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Stängelschädlinge

Rapsstängelrüssler: So reagieren Sie auf starken Besatz

Rapsstängelrüssler
am
25.02.2019

Die Temperaturen der letzten Tage haben die Rapsschädlinge aufgeweckt. Der Stängelrüssler entwickelt sich jetzt sehr schnell: Er benötigt nur wenige Tage Reifungsfraß bis zur Eiablage.

Seit Anfang letzter Woche hat regional ein starker bis massiver Zuflug von Stängelrüsslern eingesetzt. Tagsüber sonniges Wetter mit leichten nächtlichen Minusgraden ohne nennenswerte Niederschläge hat die Entwicklung der Rapsschädlinge gefördert. Die Gelbschalen zeigen jetzt Befall an.

„Fangzahlen im dreistelligen Bereich waren meist keine Seltenheit“, berichten die Pflanzenschutzexperten Hartmut Lindner und Theodor Bender vom Beratungsgebiet Main-Tauber in Baden-Württemberg. „Die Schadensschwellen wurden deutlich überschritten und aus unserer Sicht steht die Behandlung entsprechender Schläge gegen Stängelschädlinge an.“

Bienengefährdung beachten: B4 oder B2?

Zur Bekämpfung der Rapsstängelrüssler sind zahlreiche Präparate erhältlich. Unterschiede gibt es vorwiegend in der Einstufung zur Bienengefährlichkeit und in der Anzahl der maximalen Anwendungen.

Als Klasse II-Pyrethroide stehen als B4–Mittel (nicht bienengefährlich) beispielsweise Karate Zeon, Kaiso Sorbie, Hunter, Lambda WG, Lamdex forte, Nexide und Sparviero zur Verfügung.

Mit B2 (bienengefährlich, außer bei der Anwendung nach dem Ende des täglichen Bienenfluges in dem zu behandelnden Bestand bis 23 Uhr) sind z. B. folgende Mittel eingestuft: Bulldock, Decis forte, Fury 10 EW, Shock DOWN und Sumicidin Alpha EC.

Als Klasse I-Pyrethroide steht Trebon 30 EC zur Verfügung. Dieses Mittel ist mit B2 eingestuft und kann maximal zweimal angewendet werden.

Achtung: Trebon empfehlen die beiden Fachberater erst dann, wenn eine nennenswerte Anzahl an Rapsglanzkäfern mitaufgetreten ist.

Nachttemperaturen beachten

Bei vorhergesagten milderen Nachttemperaturen sollte eine Behandlung gegen Stängelrüssler zeitig erfolgen, bevor die Weibchen mit der Eiablage beginnen.

„Eine Zumischung von Fungiziden in Raps empfehlen wir derzeit nicht“, heißt es aus dem Landwirtschaftsamt des Main-Tauber-Kreises. „Dagegen können Bor-Blattdünger gut mitappliziert werden.“

Mit Material von Hartmut Lindner, Theodor Bender, Landwirtschaftsamt Main-Tauber
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