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Rapsschädlinge

Rapserdfloh: Wann bekämpfen?

Schaden durch Rapserdfloh
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
10.09.2018

Noch ist der Ausfallraps nicht überall bearbeitet, schon zeigen sich am neuen Raps erste Schäden vom Rapserdfloh. Wir fassen zusammen, was jetzt zu tun ist.

Derzeit wird in Rheinland-Pfalz erster Befall mit Rapserdfloh an auflaufendem Raps beobachtet.

Berater des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) in Oppenheim haben den Bestand näher untersucht: „Die Pflanzen wurden im Keimblattstadium am und direkt unterhalb des Wachstumspunktes verbissen, die Keimblätter und der Vegetationspunkt wurden abgeschnürt und die Keimpflanzen starben ab.“

Noch nicht bearbeitete Felder als Unterschlupf

Problem: Nahegelegene letztjährige Rapsfelder waren aufgrund der Trockenheit noch nicht bearbeitet worden. Ausfallraps ist noch nicht oder nicht vollständig aufgelaufen.

Die Bodenbearbeitung sollte passiert sein, bevor der neue Raps gesät wird. Das an besten in Absprache mit den Berufskollegen.

Die Berater empfehlen ein engmaschiges Beobachten alle zwei bis drei Tage. Als Vorwarnsystem dienen dabei Rapsfelder, neben denen im letzten Jahr Raps stand.

Die Käfer sind häufig schlecht sichtbar, da sie vermehrt nachts herauskommen und bei Annäherung wegspringen. Spät gesäte Bestände sollen weniger betroffen sein.

Die Bekämpfungsschwelle ist überschritten, wenn 10 Prozent der Keim- oder Laubblätter durch Fraß zerstört sind.

Pyrethroide so weit wie möglich vermeiden

Gegen Rapserdfloh sind zurzeit nur Pyrethroide in der Spritzanwendung zugelassen.

Wichtig: Sie dürfen aber wegen der bereits in weiten Bereichen Deutschlands vorliegenden Resistenz nur in dringenden Fällen eingesetzt werden! Eine in England schon vorhandene zusätzliche Resistenz würde auch in Deutschland zu deutlichen Minderwirkungen im Feld führen.

Die Anti-Resistenzstrategie kann daher nur sein, auf jede unnötige Anwendung zu verzichten, zumal der Rapserdfloh auch im Frühjahr noch den Insektizidanwendungen ausgesetzt ist.

Nur nach Schadschwelle spritzen

Auf die 10-Prozent-Schwelle ist vor allem bei schwächeren, lückigen Beständen zu achten. „In der Regel kann auf die frühe Spritzung verzichtet werden“, heißt es vom DLR Bad Kreuznach. Der Hauptschaden geht von den Larven der Erdflöhe aus, die erst ab Ende September auftreten.

Die Bekämpfungsentscheidung kann durch Gelbschalenfänge ermittelt werden. Bei mehr als 50 Rapserdflöhen je Gelbschale in einem Zeitraum von 3 bis 4 Wochen ist ein Insektizid notwendig.

Aufstellung ca. 10 bis 15 m vom Feldrand. Falls ein ehemaliges Rapsfeld angrenzte, an dieser Seite Gelbschalen aufstellen. Zwei Gelbschalen pro Feld geben mehr Sicherheit als nur eine, zweimal die Woche kontrollieren.

Mit Material von DLR Oppenheim, DLR Bad Kreuznach

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