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Ölsaaten

Rapsernte eine Million Tonnen über Vorjahresniveau

© landpixel
von , am
19.09.2013

Das Statistische Bundesamt schätzt die hiesige Rapsernte auf 5,77 Millionen Tonnen. Schlecht sieht es mit den Rapspreisen aus: Sie sind seit dem Frühjahr um über 100 Euro je Tonne gefallen.

Der Raps legte am Freitag ganze 5,50 Euro je Tonne an der Matif zu und schloss knapp unter 370 Euro. © Mühlhausen/landpixel
Auf rund 5,77 Millionen Tonnen (Mio. t) hat das Statistische Bundesamt die deutsche Rapsernte in seiner zweiten Schätzung veranschlagt. Im Vergleich zur ersten Prognose von Juni (5,4 Mio. t) ist dies ein weiterer Aufschlag um sieben Prozent (%).
 
Der Produktionszuwachs beruht überwiegend auf der etwa zwölf Prozent größeren Anbaufläche. Aber auch die durchschnittlichen Erträge sind mit 39,6, dt/ha etwa sieben Prozent höher als im Jahr 2012.
 
Die Rapspreise sind seit dem Frühjahr um mehr 100 Euro/t oder etwa ein Viertel gefallen. Gleichzeitig schwankten die Notierungen in den letzten Wochen mit den Sojapreisen relativ stark.

Die Bundesländer im Überblick

Ein Fünftel der Rapsernte in MV
Einen überaus starken Produktionssprung ermittelte das Statistische Bundesamt in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wächst die Produktion auf der Basis einer Flächenausweitung und etwas höherer Erträge um 41 % auf insgesamt 1,1 Mio. t. Damit kommen knapp 20 % der gesamten deutschen Rapsproduktion aus dem nordostdeutschen Küstenland.
 
Deutlich mehr Raps in SH und in Niedersachsen
Noch stärker als in MV ist die Produktion mit 83 % im anderen deutschen Küstenland Schleswig-Holstein gewachsen (Flächenausweitung). Allerdings ist die Produktionsmenge mit 0,47 Mio. t deutlich kleiner als beim norddeutschen Nachbarn. Einen kräftigen Zuwachs der Produktion von 20 % auf 0,56 Mio. t verzeichneten die Landwirte in Niedersachsen. Hier wurde zum einen die Anbaufläche ausgeweitet, zum anderen waren auch die Erträge höher als im letzten Jahr.
 
Deutlich höhere Erträge in Süddeutschland
Auch im Süden Deutschlands ist die Produktion kräftig gewachsen. Allerdings basiert der Zuwachs weniger auf einer Flächenausweitung sondern auf deutlich höheren Erträgen. So nahm die Rapsproduktion in Bayern um 21 % zu, bei durchschnittlichen Erträgen von 38 dt/ha. In Baden-Württemberg betrug der Zuwachs immerhin noch 15 % auf 0,23 Mio. t. Kräftige Zuwächse von 21 % und 32 % verzeichnen außerdem die Rapserzeuger in Hessen und Rheinland-Pfalz. In beiden Bundesländern sind vor allem die deutlich höheren Erträge für den Produktionsanstieg verantwortlich.
 
Zuwachs in Brandenburg, weniger Raps in Sachsen
Von den ostdeutschen Bundesländern verzeichnet (neben MV) lediglich Brandenburg noch einen kräftigen Zuwachs der Produktion um rund 30 % auf 0,522 Mio. t. Demgegenüber blieb die erzeugte Rapsmenge beim insgesamt zweitgrößten deutschen Rapserzeuger Sachsen-Anhalt mit 0,7 Mio. t fast stabil. Dagegen ging die Produktion sowohl in Sachsen als auch in Thüringen wegen der niedrigeren Erträge etwas zurück.

Rapspreise unter Druck

Die Rapspreise sind in Deutschland im Großhandel seit dem Frühjahr um mehr als 100 Euro auf etwa 365 Euro im August zurückgegangen. Allerdings schwankten die Preise mit den Sojapreisen zuletzt sehr stark.
 
Am Terminmarkt in Paris kostete der Raps am Dienstag knapp 367 Euro/t. Im deutschen Großhandel lagen die Preise zuletzt zwischen 363 und 370 Euro/t.
 

Vegetationsreport: Wachstumsregler im Raps

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