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Ölsaaten

Schädlinge im Raps: Der Rapsstengelrüssler wird aktiv

© landpixel
von , am
03.03.2015

Rapsschädlinge werden im Frühjahr aktiv. Der Große Rapsstengelrüssler erwacht schon bei Bodentemperaturen von fünf bis sieben Grad. Jetzt sollten Gelbschalen aufgestellt und regelmäßig kontrolliert werden.

In den ersten warmen Tagen des Frühjahrs sollten die Gelbschalen auf die Rapsfelder. © landpixel
Es ist wieder soweit, die ersten Rapsschädlinge werden munter. Grund genug, um eine Serie über die Schädlinge im Raps zu starten. In Mecklenburg-Vorpommern hat der Pflanzenschutzdienst des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF M-V) die ersten Gelbschalen auf den abgeernteten Flächen aufgestellt. Denn dort überwintert der Große Rapsstengelrüssler, bevor er sich auf den neuen Beständen niederlässt. In der nächsten Woche sollten laut Pflanzenschutzdienst auch die Landwirte ihre Gelbschalen im Raps aufbauen, um den Schädling früh genug zu erkennen rechtzeitig zu bekämpfen.
 

Wärmebedarf:

Wie Rapool auf seiner Internetseite schreibt, wird der Große Rapsstengelrüssler bereits bei einer Temperatur von fünf bis sieben Grad Celsius in zwei Zentimeter Bodentiefe aktiv.  Kommen dann Lufttemperaturen von  neun bis zwölf Grad Celsius hinzu, verlassen die Schädlinge die Winterquartiere. Der Käfer überwintert im Boden der vorjährigen Rapsfelder, von wo aus der Erstbefall im Frühjahr startet. Ab Temperaturen von über zwölf Grad kommt es zum intensiven Einflug.

Schadbild:

Links der Gefleckte Kohltriebrüssler und rechts der sehr viel größere Große Rapsstängelrüssler im Vergleich. © Rapool/R. Kahl
Ist die Rapspflanze befallen, sind zirka ein Millimeter große Einstichstellen am Stängel sichtbar. Dort legt der Käfer die Eier hinein. An der Eiablagestelle platzt der Haupttrieb auf, der Stängel wird schwach und verdreht sich "S-förmig". Weitere Anzeichen für einen Befall sind zum einen schwache Seitentriebe und zum anderen ein strauchartiger Wuchs. Die Bohrlöcher sind häufig Ausgangspunkt für Pilzinfektionen.

Befallsermittlung und Erscheinungsbild:

Eine Befallsermittlung macht von Ende Februar bis Mitte April Sinn. Gelbschalen sollten in Höhe der Bestandsoberkante positioniert werden. Alternativ können auch  40 Pflanzen untersucht werden. Der Große Rapsstengelrüssler ist zwei bis vier Millimeter lang und erscheint durch seine schuppenartige Behaarung grau, obwohl er eigentlich schwarz ist. Der Rüssel ist nach unten gebogen. Die Larve ist sieben Millimeter lang, gelblich-weiß, beinlos und nach innen gekrümmt. Die Anfangs dunkelbraune Kopfkapsel wird im Endstadium gelblich-braun.

Schadschwelle:

Sind zehn Käfer innerhalb von drei Tagen in der Gelbschale, ist die Bekämpfungsschwelle erreicht.  Da der Käfer nur einen kurzen Reifungsfraß benötigt, wird eine sofortige Bekämpfung nach Überschreiten der Schadschwelle empfohlen. Eier und Larven sind nicht mehr zu bekämpfen.

Bekämpfung:

Wie das Julius Kühn Institut (JKI) in der Bekämpfungsstrategie für 2015 schreibt, sollen Stängel- und Triebrüssler bevorzugt mit Klasse I Pyrethroiden (z.Z. n ur Trebon 30 EC zugelassen) bekämpft werden, wenn gleichzeitig auch schon Rapsglanzkäfer in Gelbschalen vorhanden sind. Bei alleinigem Auftreten von Stängel- und Triebrüsslern sollten die am besten wirksamen Mittel auch aus Pyrethroiden der Klasse II gewählt werden. Bei gleichzeitig starkem Befall mit Rapsglanzkäfern und Stängelrüsslern kann eine Kombination von Pyrethroiden der Klasse I oder II (zur späten Bekämpfung der Stängelrüssler) und Avaunt oder Plenum (zur Bekämpfung des Rapsglanzkäfers) si nnvoll sein, wenn der Raps mindestens BBCH 51 erreicht hat. Dabei sind die Mischungspartner je in voller Dosierung zu nutzen.

Video: Den Rapsstengelrüssler mit der Gelbschale kontrollieren

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