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Ölsaaten

Raps: Die richtige Sorte gegen die Kohlhernie

von , am
12.08.2015

Der bodenbürtige Krankheitserreger Kohlhernie ist eine ernste Gefahr für den Rapsanbau. Im dlz agrarmagazin werden die neuen toleranten Rapssorten für Nord und Süd vorgestellt.

Die Kohlhernie ist regional zum echten Problem im Rapsanbau geworden. © Mühlhausen/hapo/landpixel
Wie Dr. Wolfgang Auermann von der LWK Schleswig-Holstein im dlz agrarmagazin schreibt, tritt auch im Norden Deutschlands auf vielen Schlägen zunehmend Kohlhernie auf. Insbesondere im Östlichen Hügelland, mittlerweile aber auch in den beiden anderen Anbaugebieten, wird der bodenbürtige Krankheitserreger zum Problem. Hier sind tolerante Sorten anzubauen.
 
Von denen, die bislang in den LSV geprüft wurden, kommt vor allem SY Alister infrage. Bei guten eigenen Erfahrungen spricht auch nichts gegen Andromeda oder Mendelson. Der Abstand zwischen den kohlhernietoleranten Sorten und den besten anfälligen Sorten war 2014 hoch. Das liegt auch daran, dass die bisherigen kohlhernietoleranten Sorten nicht über das hohe Ertragspotenzial verfügen, das 2014 ausgeschöpft werden konnte.

Kolhhernietoleranz: Die neuen Rapssorten für den Norden

Zu den neuen Sorten in den LSV gehören bei den kohlhernietoleranten SortenMendelson aus dem EU-Sortenversuch sowie Mentor und PT242 mit Zulassung aus der deutschen Wertprüfung 2014. Sie lassen einen Fortschritt gegenüber den bisherigen Sorten erwarten. Bei den anfälligen Sorten wurden aus dem Zulassungsjahrgang 2013 Flyer und Medea neu in die LSV aufgenommen. Beide versprechen ebenfalls ein hohes Leistungsniveau.
 
Aus dem aktuellen Jahrgang 2014 stehen neben den kohlhernietoleranten Sorten auch Penn und Raffiness neu in den LSV. Daneben wurden mit Archipel, Fencer und Popular weitere Sorten in die deutsche Sortenliste eingetragen, die ebenfalls hohe bis sehr hohe Leistungen versprechen und 2015 im Bundessortenversuch geprüft werden.

Kohlhernietolerante Sorten für den Süden

Die beiden neuen toleranten Sorten Andromeda und SY Alister wurden 2014 erstmals an allen Versuchsstellen geprüft. Wie Alois Aigner von LfL Bayern schreibt, können beide mit relativ 100 und 99 Prozent im Kornertrag mit den derzeitigen Hybriden ertraglich mithalten. Im Ölgehalt bleiben sie rund zwei Prozentpunkte hinter den derzeitigen Tophybriden zurück.
 
Wo ein begründeter Verdacht auf Kohlherniebefall besteht und weiterhin Raps in der Fruchtfolge stehen soll, bieten diese Sorten die einzige Möglichkeit für wirtschaftlichen Anbau. Beide sind nicht gegen alle im Boden vorkommenden Rassen resistent. Daher sollen diese wertvollen Hybriden nicht rein vorsorglich angebautwerden. Ein vorzeitiger Resistenzdurchbruch lässt sich so bremsen.
 
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