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Feldgesundheit

Nach der Rapsernte gegen Sclerotinia vorgehen

© M. Schippich/fotolia
von am
25.07.2017

Wo in Rapsbeständen ein Befall mit der Sclerotinia-Weißstängeligkeit festgestellt wird, sollte über eine Sanierung der Befalllsflächen nachgedacht werden.

In den Rapsbeständen wurde in diesem Jahr örtlich Befall mit der Sclerotinia-Weißstängeligkeit festgestellt, berichtet die LfULG Sachsen für ihr Beratungsgebiet.

Wie es in dem Pflanzenbaurat weiter heißt, können neben den im Stängel gebildeten Dauerfruchtkörpern auch viele Sklerotien außen am Stängel oder in den Seitentriebachseln anhaften. Diese Fruchtkörper werden beim Drusch zerschlagen, liegen dann auf dem Boden auf und können im Boden bis zu zehn Jahre und mehr keimfähig bleiben. Sie bilden damit die Grundlage für kommende Infektionen in der Rapsfruchtfolge.

Contans WG: Infektionspotential mindern

Mit dem biologischen Präparat Contans WG besteht die Möglichkeit, das Infektionspotential im Boden zu vermindern. Das Mittel enthält laut Dr. Kraatz von der LfULG Sachsen Sporen des Bodenpilzes Coniothyrium minitans, welcher die Dauerkörper (Sklerotien) des Krankheitserregers im Boden parasitiert und zersetzt. Dadurch könne eine nachhaltige Reduzierung des Sklerotienvorrates erreicht werden kann. Das ist bei der Anwendung zu beachten:

  • Eine optimale Parasitierung ist von der Bodentemperatur zwischen 12 und 20 °C und einer ausreichenden Bodenfeuchtigkeit abhängig.
  • Der Einsatz von Contans WG ist direkt auf die Rapsstoppel (1 – 2 kg/ha und danach Einarbeitung der verseuchten Ernterückstände in den Boden) oder kurz vor der Rapsaussaat (2 kg/ha und anschließende flache Einarbeitung in 5 cm Bodentiefe) möglich.
  • Eine einmalige Anwendung von Contans WG in der Fruchtfolge reicht nicht aus, da die verbleibende Restverseuchung an Sklerotien noch genügend Infektionspotential liefert.

Sclerotinia: Befallsflächen sanieren

Die befallsmindernde Wirkung von Contans WG müsse demzufolge langfristig betrachtet werden, als eine Möglichkeit in einer Region, Befallsflächen zu sanieren und damit die Befallsgefährdung zu senken. Dabei sei zu beachten, dass clomazonehaltige Vorauflaufherbizide die Wirkung von Contans WG negativ beeinflussen können.

Auf eine Blütenbehandlung gegen Sclerotinia kann bei infektionsgünstigen Witterungsbedingungen und einem hohen Verseuchungsgrad des Bodens dennoch nicht verzichtet werden. Eine vernünftige Fruchtfolgegestaltung (Anbaupausen von mindestens 3 bis 4 Jahren) ist generell die beste Maßnahme um eine weitere Ausbreitung von Rapskrankheiten zu verhindern.

Mit Material von Dr. Michael Kraatz/LfULG Sachsen

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