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Ölsaaten

Soja-Spezial Nr. 1: Immer mehr Landwirte bauen Soja an

© Katharina Krenn/agrarheute
von , am
29.01.2014

Der Kreis der Landwirte, die sich im heimischen Soja-Anbau versuchen, wächst. Immer mehr spielen mit dem Gedanken die Kultur anzubauen, doch der Informationsbedarf ist groß und Sojaanbautage gut besucht.

 
Der Vortragssaal des Dasinger Bauernmarkts ist heute gut gefüllt. Landwirte aus ganz Bayern sind angereist, um sich über den Anbau von Sojabohnen zu informieren. Sie wollen von den Erfahrungen der Praktiker profitieren. Denn immer mehr Landwirte versuchen sich im Soja-Anbau. "Es gibt eine konstante, langsame Entwicklung nach oben", stellt der Soja-Anbauer und -Vermarkter Josef Asam fest. Mittlerweile sind es 3.500 Hektar in Bayern - Tendenz steigend. Geht es nach Landwirt Asam, ist das erst der Anfang. In Kanada, einen Land mit ähnlichen klimatischen Bedingungen wie hier, sei der Anbau schon lange selbstverständlich, so seine Meinung. Es sei wie beim Mais - eine ehemals tropische Pflanze, deren Anbau in den Anfängen belächelt wurde und heute nicht mehr weg zu denken ist.
 

Erfolgreiches Anbaunetzwerk

Seit 15 Jahren betreibt Josef Asam zusammen mit seinem Sohn im schwäbischen Landkreis Kissing konventionellen Sojaanbau. Er macht sich stark für den heimischen Anbau gv-freien Sojas und möchte mit Veranstaltungen wie den Sojabautag Landwirte von der Kultur überzeugen. Asam ist nicht nur Produzent, er verarbeitet vor allem die Sojabohnen anderer Erzeuger und betreibt Vertragsanbau. Der Kreis der Bauern wird von Jahr zu Jahr größer, so dass der Landkreis bereits zu einem Schwerpunkt des bayerischen Sojaanbaus geworden ist. Letztes Jahr verarbeitete und verkaufte Asam insgesamt 2.000 Tonnen Soja an die regionale Vermarktungsgesellschaft "Unser Land".Weitere 1.000 Tonnen verarbeitete er für den Eigenbedarf der Landwirte.

Heimischer Soja kokurriert mit Brasilianer

Die Nachfrage nach regionalen Produkten und heimischen gv-freien Futtermitteln steigt zwar, aber die Marktsituation ist und bleibt schwierig. Der bayerische Soja muss mit dem brasilianischen, gentechnikfreien Soja konkurrieren. Bei einem Preis von 65 Euro je Dezitonne winken einige Abnehmer ab, so Asam. Der Brasilianer kostet dagegen 50 Euro je Dezitonne.
 
Der Erzeuger erhielt für eine Dezitonne Rohbohnen letztes Jahr 50 Euro. Dieses Jahr werden es nur 45 Euro sein. "Um die Abnehmer zu entlasten", rechtfertigt Asam den Preisrückgang. Das langfristige Ziel sei jedoch 50 Euro - die Landwirte sollen mehr Werbung für den Regionalsoja machen, so sein Appell. Die internationale Initiative "Donau-Soja", an der Bayern teilnimmt, betrachtet Asam auch aus diesem Grund skeptisch. "Wir wissen noch nicht, ob wir teilnehmen." Groß ist die Angst, dass bei der internationalen Initiative der Preisdruck zu groß ist.

Sojabohne hat Vorteile

Die Sojabohne ist eine ertragsstarke Pflanze, so die Meinung Josef Asams. Im schwierigen Anbaujahr 2013 erreichten die Anbauer in Bayern immerhin einen durchschnittlichen Ertrag von 27 Dezitonnen je Hektar- wenn auch regional die Ergebnisse sehr unterschiedlich waren. Es war bei weitem kein gutes Jahr für die Bohne, denn zum Zeitpunkt der Aussaat war es nass und kalt und in der Vegetationsphase litt die Kultur unter Trockenheit. In 2012 waren die Erträge deutlich höher.
 
Doch die Bohne habe ein gutes regeneratives Wachstum und bildet bei lückigem Bestand Verzweigungen, die den Ertrag deutlich nach oben treiben können, stellt Benno Voit von der LfL Bayern auf dem Sojaanbautag in Dasing fest. Allerdings sei ein lückiger Bestand beim Ökolandbau natürlich problematischer aufgrund der Verunkrautung. Bei Nässe sei die Sojabohne beispielsweise deutlich toleranter als die Erbse, so das Fazit des Pflanzenschutzexperten Hartmut Lindner. Zudem seien Unkräuter wie Kamille und Klettenlabkraut weniger problematisch als beim Raps oder Wintergetreide.
Dies war die erste Folge unserer Videoreihe "Soja-Spezial". Im kommenden Jahr folgen weitere Berichte zu Forschung, Anbau, Ernte, Verarbeitung und Vermarktung der Bohne ...

Öko-Hofreport: Soja- oder Maisanbau in 2014?

 
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