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Pflanzenbautipp

Ratgeber: Die Winterfestigkeit von Raps verbessern

Rapsfeld im Herbst
© Janis Smits/fotolia
von , am
23.10.2017

Damit der Raps gut durch den Winter kommt, braucht es nicht nur winterharte Sorten, sondern auch pflanzenbauliches Fingerspitzengefühl. Wer diese Regeln befolgt, senkt das Risiko von Auswinterungsschäden.

Die Winterfestigkeit von Raps hängt von vielen Faktoren ab: Die Tageslänge im Herbst und der Temperaturwechsel beeinflussen den osmotischen Druck in den Zellen, damit variiert die Kälteverträglichkeit der Pflanzen. Neben sortentypischen Unterschieden in der Anfälligkeit für Auswinterung spielt auch die Nährstoffversorgung eine bedeutende Rolle für die Winterhärte.

Tipp 1: Nicht zu früh sähen

Der richtige Aussaattermin ist für die Winterhärte von fundamentaler Bedeutung: Während der Winterweizen einen Kälteschock benötigt, um von der vegetativen in die generative Phase zu wechseln, nimmt beim Raps mit Eintritt in die generative Phase die Winterhärte ab. Raps sollte man daher nicht zu früh säen. Der Raps sollte vor der Winterruhe das Stadium der großen Rosette ohne sichtbare Sprossachse erreichen, da er dann über die größte Winterfestigkeit verfügt.

Tipp 2: Diese Nährstoffe sind wichtig

Um die Winterhärte zu fördern, müssen die Bestände ausreichend mit Nährstoffen versorgt sein. Bei Bedarf sollte noch im Herbst eine Düngung mit N, P und K erfolgen, vor allem nach hohen Entzügen durch die Vorfrucht. Als Herbstmaßnahme bieten sich kulturspezifische, formulierte Blattdünger an, die eine hohe Regenfestigkeit aufweisen. 

  • Stickstoff: Soviel wie nötig, aber nicht den Bedarf überschreiten. Nimmt der Raps zu viel Nitrat aus dem Boden auf, führt das zu einer hohen Wassereinlagerung im Pflanzengewebe. Die Folge ist eine verminderte Winterhärte.
  • Eine ausreichende Kaliumdüngung minimiert die Gefahr von Frostschäden.
  • Bor unterstützt die Festigkeit im Blatt- und Stängelgewebe und hilft, den Wasserhaushaltes der Pflanze zu regulieren, trägt also maßgeblich zur Frosthärte bei.
  • Mangan: Vor allem bei Herbsttrockenheit, hohen pH-Werten oder in gut durchlüfteten Böden ist die Manganverfügbarkeit im Boden eingeschränkt und führt zu Manganmangel. Gut lignifizierte Pflanzen zeigen sich z.B. widerstandsfähiger gegenüber Schwächeparasiten wie Thyphula oder Schwarzbeinigkeit.

Tipp 3: Einsatz von Wachstumsreglern

Die vorzeitige Streckung erhöht das Frostrisiko, wenn sich der Vegetationskegel vom Boden abhebt. Der Einsatz von Wachstumsreglern im Herbst ist zwingend erforderlich, sobald ein Überwachsen des Rapsbestandes absehbar ist. Meist ist dies der Fall, wenn der Raps sehr früh ausgesät wurde oder wenn sich die Rapspflanzen aufgrund guter Nährstoffversorgung sowie optimalen Witterungsbedingungen zügig entwickelt haben. Der optimale Behandlungstermin ist das 4-6-Blattstadium.

Tipp 4: Fungizide einsetzen

Generell steht beim Einsatz von Fungziden die Absicherung der Winterfestigkeit im Vordergrund. Jedoch besitzen die Fungizide alle auch eine Teilwirkung gegen Phoma. Der Erreger dieser Krankheit muss bei feucht warmer Witterung im Herbst besonders beachtet werden. Die Auswahl von Rapssorten mit geringer Anfälligkeit gegenüber der Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma lingam) senkt jedoch das Befallsrisiko mit dieser Krankheit mehr als der Einsatz von Fungiziden.

