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Ölsaaten

Schädlinge im Raps: Die Kohlfliege ist am gefährlichsten

© landpixel
von , am
15.04.2015

Die Kleine Kohlfliege gilt als der gefährlichste Rapsschädling überhaupt. Allerdings gibt es bisher kein geeignetes Mittel gegen den Schädling. Lesen Sie hier, wie Sie ihn erkennen und bestenfalls vorbeugende Maßnahmen treffen können.

Bestandeskontrolle im Winterraps: Erste Hinweise auf die Kleine Kohlfliege (Delia radicum) am und im Wurzelhals. © landpixel
Die kleine Kohlfliege ist laut Deutscher Saatveredlung der gefährlichste Rapsschädling der letzten Jahre. Ihre erste Generation tritt je nach Witterung im April /Anfang Mai auf. Etwa acht  bis zehn Tage später beginnt die Eiablage an den Wurzelhälsen junger Kohlpflanzen. Aus den Eiern entwickeln sich kleine weißlich-gelbe Maden, die sich in die Wurzeln der jungen Kohlpflanzen einfressen und sie erheblich schädigen. Die Fliege ist sehr mobil und fast nicht durch insektizide Spritzungen zu treffen. Die Maden sind an der Wurzel in 2 bis 5 cm Bodentiefe für Insektizidspritzungen nicht erreichbar. Es ist also derzeit keine gezielte chemische Bekämpfung möglich.
 
 
Die gelblich-weißen, bis zu neun Millimeter langen Maden fressen zunächst an Wurzelhaaren und kleineren Wurzeln und werden später die Pfahlwurzel minieren. Selten kommt auch Fraß an oberirdischen Pflanzenteilen vor. Die Schadwirkung wird vor allem durch einen harten Winter deutlich verstärkt. Im Frühjahr findet man eine an den Fraßstellen stark verpilzte und teilweise abgefrorene Wurzel vor. Selbst wenn die Pflanze den Winter überlebt, sind Folgeschäden durch verminderte Wasser und Nährstoffaufnahme zu erwarten.

Ackerhygiene reduziert Krankheits- und Schädlingsdruck

Rapool gibt auf seiner Internetseite Tipps zur Bekämpfung der kleinen Kohlfliege. Eine intensive Bodenbearbeitung nach der Rapsernte verringert den Schlupf der ersten Kohlfliegengeneration deutlich. Dies belegen Versuche aus Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Durch die recht flache Puppenruhe (in der Regel oberste 5 cm) können diese Puppen zumindest teilweise durch eine flache Bodenbearbeitung dezimiert werden. Eine tiefere Bodenbearbeitung (Pflug) würde eine noch stärkere Reduktion bewirken, macht aber aus ackerhygienischen Gründen keinen Sinn. Besser ist es, die Rapsstoppeln nach der Ernte mehrmals flach zu bearbeiten.

Frühsaaten vermeiden

Bei der Rapsaussaat gilt: die größten Pflanzen werden am stärksten befallen. Frühsaaten sind daher meist stärker befallen. Dies liegt sowohl an der kräftigen Pflanzenentwicklung  als auch daran, dass die ersten aufgelaufenen Rapsschläge auch die ersten Eiablagebedingungen weit und breit bieten. Spätsaaten hingegen weisen meistens - aber leider nicht immer - den geringsten Befall auf. Sie erreichen allerdings unter ungünstigen Wachstumsbedingungen im Herbst keine ausreichende Vorwinterentwicklung. Daher ist aus heutiger Sicht der "normale" Saattermin in der letzten Augustdekade die beste Wahl, um eine gute Vorwinterentwicklung bei vertretbarem Befall zu ermöglichen.

Keine Dünnsaaten

Geringere Pflanzenanzahlen weisen meist höhere Madenzahlen pro Wurzel auf. Daher empfiehlt sich eine Mindestsaatstärke von 40 bis 50 keimfähigen Körnern/m².

Wuchsunterstützung durch DMM nutzen

Den stärksten fungiziden Beizschutz TMTD + DMM verwenden, um junge Keimpflanzen so sicher und schnell wie möglich durch die gefährlichste Phase vom Keimblatt bis zum 4-Blatt-Stadium zu führen. Hier haben auch die frohwüchsigen Hybriden klar ihre Vorteile.
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