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Insektizide

Rapsschädlinge: Diese Schadschwellen beachten

Kohlschotenrüssler
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
14.03.2018

Auch wenn es in den nächsten Tagen wieder kälter wird, hat die milde Witterung der letzten Woche die ersten Schädlinge aktiviert. Sehen Sie daher genau hin.

Die warmen Temperaturen der letzten Tage hat Boden und Luft soweit erwärmt, dass jetzt verstärkt auf die Rapsschädlinge zu achten ist. Gelbschalen sind das unverzichtbare Hilfsmittel, um die Rüssler sicher auseinanderzuhalten.

Große Rapsstängelrüssler: Schnelle Entwicklung

Großer Rapsstängelrüssler

Der Große Rapsstängelrüssler (RSR) verlässt ab ca. 10 °C Lufttemperatur die vorjährigen Rapsflächen, wo er seine Winterruhe gehalten hat und fliegt in die neuen Rapsfelder ein.

Der Rapsstängelrüssler ist etwas größer, dunkler mit schwarzen Füßen und hat keinen Fleck auf dem Rücken.

Er durchläuft nur einen kurzen Reifungsfraß zur Eiablage, bei niedrigen Temperaturansprüchen.

  • Bekämpfung ab 5 Käfern/Gelbschale in 3 Tagen oder im Bestand mehr als 3 Käfer/25 Pflanzen.

Gefleckter Kohltriebrüssler mag es wärmer

Gefleckter Kohltriebrüssler

Der Gefleckte Kohltriebrüssler (KTR) verlässt fast zeitgleich mit dem Rapsstängelrüssler die geschützten Winterquartiere (Waldränder und Hecken).

Er ist an seinen rostbraunen Füßen und dem hellen Schuppenfleck auf den Flügeldecken zu erkennen.

Der Reifungsfraß hängt stark von der Temperatur ab. Bei kalten Nächten sucht der Käfer Schutz am Boden und wird nur bei hohen Tagestemperaturen über 12 °C aktiv. An sonnigen Tagen über 20 °C und ohne Nachtfrost können die Käfer nach dem Erstzuflug nach wenigen Tagen Eier ablegen. Bleibt es kühl, dauert der Reifungsfraß deutlich länger – mindestens 10 bis 14 Tage.

Die Bekämpfung des Kohltriebrüsslers lässt sich deshalb etwas hinauszögern.

  • Bekämpfung ab 15 Käfern/Gelbschale in 3 Tagen oder im Bestand mehr als 20 Käfer/25 Pflanzen.

Erste Resistenzen beim Kohltriebrüssler

Wichtig: Rüsselkäfer müssen vor der Eiablage behandelt werden, weil die Eier und Larven im Stängelinneren nicht mehr erfasst werden können.

Beim Gefleckten Kohltriebrüssler sind beginnende Resistenzen gegen die Pyrethroide der Klasse 2 zu beobachten. Daher unbedingt erst nach Erreichen der Bekämpfungsrichtwerte behandeln! Keine vorsorglichen Maßnahmen!

Welche Mittel zugelassen sind

Bei alleinigem Auftreten von Stängelschädlingen ist der Einsatz von Pyrethroiden der Klasse 1 und 2 möglich. In dem Fall sollte auf den Einsatz anderer Wirkstoffgruppen zu diesem Zeitpunkt verzichtet werden. Sollten Rapsglanzkäfer und Stängelschädlinge gemeinsam auftreten, ist Trebon EC das Mittel der Wahl.

Bei der Mittelplanung ist auf die unterschiedliche Anwendungshäufigkeit der Insektizide laut Zulassung zu achten. Die bezieht sich auf die gesamte Kultur. Herbstbehandlungen sind also mitzuzählen.

So dürfen u. a. die Mittel Hunter, Jaguar, Mavrik Vita, Mospilan SG und die B1-Insektizide (bienengefährlich) Avaunt und Plenum 50 WG nur einmal in der Kultur eingesetzt werden.

Mit Material von LfULG Sachsen, LTZ Augustenberg
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