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Marktlage

Rapsernte: Attraktive Preise, erste Druschergebnisse enttäuschend

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
22.07.2016

Die Rapsernte wird in diesem Jahr EU-weit knapper ausfallen als im letzten Jahr. Erste Druschergebnisse aus Niedersachsen sind eher enttäuschend.

Die Versorgung mit Raps in der EU wird 2016/17 mit einer von Coceral/Copa-Cocega geschätzten Ernte von 21,2 Mio. t wohl noch knapper ausfallen als im Wirtschaftsjahr zuvor. Verantwortlich dafür sind witterungsbedingte Ertragseinbußen. Wie die UFOP mitteilt, litt zwar auch Weizen unter dem ungünstigen Wetter, vor allem im Mai und Juni 2016, die Aussichten auf die Versorgung seien bei erwarteter globaler Rekorderzeugung aber deutlich besser.

Derweil sei der Preisspielraum für Raps aufgrund der rückläufigen Erzeugung, sowohl EU- als auch weltweit, langfristig nach oben geöffnet. So werde sich voraussichtlich auch in diesem Jahr die geringere Marktversorgung preislich bemerkbar machen. Schon im Juli 2016 wurden für Raps frei Erfasserlager mit rund 334 Euro/t knapp 200 EUR/t mehr als für Weizen gezahlt.

Nach Angaben des Landvolk-Pressedienstes liegt der Erzeugerpreis beim Raps derzeit mehr als doppelt so hoch wie beim Weizens. Da sich der Raps- am Sojapreis orientiert und dieser wiederum durch die große Nachfrage aus China beflügelt werde, halte sich der Rapspreis stabil.

Niedersachsen: Erste Druschergebnisse enttäuschend

In Niedersachen wächst Raps derzeit auf 120.100 Hektar, ein Plus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr, aber immer noch 7.000 Hektar weniger als 2014. Die Rapsanbauer in Niedersachsen sind laut Landvolk von der aktuellen Ernte eher enttäuscht, da die Erträge überwiegend schlechter ausgefallen sind, als erwartet. Es wurden eher 3,5 bis vier Tonnen je Hektar geerntet. Zur Ertragsbildung fehlte den Pflanzen einfach die Sonne. Bei der Ernte ist der Raps besonders sensibel.

Laut Landvolk muss beim Rapsdrusch vor allem darauf geachtet werden:

  • Zum einen muss der richtige Zeitpunkt gefunden werden, an dem möglichst alle Schoten reif sind. Oben werden sie dann häufig schon so spröde, dass die wertvolle Saat ausfällt, während die unteren Schoten noch so elastisch sind, dass sie vom Mähdrescher nicht ausgedroschen werden können.
  • Das Erntegut wird durch einen Luftstrom gereinigt, ist dieser jedoch zu stark, werden auch die kleinen, leichten Rapskörner weggepustet.
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