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Ölsaaten

Schädlinge im Raps: Jetzt bohrt der Kohltriebrüssler

© landpixel
von , am
09.03.2015

Bei den frühlingshaften Temperaturen erwacht ein Schädling nach dem anderen. Der Gefleckte Kohltriebrüssler bohrt sich in die Rapsstengel, um dort seine Eier abzulegen. Lesen Sie hier, wie Sie den Schädling erkennen und bekämpfen können.

Links der Gefleckte Kohltriebrüssler und rechts der sehr viel größere Große Rapsstängelrüssler im Vergleich. © Rapool/R. Kahl
In einigen Regionen wurde am Wochenende die 20 Grad-Marke geknackt oder zumindest gestreift. Für einige Schädlinge sind die milden Temperaturen das Zeichen zum Aktiv werden. Während der große Rapsstengelkäfer bereits sein Unwesen treibt, kommt der Gefleckte Kohltriebrüssler langsam aus seinem Versteck. Wie der Schädling aussieht, welchen Schaden er anrichtet und wie man ihn wieder los wird, hat die lesen sie hier.
 

So sieht der Schädling aus:

Der 2,5 bis 3,5 mm lange, durch die unregelmäßig verteilte, weißgraue, schuppenartige Behaarung fleckig aussehende Käfer besitzt einen dünnen, abwärts gebogenen Rüssel, außerdem rötlich gelbe bis rostbraune Füße und einen hellen kreisförmigen Fleck auf dem vorderen Rückenteil. Die weißliche, nach innen gekrümmte, beinlose Larve mit brauner Kopfkapsel ist etwa 4 bis 5 mm lang.

Wie die Deutsche Saatenveredlung (DSV) auf ihrer Internetseite schreibt erscheint der Gefleckte Kohltriebrüssler im Frühjahr in etwa zur gleichen Zeit wie der Große Rapsstängelrüssler oder etwas später. Nach einem Reifungsfraß erfolgt die Eiablage vorzugsweise in Blattstiele oder auch in Stängel. Die Larven fressen in Blattmittelrippen, -stielen und Trieben. Nach Verlassen der Rapspflanzen und kurzer Puppenruhe schlüpfen die Jungkäfer um die Zeit der Rapsernte. Nach dem Reifungsfraß, der keinen Schaden anrichtet, suchen sie sehr bald geschützte Stellen für die Herbst- und Winterruhe auf.

Bohrlöcher im Stengel:

Eine Schädigung der Pflanzen ist nur schwer erkennbar, da der Rapsstängel gerade weiter wächst. Erste sichtbare Symptome sind die Einstichstellen für die Eiablage. Beim Durchschneiden verdächtiger Pflanzenteile lassen sich im Stängelmark die unregelmäßigen, durch Kot braun verfärbten Fraßgänge und die weißlichen Larven finden, welche von denen des Großen Rapsstängelrüsslers kaum zu unterscheiden sind. Die Bohrlöcher im unteren Stängel stellen Eintrittspforten für Sekundärinfektionen mit Phoma lingam und Verticilium dahliae dar. Bei starkem Befall ist das Wachstum gehemmt und Stängel können abknicken.

Befallsermittlung:

Im Frühjahr beginnt der Zuflug des Kohltriebrüsslers, wenn in einer Zeitdauer von zwei Tagen mindestens an vier Stunden je Tag mehr als 15 Grad erreicht werden. Die Bekämpfungsschwelle liegt beim Gefleckten Kohltriebrüssler und beim Großen Rapsstängelrüssler bei Kontrolle mit Hilfe der Gelbschale bei zehn Käfern in der Gelbschale in drei Tagen. Wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist zum Großen Rapsstängelrüssler sind laut rapool.de die rötlich-gelben bis rostroten Fußglieder sowie der kleine weiße Fleck auf dem Rücken.

Bekämpfung:

Wie das Julius Kühn Institut (JKI) in der Bekämpfungsstrategie für 2015 schreibt, sollen Stängel- und Triebrüssler bevorzugt mit Klasse I Pyrethroiden (z.Z. n ur Trebon 30 EC zugelassen) bekämpft werden, wenn gleichzeitig auch schon Rapsglanzkäfer in Gelbschalen vorhanden sind. Der optimale Termin für eine Insektizidbehandlung ist etwa zehn Tage nach dem Flugtermin erreicht.
Bei alleinigem Auftreten von Stängel- und Triebrüsslern sollten die am besten wirksamen Mittel auch aus Pyrethroiden der Klasse II gewählt werden. Bei gleichzeitig starkem Befall mit Rapsglanzkäfern und Stängelrüsslern kann eine Kombination von Pyrethroiden der Klasse I oder II (zur späten Bekämpfung der Stängelrüssler) und Avaunt oder Plenum (zur Bekämpfung des Rapsglanzkäfers) si nnvoll sein, wenn der Raps mindestens BBCH 51 erreicht hat. Dabei sind die Mischungspartner je in voller Dosierung zu nutzen.
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