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Sojaanbau: 10 Tipps damit die Impfung klappt

© dlz agrarmagazin
von , am
18.03.2015

Ohne Impfung läuft bei der Sojabohne nichts, denn die nötigen Knöllchenbakterien kommen in unseren Böden nicht vor. Wer es richtig macht, kann einen deutlich besseren Korn- und Eiweißertrag rausholen.

© dlz agrarmagazin
Verschiedene Versuche haben gezeigt, dass ein Impfen der Sojabohnen in der Regel zu einem höheren Korn- sowie Eiweißertrag führt. Eine Impfung bei Mittelpreisen von 20 bis 30 Euro/ha ist daher meist hochwirtschaftlich. Eine fehlende oder unwirksame Impfung kann schnell rund ein Drittel des Ertrags und fünf bis zehn Prozentpunkte beim Eiweißgehalt kosten, sodass sich der Eiweißertrag in etwa halbiert. Daher: Gut geimpft, ist halb gewonnen! Das gilt es dabei zu beachten:

Tipp 1: Impfen!

In der Praxis zeigten die vorgeimpften Saatbohnen in den letzten Jahren immer wieder erhebliche Schwächen, vor allem unter ungünstigen Rahmenbedingungen wie zu lang andauernder Trockenheit, Nässe oder Kälte. Beim erstmaligen Anbau von Sojabohnen auf einem Schlag empfiehlt es sich deshalb, auch vorgeimpftes Saatgut nochmals frisch zu impfen.

Tipp 2: Mehr Impfen!!

Bei nicht vorgeimpftem Saatgut bietet ein Erhöhen der Aufwandmenge auf das 1,5- bis 2-fache der Normaldosis ebenfalls zusätzliche Sicherheit für den ersten Anbau.

Tipp 3: Kühl lagern

Direkte Sonneneinstrahlung oder Erwärmen des geimpften Saatguts auf über 25 Grad Celsius tötet die Knöllchenbakterien ab, ebenso wie chlorhaltiges Wasser.

Tipp 4: Schonend behandeln

Behandeln Sie die Sojabohnen schonend! Jede mechanische Beanspruchung kann die Keimfähigkeit und die Triebkraft reduzieren. Das droht besonders bei weniger als 13 Prozent Feuchte in den Bohnen, weil sie dann sehr leicht brechen.

Tipp 5: Bei größeren Mengen

In der Praxis wird das Impfmittel mit etwas Flüssigkeit aufgelöst und von Hand in einer Wanne oder im Saatkasten mit dem Saatgut vermischt, teilweise auch im langsam laufenden Betonmischer. Für größere Mengen gibt es Dosiereinrichtungen, die das Impfmittel etwa in die Förderschnecken zum Überladen des Saatguts in die Sämaschine einbringen.

Tipp 6: Verkleben verhindern

Bei Produkten mit Flüssigkomponenten wie etwa Force 48 muss das Saatgut nach etwa 20 Minuten nochmals etwas bewegt werden. Das verhindert ein Verkleben und eine Brückenbildung.

Tipp 7: Bei pneumatischen Sägeräten

Impfmittel mit Schutzfilm empfehlen sich besonders bei pneumatischen Sägeraten. Hier besteht die Gefahr, dass das pulverförmige Mittel vom Korn abgesaugt wird.

Tipp 8: Im Juni Knöllchen kontrollieren

Der Erfolg der Impfung sollte  Mitte Juni zu Blühbeginn kontrolliert werden. Ziehen Sie dazu einige Pflanzen vorsichtig heraus oder graben Sie sie besser heraus und enterden Sie sie vorsichtig. Die Knöllchen können beim Herausziehen leicht abgestreift werden.

Tipp 9: Bei fehlenden Knöllchen

Finden sich keine oder nur vereinzelte Knöllchen, empfiehlt sich ausnahmsweise eine N-Düngung, sobald der Bestand aufhellt, ohne dass dies auf eine Herbizidbehandlung im Nachauflauf zurückzuführen wäre.
 
Soja-Spezial: Zu wenig Knöllchen - was nun? 
 

Tipp 10: Nicht zusätzlich düngen!

Sonst keine N-Düngung! Die Knöllchenbildung leidet, wenn sich die Pflanze den Stickstoff (N) leichter aus dem Boden holt, als die Bakterien heranzufüttern. Probleme einer Stickstoffdüngung oder überhöhter Nmin-Gehalte sind nicht nur ein übermäßiges vegetatives Wachstum, das frühzeitiges Lager bewirken kann. Eine weitere Folge kann ein später N-Mangel in der Kornfüllungsphase sein, wenn der Stickstoff aus der Resorption der Knöllchen fehlt. Das geht zulasten sowohl des Ertrags wie auch des Eiweißgehalts.

Erhältliche Impfprodukte für Sojabohnen

Von den bewährten pulverformigen Produkten sind in diesem Jahr (2015) lieferbar:
  • ohne Schutzfilm Biodoz (de Sangosse; im BOLN-Projekt als "Biodoz rhizofilmé" mit Schutzfilm gepruft), HiStick (BASF)
  • mit Schutzfilm Force 48 (BASF) fur bis zu 48 Stunden Haltbarkeit
  • In geringer Menge wird in diesem Jahr Biodoz auch mit 10 kg/ha Mikrogranulat als Biodoz Soja M lieferbar sein
  • Erstmals soll de Sangosse auch ein flussiges Zweikomponentenprodukt aus Argentinien anbieten, das ein Impfen bereits 10 bis 20 Tage vor der Aussaat erlaubt. Es kann jedoch nur in professionellen Beizanlagen eingesetzt werden
 
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