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Rapsschädlinge

Rapserdfloh: Vereinzelt Umbrüche von Raps im Norden

Schäden von Rapserdfloh in jungem Raps
am Samstag, 16.10.2021 - 12:40 (Jetzt kommentieren)

Der Rapserdfloh verursacht aktuell regional teils massive Schäden. Beim Behandeln sind die Schadschwellen unbedingt einzuhalten.

Der Rapserdfloh tritt aktuell regional sehr unterschiedlich stark auf. Beobachten Sie Ihre Bestände und reagieren Sie erst nach Überschreiten der Schadschwellen. Hier ein Blick in die Regionen.

Im Norden erste Umbrüche wegen Rapserdfloh

Aus Schleswig-Holstein berichtet Manja Landschreiber, Pflanzenbauberaterin der Landwirtschaftskammer in Lübeck, von teils starkem Rapserdflohdruck. Die Bestände sind aufgrund der kühlen und feuchten Witterung verzettelt aufgelaufen, im Wuchs zurück und stellen eine leichte Beute für den Schädling dar.

Vereinzelt mussten in ihrem Beratungsgebiet bereits Flächen umbrochen werden. Dort werden Anbauer auf Weizen oder im Frühjahr auf Mais setzen. Probleme sind beim Nachbau von Weizen vor allem dort zu erwarten, wo im Raps bereits Bodenherbizide zum Einsatz kamen. Hier ist eine intensive Bearbeitung notwendig.

Im Süden nur vereinzelt mehr als 10 Prozent zerstörte Blätter

Aus Baden-Württemberg berichtet Dr. Friedrich Merz vom Pflanzenschutzdienst in Stuttgart von unterschiedlich starkem Zuflug von Rapserdfloh. Der Bekämpfungsrichtwert von 10 Prozent durch Fraß zerstörte Blattfläche der Keim- und Laubblätter ist dort indes nur auf einem Teil der landesweiten Rapsbestände überschritten.

Sein ausdrücklicher Rat: „Da der Hauptschaden aber durch den Minierfraß der Larven entsteht, muss der Besatz der Gelbschalen unbedingt weiter regelmäßig kontrolliert werden.“

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Rapserdfloh und Schwarzer Kohltriebrüssler: Unbedingt Schadschwellen beachten

Wenn bis zum 6-Blatt-Stadium innerhalb von 3 Wochen mehr als 50 Rapserdflöhe in der Gelbschale gefangen wurden, ist der Bekämpfungsrichtwert überschritten.

Tritt jetzt zusätzlich der Schwarze Kohltriebrüssler auf, werden diese Käfer dazu gezählt. Werden jedoch zehn Schwarze Kohltriebrüssler innerhalb von drei Tagen gefangen, muss bereits mit wirtschaftlichen Schäden gerechnet werden. Der Schwarze Kohltriebrüssler legt bald nach dem Zuflug seine Eier in die Blattstiele ab.

Eine Behandlung sollte bevorzugt nach einer Periode mit schönem Wetter durchgeführt werden. „Beachten Sie dabei die maximale Anzahl der zulässigen Anwendungen der einzelnen Mittel.“

Regelmäßige Kontrollen der Gelbschalen sind jetzt Pflicht

Auch in Bad Mergentheim im nördlichen Baden-Württemberg wurden bislang nur vereinzelt Schwarze Kohltriebrüssler gefunden. Pflanzenschutzberater Hartmut Lindner weist nachdrücklich darauf hin, dass die Schadensschwelle von 25 Käfern in 2 bis 3 Wochen nicht erreicht wurde.

Kontrollieren Sie Ihre Gelbschalen bei anstehenden wärmeren Temperaturen regelmäßig, um zu entscheiden, ob auf eine Behandlung verzichtet werden kann oder sie zwingend notwendig ist.

Behandlungen sind mit ausreichend Wasser, also mindestens 300 l/ha durchzuführen.

Mit Material von Landschreiber, Merz, Lindner, ISIP
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