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Bodengesundheit

Raps: Das können Sie gegen die Kohlhernie machen

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
08.08.2016

Ist der Kohlhernie-Erreger einmal im Boden, wird man ihn nur schwer wieder los. Die Deutsche Saatveredelung gibt Ratschläge beim Raps, wie man das Risiko mindern kann.

Laut Deutsche Saatveredlung (DSV) gilt weiterhin, dass pflanzenbauliche Maßnahmen, wie Ackerhygiene und weite Rapsanbaupausen, die wirksamsten Mittel gegen die Kohlhernie im Raps sind und der Anbau einer resistenten Sorte zur Resistenzschonung letztes Mittel bleiben muss. Nach Angaben der DSV sollten beim Anbau von Raps in erster Instanz Maßnahmen ergriffen werden, um die Kohlhernie erst gar nicht auf das Feld zu lassen.

  1. Da die Kohlhernie bodenbürtig ist, liegt in der Verschleppung von verseuchtem Boden die höchste Gefahr. Der Bodeneintrag von anderen Feldern sollte daher möglichst vermieden werden.
  2. Eine weitere Verbreitung dieser Dauersporen muss dann unbedingt verhindert werden. Das gilt sowohl für das Feld selbst als auch felderübergreifend. Der betreffende Schlag müsste aus dem Rapsanbau genommen oder zumindest eine sehr lange Anbaupause eingehalten werden.
  3. Auch könnten die Kohlhernienester großzügig aus der Fruchtfolge genommen werden (z. B. Stilllegung), was bei einer großflächigen Verbreitung jedoch nicht ausreichend ist.
  4. Auch die Kalkung des Feldes sollte konsequent durchgeführt und, wenn möglich, intensiviert werden. Insbesondere in den Kohlhernienestern.

5. Anbau Kohlhernie-resistenter Arten

Hat sich die Krankheit bereits auf dem Feld etabliert, bleibt neben den gängigen Bekämpfungsmaßnahmen nur noch der Anbau von Kohlhernie-resistenten Sorten. Aus Gründen des Resistenzmanagements sollte dies aber immer die letzte Maßnahme bleiben. Andernfalls steigt laut DSV die Gefahr einer vorzeitigen Rassenverschiebung und somit auch das Risiko die Resistenz zu frühzeitig als Bekämpfungsstrategie zu verlieren.

Dementsprechend ist vor allem von einem vorsorglichen Anbau resistenter Sorten strikt abzuraten. Zudem nimmt man sich mit einem zu frühzeitigen Anbau die Möglichkeit, den Erreger im Schlag zu lokalisieren und gezielt die Befallsnester zu bekämpfen (z. B. erhöhte Kalkung). Problematisch wird es, wenn die beschriebene Rassenverschiebung bereits begonnen hat.

Je nach Befall raten D. Bornhöft und B. Strehlow deshalb zu folgenden Maßnahmen zur Vorbeugung und Eindämmung der Kohlhernie:

Keine Rassen vorhanden (Sortenresistenz nicht notwendig):

  • Wurzelkontrollen durchführen
  • Bodeneintrag von anderen Feldern vermeiden
  • Rapsanbau max. alle 3 Jahre
  • Ackerhygiene betreiben
  • Boden-pH durch Erhaltungskalkung erhöhen
  • Kein vorbeugender Anbau resistenter Sorten um Resistenz zu schützen

Avirulente Rassen bekannt (Sortenresistenz ausreichend):

  • Wurzelkontrollen intensivieren
  • Bodenverschleppung vom Feld auf andere Schläge vermeiden
  • Rapsanbau max. alle 4 Jahre
  • sorgfältige Bekämpfung aller Kruziferen (Unkräuter, Zwischenfrüchte, Durchwuchs - und Ausfallraps)
  • Kalkung ggf. erhöhen
  • Spätere Aussaattermine wählen und Staunässe vermeiden
  • Kohlhernie-resistente Sorte anbauen. Resistenz schützen: Keine Sortenmischungen und keine enge Rapsfruchtfolge mit resistenten Sorten

Hochvirulente Rassen bekannt (Sortenresistenz nicht ausreichend) :

  • Feldinterne und -übergreifende Bodenverschleppung unbedingt verhindern (evtl. Bodenbearbeitung überdenken, Schlag zuletzt bearbeiten)
  • Befallsnester markieren und möglichst isolieren
  • Kruziferen sind tabu
  • Kalkung intensivieren: Kalkung kurz vor Aussaat, ggf. zusätzliche Kopfkalkung, Nester gezielt kalken
  • Schlag aus dem Rapsanbau nehmen, zumindest Fruchtfolge stark ausweiten

Rapsernte 2016: Live vom Feld

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