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Ölsaaten

Rapsernte: Die 4 häufigsten Fehler

© agrarfoto.com
von , am
17.06.2016

Die Rapsernte steht vor der Tür. Damit die Ernte der Ölsaat so optimal wie möglich verläuft, haben wir die häufigsten Fehler identifiziert, die es zu vermeiden gilt.

Der Raps steht weider gut da. An der Matif gewannen alle Rapskontrakte hinzu. © Mühlhausen/landpixel

Gewohnheitsgemäß werden beim Rapsdrusch viele Dinge genauso gemacht wie beim Weizendrusch. Allerdings gibt es doch einige Besonderheiten zu beachten. Feiffer Consult kennt die häufigsten Fehler bei der Rapsernte.

1. Kornfeuchte nicht mit Reife verwechseln

Die Landwirte machen den Erntetermin neben der Abreife letztlich von der Kornfeuchte abhängig. Kornfeuchte ist kein Zeichen für Abreife. Misst man nach einem Probedrusch beispielsweise eine Kornfeuchte von acht Prozent, geht man davon aus, dass der Raps auch durchgereift ist. Dem ist jedoch nicht so, weil nur die reifen Schoten im Dreschwerk aufgeknackt werden, während die grünen Gummischoten nicht ausgedroschen werden. Das heißt, die feuchteren, unreifen Körner gelangen gar nicht in den Kornbunker.

Beim Probedrusch entsteht eine Anschnittfläche, wobei man die Abreife des Schotenpaketes von oben bis unten gut bearbeiten kann. Wer sich unsicher ist, ob zu viele Gummischoten als Druschverluste verlorengehen, kann den Mähdrescher für 30 Meter auf Schwad umstellen. Im Schwad wird dann geprüft, ob noch viele Gummischoten unausgedroschen durch den Mähdrescher laufen und der Erntetermin eventuell korrigiert werden muss.

2. Zu kurze Stoppel

Auch wennkurze Stoppel besser aussieht, schneller verrottet bzw. sich einfacher einarbeiten lässt, kostet eine kurze Stoppel viel Geld. Gerade im unteren Bereich sind die Stängel dicker als der Dreschspalt weit ist. Wird auf kurzer Stoppel gemäht, wird jeder Stängel im Dreschwerk gequetscht und gibt die Feuchtigkeit an das Gutgemisch weiter. Die Feuchtigkeit verklebt das Druschgemisch. Bei einer längeren Stoppel:

  • erleichtert man die Dreschwerksarbeit,
  • verbessert die Kornabscheidung,
  • senkt die Druschverluste,
  • reduziert die Trocknung sowie Maschinenbelastung
  • und senkt den Dieselverbrauch.

3. Haspel holt den Raps ran

Die Haspel darf nicht den Raps "heranholen", denn dort, wo sie eingreift (im oberen Drittel) neigen die Schoten am ehesten zum Aufplatzen und sie werden ausgekämmt. Die Haspel sollte weit nach hinten gestellt, das heißt Richtung Fahrerkabine, eingesetzt werden. Dort drückt sie die Rapsstängel nach unten an die Querförderschnecke. Mit einer zügigen Fahrgeschwindigkeit sorgt man für ein "Nachschieben" durch die folgenden Stängel und somit für einen gleichmäßigen Einzug.

4. Zu enge Siebe, zu wenig Wind

© feiffer consult

Um die Gutmatte aufzulockern und in der Schwebe zu halten, damit überhaupt eine Kornabscheidung vonstattengehen kann, sollte man die Lamellensiebe weiter öffnen und den Reinigungswind entsprechend hoch dosieren. Auch wenn das Rapskorn klein und leicht ist, ist es dennoch durch seine runde Form nicht sehr windanfällig. Dagegen rieselt es, gerade wegen seiner Form, gut durch das grobe Gemisch hindurch, aber nur, wenn die Reinigungsarbeit entsprechend aktiv ist.

In der Praxis sind die höheren Reinigungsverluste eher auf zu enge Siebe und zu geringem Wind zurückzuführen. Ausblasverluste sind dagegen weniger zu befürchten und treten naturgemäß nur auf den ersten Metern der Mähdreschereinfahrt bzw. Mähdrescherausfahrt und auf dem Vorgewende auf.

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