsernte deutlich über die Marke von 23 Millionen Tonnen (Mio. t) nach oben und schließt sich damit den Einschätzungen anderer europäischer Analysten an.
 
Die Produktionsschätzung von OilWorld für die neue deutsche Rapsernte lag Anfang August sogar bei 6,2 Mio. t und ist damit 0,3 Mio. t höher als bei der letzten Prognose. Das wäre nach dem Jahr 2009 die zweitgrößte deutsche Rapsernte überhaupt. Im Vergleich zur deutschen Rapsernte von 2013 wäre die jetzt für 2014 erwartete Erntemenge 0,43 Mio. t größer.
 
Gleichzeitig bleibt Deutschland damit deutlich vor Frankreich sowie vor Polen und dem Vereinigten Königreich der größte Rapsproduzent der EU.

Rapspreise für hintere Termine etwas schwächer

Die Rapspreise haben sich am europäischen Terminmarkt mit den Sojapreisen etwas erholt und sich zuletzt behauptet. Ende Juli waren die europäischen Rapspreise (Augustkontrakt) zeitweise unter 310 Euro abgesackt und damit auf den niedrigsten Stand seit der Ernte 2010.
 
Am europäischen Terminmarkt wurde der Novemberkontrakt am letzten Freitag mit knapp 328 Euro je Tonne (Euro/t) gehandelt und damit ebenso teuer wie zum Beginn der Woche. In die neue Woche starte der Raps zunächst fast unverändert.
 
Im deutschen Großhandel lagen die aktuellen Kassapreise (August) am Montag je nach Region zwischen 309 und 322 Euro/t (Vorwoche: 310 und 320 Euro/t) und damit ähnlich hoch wie in der Vorwoche. Für die Lieferung im November wurden diese Woche zwischen 322 und 332 Euro geboten (Vorwoche: 327 Euro und 337 Euro/t ) und damit weniger als letzte Woche.
 

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