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Pflanzenbau-Ratgeber

So bestimmen Sie die N-Aufnahme im Rapsbestand

Junge Rapspflanzen
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
01.12.2016

Um für die Düngergabe im Frühjähr planen zu können, lohnt sich ein Blick in die Rapsbestände. Wie viel Stickstoff wurde im Herbst und im Frühjahr vom Bestand aufgenommen?

Um Düngergaben im kommenden Jahr besser planen zu können, lohnt es sich, die Stickstoff-Aufnahme in den Rapsbeständen zu kontrollieren. Weder eine zu hohe Düngergabe noch eine zu geringe Gabe wirken sich positiv auf die Entwicklung des Bestandes und auf die Umwelt aus.

  • Düngen Sie zu viel Stickstoff, kann der Bestand nicht alle Nährstoffe aufnehmen, sodass ein Teil in das Grundwasser ausgewaschen werden kann. Zudem verringert sich der Ölgehalt des Rapskorns. Der Bestand wird unter Umständen krankheitsanfälliger, verliert an Standfestigkeit und reift später ab.
  • Eine zu geringe Stickstoff-Düngung kann sich wiederum negativ auf die Stängelbildung, den Schotenansatz und das Korngewicht auswirken.

effizientduengen.de, eine Beratung des Düngerherstellers Yara, zeigt zwei Methoden zur Bestimmung der Stickstoff-Aufnahme im Rapsbestand:

1. Wiegen von Frischmasse mit der Rapool N-Waage

Bei dieser Methode ernten Sie an verschiedenen Stellen im Rapsfeld von einem Quadratmeter die Frischmasse und wiegen das Pflanzenmaterial, wie es bei effizientduengen heißt. Anhand des Gewichts kann dann die aufgenommene Menge an Stickstoff bestimmt werden.

Ein normaler Rapsbestand bringt etwa ein Kilogramm Frischmasse pro Quadratmeter auf die Waage. Das entspricht einer aufgenommenen Stickstoffmenge von rund 50 Kilogramm pro Hektar. In diesem Fall wäre im Frühjahr eine normale Stickstoffgabe angemessen. Weicht das Gewicht jedoch von dem einen Kilogramm ab, dann hat der Bestand dementsprechend auch mehr oder weniger als 50 Kilogramm Stickstoff pro Hektar aufgenommen. 70 Prozent dieser Differenz wird dann auf die Düngung im Frühjahr angerechnet:

  • 2 kg FM pro m² (entspricht 100 kg N/ha): Das sind 50 Kilogramm Stickstoff pro Hektar mehr als bei einem normalen Bestand. Somit können Sie etwa 70 Prozent dieser Menge, also 35 Kilogramm Stickstoff pro Hektar, bei der Düngung im Frühjahr einsparen.
  • 0,5 kg FM pro m² (entspricht 25 kg N/ha): Das sind 25 Kilogramm Stickstoff pro Hektar weniger als normal, somit können rund 70 Prozent dieser Menge auf die Frühjahrsdüngung angerechnet werden. In diesem Fall würde der schwächer entwickelte Raps einen Zuschlag von 17,5 kg N/ha erhalten.

2. Die Smartphone-App ImageIT

Die Yara-App ImageIT liefert vergleichbare Ergebnisse. Das zeigen laut effizientduengen die Messwerte eines Versuchs in Schleswig-Holstein, bei dem die beiden Methoden auf 31 Praxisschlägen getestet wurden.

  • Anstatt die Frischmasse ernten und wiegen zu müssen, reicht es bei der App, den Rapsbestand ein paar Mal mit dem Smartphone zu fotografieren.
  • Die App berechnet dann aus dem Bodenbedeckungsgrad die Frischmasse und daraus wiederum die bisherige Stickstoff-Aufnahme.
  • Anschließend erhalten Sie eine Empfehlung für die Stickstoff-Düngung.

Verfügbar ist die App für iPad, iPhone, Android und Windows Mobile Betriebssysteme.

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