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Pflanzenbautipp

Ratgeber: Die Winterfestigkeit von Raps verbessern

Rapsfeld im Herbst
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Katharina Krenn, agrarheute
am
23.10.2017

Damit der Raps gut durch den Winter kommt, braucht es nicht nur winterharte Sorten, sondern auch pflanzenbauliches Fingerspitzengefühl. Wer diese Regeln befolgt, senkt das Risiko von Auswinterungsschäden.

Die Winterfestigkeit von Raps hängt von vielen Faktoren ab: Die Tageslänge im Herbst und der Temperaturwechsel beeinflussen den osmotischen Druck in den Zellen, damit variiert die Kälteverträglichkeit der Pflanzen. Neben sortentypischen Unterschieden in der Anfälligkeit für Auswinterung spielt auch die Nährstoffversorgung eine bedeutende Rolle für die Winterhärte.

Tipp 1: Nicht zu früh sähen

Der richtige Aussaattermin ist für die Winterhärte von fundamentaler Bedeutung: Während der Winterweizen einen Kälteschock benötigt, um von der vegetativen in die generative Phase zu wechseln, nimmt beim Raps mit Eintritt in die generative Phase die Winterhärte ab. Raps sollte man daher nicht zu früh säen. Der Raps sollte vor der Winterruhe das Stadium der großen Rosette ohne sichtbare Sprossachse erreichen, da er dann über die größte Winterfestigkeit verfügt.

Tipp 2: Diese Nährstoffe sind wichtig

Um die Winterhärte zu fördern, müssen die Bestände ausreichend mit Nährstoffen versorgt sein. Bei Bedarf sollte noch im Herbst eine Düngung mit N, P und K erfolgen, vor allem nach hohen Entzügen durch die Vorfrucht. Als Herbstmaßnahme bieten sich kulturspezifische, formulierte Blattdünger an, die eine hohe Regenfestigkeit aufweisen. 

  • Stickstoff: Soviel wie nötig, aber nicht den Bedarf überschreiten. Nimmt der Raps zu viel Nitrat aus dem Boden auf, führt das zu einer hohen Wassereinlagerung im Pflanzengewebe. Die Folge ist eine verminderte Winterhärte.
  • Eine ausreichende Kaliumdüngung minimiert die Gefahr von Frostschäden.
  • Bor unterstützt die Festigkeit im Blatt- und Stängelgewebe und hilft, den Wasserhaushaltes der Pflanze zu regulieren, trägt also maßgeblich zur Frosthärte bei.
  • Mangan: Vor allem bei Herbsttrockenheit, hohen pH-Werten oder in gut durchlüfteten Böden ist die Manganverfügbarkeit im Boden eingeschränkt und führt zu Manganmangel. Gut lignifizierte Pflanzen zeigen sich z.B. widerstandsfähiger gegenüber Schwächeparasiten wie Thyphula oder Schwarzbeinigkeit.

Tipp 3: Einsatz von Wachstumsreglern

Die vorzeitige Streckung erhöht das Frostrisiko, wenn sich der Vegetationskegel vom Boden abhebt. Der Einsatz von Wachstumsreglern im Herbst ist zwingend erforderlich, sobald ein Überwachsen des Rapsbestandes absehbar ist. Meist ist dies der Fall, wenn der Raps sehr früh ausgesät wurde oder wenn sich die Rapspflanzen aufgrund guter Nährstoffversorgung sowie optimalen Witterungsbedingungen zügig entwickelt haben. Der optimale Behandlungstermin ist das 4-6-Blattstadium.

Tipp 4: Fungizide einsetzen

Generell steht beim Einsatz von Fungziden die Absicherung der Winterfestigkeit im Vordergrund. Jedoch besitzen die Fungizide alle auch eine Teilwirkung gegen Phoma. Der Erreger dieser Krankheit muss bei feucht warmer Witterung im Herbst besonders beachtet werden. Die Auswahl von Rapssorten mit geringer Anfälligkeit gegenüber der Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma lingam) senkt jedoch das Befallsrisiko mit dieser Krankheit mehr als der Einsatz von Fungiziden.

 

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