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Raps

Vor der Rapsaussaat: Das sollten Sie jetzt beachten

Rapsaussaat im Spätsommer
am
06.08.2019
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Künftig wird sich beim Raps einiges ändern: Beizen und Schneckenmittel fallen weg, dafür gibt es neue Herbizide. Ein Überblick.

Ernte und Aussaat liegen beim Raps so nah beieinander wie bei keiner anderen Kultur. Jetzt gilt es, die Saat optimal vorzubereiten. Die Rapsanbauexperten des Landkreises Schwäbisch Hall, Stefan Hörner und Sven Wolpert geben Tipps.

Rapsbeize: TMTD-Saatgut nicht überlagern

Die Thiram-Beize (TMTD) darf nur noch dieses Jahr ausgesät werden. Überlagertes Saatgut muss nächstes Jahr entsorgt werden. Das sollten Sie beim Saatgutkauf bedenken.

Die neue Beize Scenic Gold hat ein ähnliches Wirkungsspektrum.

Herbizide: Alternativen zur Vorauflaufbehandlung

Im Winterraps gibt es einige neue Herbizide, die auch gute Behandlungsmöglichkeiten im Nachauflauf zulassen.

Hier ist vor allem das neue Belkar bzw. Belkar Power Pack zu nennen. Es hat eine gute Wirkung gegen fast alle zweikeimblättrigen Unkräuter, jedoch keine Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz oder Ausfallgetreide.

Die Unkrautbekämpfung im Raps wird dadurch wesentlich flexibler. Die Anbauer sind nicht zwingend auf die Vorauflaufbehandlungen bei extremer Trockenheit angewiesen.

Die Hauptempfehlung der Berater aus Schwäbisch Hall bleibt aber für den Einsatz im Vorauflauf bzw. im frühen Nachauflauf:

  • 2,5 Liter/ha Butisan Gold
  • 1,3 Liter/ha Butisan Top (Fuego Top)
  • 3,0 Liter/ha Gajus (NEU, Metazachlorfrei)
  • 4,0 Liter/ha Colzor Trio (Achtung: Clomazoneauflagen beachten!)

Anschließend lässt sich im Herbst mit Runway, Effigo oder Belkar im Herbst sowie je nach Einzelfall auch erst im Frühjahr mit dem bewährten Produkt Corvetto nachbehandeln. Die Möglichkeiten im Nachauflauf sind vielfältig.

Düngung: Kalium fördert Herbstentwicklung

Sorgen Sie vor der Rapsaussaat auf eine gute Nährstoffversorgung der künftigen Rapsschläge. Raps benötigt vor allem eine gute Kalium- und Phosphatversorgung.

Raps ist eine kaliumbedürftige Kultur: Eine gute Kaliversorgung fördert die Herbstentwicklung und verbessert die Winterfestigkeit. Durch Düngung mit Schweinegülle und viel Strohabfuhr kann Kalium auch mal schnell zum Mangelnährstoff werden.

Auch eine Kalkung vor der Aussaat fördert die Nährstoffverfügbarkeit. Nutzen Sie die gute Befahrbarkeit der Flächen sowie das Zeitfenster durch die frühe Getreideernte.

Schneckenbekämpfung

Die Berater aus Schwäbisch Hall empfehlen eine Schneckenbekämpfung direkt nach der Saat mit einem metaldehydhaltigen Schneckenkorn. Das sind beispielsweise Arinex oder Metarex. „Das Risiko, einfach abzuwarten und bei Bedarf zu streuen ist zu hoch.“

 

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags haben wir an dieser Stelle über ein möglicherweise bevorstehendes Verbot des Wirkstoffs Metaldehyd im kommenden Jahr berichtet. Die Informationslage dazu ist derzeit allerdings nicht eindeutig. Daher haben wir diesen Abschnitt entfernt. Der Wirkstoffhersteller Lonza will weiterhin "in die Re-Registrierung des Schneckenkornwirkstoffs investieren" und das entsprechende Dossier 2020 einreichen. Wir halten Sie zu diesem Thema weiter auf dem Laufenden.

Mit Material von Stefan Hörner, Sven Wolpert
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