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Insektizide

Rapsschädlinge: Jetzt genau hinsehen

Rapserdfloh
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
19.10.2017

Bei der Wärme Ende September kam es zu einem ersten Schub an Rapsschädlingen. Wie hat sich das kühle Wetter der letzten zwei Wochen ausgewirkt? Ein Überblick.

Rapserdfloh und Schwarzer Kohltriebrüssler traten in diesem Herbst bis jetzt schubweise auf. Ein Monitoring des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) in Rheinland-Pfalz zeigt:

  • Ende September kam es zu ersten Höhepunkten beim Zuflug. Das warme Wetter hatte die Schädlinge gefördert, allerdings unter der Bekämpfungsschwelle.
  • Die ersten zehn Tage des Oktobers waren recht kühl, die Fangzahlen blieben niedrig.
  • Mitte Oktober wurde mit steigenden Temperaturen die Bekämpfungsschwelle überschritten. Die Grenze liegt bei 40 bis 50 Rapserdflöhe plus Schwarze Kohltriebrüssler pro Gelbschale innerhalb von 3 Wochen. Die Fallen stehen neben ehemaligen Rapsfeldern.

Zur letzten Bonitur am 14.10. wurde bei warmem und sonnigem Wetter ein Flughöhepunkt beim schwarzen Kohltriebrüssler erreicht.

Bei geringer Rapsdichte

Die Fänge unterscheiden sich aber sehr stark: In Rapsfeldern abseits von letztjährigen Rapsschlägen oder in Gebieten mit geringer Rapsdichte wird die Bekämpfungsschwelle aktuell voraussichtlich nicht erreicht.

Die Eiablage beginnt etwa Mitte Oktober und kann bis März dauern. Ein Insektizideinsatz in den nächsten Tagen kann den Hauptteil der Käfer erfassen.

Der schwarze Kohltriebrüssler hat eine kompakte Körperform mit Rüssel, ist 2,5 bis 3,5 mm groß und hat rotbraune Fußenden.

Bei hoher Rapsdichte

In Gebieten mit erhöhter Rapsdichte oder neben ehemaligen Rapsfeldern sollten Sie in den nächsten warmen Tagen ein Pyrethroid einsetzen. Dazu bieten sich beispielsweise an:

  • Mavrik (200 ml/ha),
  • Fastac (100),
  • Karate (75),
  • Lambda WG (150),
  • Nexide (80),
  • Sparviero (75).

Oder ein Pyrethroid mit B2-Auflage:

  • Bulldock (300 ml/ha),
  • Decis (75),
  • Fury (100),
  • Sumicidin (250).

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Anwendung bei warmer und sonniger Witterung, wenn die Käfer sich bewegen und fressen. Anregung: Legen Sie ein Spritzfenster zur Eigenkontrolle an.

Wachstumsregler jetzt einsetzen?

In der Regel haben die Ende August/Anfang September gesäten Bestände das 7-bis 8-Blattstadium erreicht und noch Platz, um sich auszudehnen. Wachstumsregleranwendungen sind nicht generell notwendig, empfiehlt das DLR.

Anders die Situation bei Beständen, die früh gesät wurden. Das gilt auch für Raps, der jetzt so dicht steht, dass der Boden vollständig bedeckt ist, rund 9 Blätter: Diese Bestände können jetzt noch gebremst werden. Dazu eignen sich

  • Carax (1,0 l/ha),
  • Toprex (0,45, nur gegen Phoma zugelassen),
  • Tilmor (1,0),
  • Folicur (1,0),
  • Orius (1,0),
  • Efilor (0,75).

Mischungen mit einem Insektizid sind hier möglich. Generell: Immer die Gebrauchsanweisung beachten.

Mit Material von DLR Oppenheim

Herbstwetter und Aussaat: Bauernregeln im Oktober

Regentropfen auf Blatt
Traktor im Herbst
Aussaat im Herbst mit John Deere
Feld in der Herbstsonne
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Gülleausbringung auf Acker
Häckseln und Transport von Mais
Unwetter über Agrarland
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Herbstliche Farben auf Weide mit Kuh
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Acker und Feld
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Winter auf dem Land
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Fliege im Abendlicht
Ballen vor herbstlichem Wald
Wald und Kohl im Herbst
Getreide im Abendlicht
Pflanze sprießt aus Erde
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