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Resistenzen

Rapsanbau: Das hilft noch gegen Glanzkäfer und Rüssler

Gefleckter Kohltriebrüssler
am Montag, 13.02.2017 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Pyrethroide zeigen zunehmende Wirkungsverluste. Neben dem Rapsglanzkäfer wurden auch beim Erdfloh und beim Kohlschotenrüssler Resistenzen nachgewiesen. Das müssen Sie bei der Behandlung beachten.

Um Resistenzen vorzubeugen, ist die Bekämpfung der Rapsschädlinge nach Schwellen, Wirkstoffwechsel und volle Aufwandmengen Pflicht. Das dlz agrarmagazin hat in seiner aktuellen Ausgabe Februar 2017 erklärt, worauf es ankommt.

So ermitteln Sie den Schädlingsbefall im Raps

  • Kohltriebrüssler: Kontrolle sollte Februar/März bis April durch Gelbschalen erfolgen. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei 30 Käfer je Gelbschale in 3 Tagen.
  • Rapsstängelrüssler: Kontrolle sollte ebenfalls Februar/März bis April durch Gelbschalen erfolgen. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei 10 Käfer je Gelbschale in 3 Tagen.
  • Rapsglanzkäfer: Die Kontrolle erfolgt im Knospenstadium durch Abklopfen der Einzelpflanze. Die Bekämpfungsrichtwerte sind abhängig vom Entwicklungsstadium und der Bestandesdichte. Vor BBCH 55 liegt sie bei schwachen beständen bei mehr als 4 gefundenen Käfern je Pflanze, bei wüchsigen Beständen bei mehr als 8 Käfern. Ab BBCH 55 sollte in schwachen Beständen bei mehr als 5 Käfern behandelt werden, in wüchsigen Beständen bei mehr als 10 gefundenen Käfern.
  • Kohlschotenrüssler: Die Kontrolle erfolgt zum Zeitpunkt der Blüte durch Abklopfen der Einzelpflanze. Der Bekämpfungsrichtwert liegt hier bei bereits 1 Käfer je Pflanze.

So vermeiden Sie Resistenzen im Raps

Die Auswahl der zur Verfügung stehenden Insektizidgruppen ist seit Jahren gleichbleibend gering. Zudem schreiten die Resistenzen immer weiter voran. Neben Rapsglanzkäfern sind jetzt die ersten Kohlschotenrüssler und der Rapserdfloh von Pyrethroidresistenzen betroffen. Vermeiden Sie daher unbedingt Behandlungen unterhalb der Bekämpfungsrichtwerte.

Empfehlungen für die Bekämpfung von Rapsschädlingen

  • Rüssler: Gegen die Rüssler sind Pyrethroide der Klasse 2 einzusetzen, unter anderem Karate Zeon oder Hunter. Treten zu diesem Zeitpunkt auch schon vermehrt Rapsglanzkäfer auf, weichen Sie auf das Klasse-1-Pyrethroid Trebon 30 EC aus.
  • Rapsglanzkäfer: Es sind vorwiegend die B1-Produkte Plenum 50 WG und Avaunt anzuwenden. Diese beiden Mittel stammen aus anderen Wirkstoffgruppen als die Pyrethroide und können noch sehr gute Wirkungsgrade auf Rapsglanzkäfers erzielen. Da beide Produkte als bienengefährlich (B1!) eingestuft sind, müssen Behandlungen vor dem Öffnen der ersten Blüten, auch von Unkräutern, abgeschlossen sein.
    Mit dem Öffnen der ersten Blüte im Bestand sollte gegen den Rapsglanzkäfer auf die B4-Präparate Mospilan SG oder Biscaya zurückgegriffen werden. Letzteres ist für die kommende Saison wieder in der Blüte zugelassen.
  • In Ausnahmefällen können bei einem späten (nach BBCH 50), aber bekämpfungswürdigen Auftreten von Rapsstängel- und Kohltriebrüssler und gleichzeitigem Befall von Rapsglanzkäfer nach Bekämpfungsrichtwert Mischungen aus einem Pyrethroid der Klasse 2 und Plenum 50 WG oder Avaunt sinnvoll sein. Die Mittel sind dann jeweils in der vollen Aufwandmenge einzusetzen.
  • Aufgrund der zunehmenden Resistenz sollte bei den Schotenschädlingen vorrangig das Neonikotinoid Biscaya verwendet werden. Nur falls dieses bereits zum Einsatz kam, ist auf ein Pyrethroid der Klasse 1 wie etwa Mavrik auszuweichen. Damit lässt sich der nötige Wirkstoffwechsel umsetzen. In Regionen mit nachgewiesener Resistenz sollte nur Biscaya angewendet werden.
  • Ein prophylaktischer Insektizideinsatz in der Rapsblüte sollte unbedingt unterbleiben! Oft reicht zur Bekämpfung von Schotenschädlingen schon eine Randbehandlung aus.

Neues bei den Hilfsstoffen

  • Das Produkt Mavrik (Wirkstoff Tau-Fluvalinate) wird nach derzeitigem Stand in der kommenden Saison nicht mehr zusammen im Pack mit Zitronensäure vermarktet, sondern solo unter dem Namen Mavrik Vita. Hier wurden nun Formulierungshilfsstoffe ausgetauscht und durch moderne ersetzt. Diese zeigen ein deutlich besseres Verhalten in Vielfachmischungen. Die Zugabe eines Additivs zum Ansäuern ist, wenn überhaupt notwendig, frei wählbar.
  • In Mischungen mit Fungiziden ändert sich bei einigen Insektiziden die Einstufung der Bienengefährlichkeit, etwa von B4 zu B2. Die Behandlung ist dann nur noch nach dem täglichen Bienenflug und bis 23 Uhr erlaubt.
    Spritzen Sie aber auch B4-Mittel vorrangig in den Abendstunden, um die Bienen nicht direkt zu treffen. Der Bienenschutz ist in jeder Situation oberstes Gebot.
     

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