 

Düngerstreuer: Das hat der Markt zu bieten

Amazone bietet vier Baureihen Dreipunkt-Anbaustreuer und zwei Baureihen gezogene Streuer an. Der ZA-TS Profis Hydro mit hydraulischem Streuscheibenantrieb arbeitet vollständig unabhängig von Motordrehzahl und Fahrgeschwindigkeit. Neben exaktem Streuen ist beim ZG-TS 8200 der verschleißarme Gummibandboden zu erwähnen. © Werkfoto
Das dänische Familienunternehmen Bogballe bietet drei Baureihen Dreipunkt-Scheibenstreuer an. Bei der Grenzstreuung wird das „Off-Center“-System genutzt. Dazu muss nur die Drehrichtung der Streuscheiben umgekehrt und teilweise die Drehzahl angepasst werden. Für große Traktoren, am besten mit Frontgewicht, ist das für 6 t Dünger zugelassene größte Anbaustreuermodell von Bogballe ausgelegt. © Werkfoto
Hufgard hat sich auf Kalkstreuer spezialisiert. Es kommen Fahrwerke mit gedämpfter Zugeinrichtung und 40 km/h-Zulassung zum Einsatz. Alle Streuer von Hufgard werden auftragsbezogen gebaut, Kunden können direkt Einfluss auf die Ausstattung nehmen. © Werkfoto
Seit mehr als 50 Jahren baut Bredal in Dänemark Kalk- und Düngerstreuer. Bredal verwendet in allen Maschinen Bodenbänder die es ermöglichen, unabhängig von dem Fließfaktor Material exakt zu dosieren.  © Werkfoto
Der Trend Düngerstreuer mit Dosierelektronik hält bei Rauch an. Aus dem 36 m breiten Edelstahl-Gestänge und den 30 Krümmeröffnungen des AGT von Rauch wird der Dünger mit höchster Präzision unabhängig von Wind, Hanglagen und der Düngerqualität ausgebracht. © Werkfoto
Telimat nennt Rauch sein Sys­tem, das je nach Modell manuell, hydraulisch oder elektrisch bedient wird. © Werkfoto
Neben den auch unter der Marke Kverneland vertriebenen Zweischeibenstreuern hat Vicon noch Pendelrohr-Streuer im Angebot. Im Schatten der Zwei­scheibenstreuer sind diese Geräte für geringere Arbeitsbreiten und den Winterdienst geeignet.  © Werkfoto
Kverneland bietet sechs Baureihen vom Einstiegsmodell bis zur GPS-gesteuerten intelligenten Lösung. Diese gibt es auch unter dem Vicon-Logo, hergestellt werden die Streuer in Nieuw-Vennep (Niederlande). Geospread von Kverneland/Vicon ermöglicht das Verändern von Arbeitsbreite und Streumenge für jede Streuscheibe individuell. © W.G. Hoogterp
Sulky mit Sitz in der Bretagne (Frankreich) hat sich auf die Herstellung von Sämaschinen und Düngerstreuern spezialisiert. Die Grenzstreueinrichtung von Sulky besteht aus einer zusätzlich gebogenen Wurfschaufel und einem schwenkbaren Zuführorgan. © Werkfoto
Nicht nur bei normaler Saat setzen Landmaschinenhersteller und Landwirte zunehmend auf eine genau platzierte Düngergabe. Auch spezielle Verfahren erobern den Markt. Weiterentwickelt wird vor allem die Technik zur vorbereitenden Güllegabe im Strip-Till-Verfahren, wie beispielsweise bei Vogelsang. Mit dem XTill VarioCrop kann die streifenförmige Bodenbearbeitung mit Gülleunterfußdüngung kulturunabhängig durchgeführt werden. © Werkfoto
Neu präsentierte der amerikanischen Hersteller Great Plains auf der Agritechnica sein System AccuShot (Bild). Es wurde mit Capstan Ag Systems (Kansas, USA) entwickelt und wird für die Yield Pro-Einzelkorn- Sämaschinen angeboten. © Werkfoto
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