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Ölsaaten

Sojabohnen: Im Mittel 35 Dezitonnen geerntet

von , am
26.12.2013

Bonn - In Deutschland wurden dieses Jahr bundesweit 72 Sorten Soja auf 39 Standorten im Rahmen eines BÖLN-Projekt gestestet. Im Mittel konnten 35 Dezitonnen pro Hektar geerntet werden.

© Mühlhausen/landpixel
Mit geeigneten Sorten und angepassten Anbauverfahren lassen sich im deutschen Sojabohnenanbau Hektarerträge von mehr als 35 Dezitonnen pro Hektar erzielen. Dies ist nach Angaben des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) ein Ergebnis des dreijährigen Forschungsprojektes zu den Potentialen der Eiweißpflanze in Deutschland, die Mitte Dezember beim Sojatag 2013 des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in Frankfurt vorgestellt wurden. Insgesamt wurden in dem wissenschaftlichen Projekt bundesweit 72 Sorten auf 39 verschiedenen Versuchsstandorten geprüft. Dabei haben die Pflanzen nach Angaben des Geschäftsführers vom Deutschen Sojaförderring, Dr. Jürgen Recknagel , sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Umweltbedingungen reagiert. 

Im Süden höhere Hektarerträge

Während im Norden durchschnittlich knapp 27 Dezitonnen pro Hektar geerntet wurden, lagen die Erträge in den mittleren und südlichen Anbaugebieten bei mehr als 35 Dezitonnen pro Hektar. In den nördlichen Produktionsregionen haben dem Wissenschaftler zufolge Sorten wie Merlin oder Lissabon am besten abgeschnitten. Forscher des Julius-Kühn Instituts (JKL) stellten fest, dass zwischen den Sorten große Unterschiede in der Wirkung von anhaltendem Kältestress auf den Ertrag bestünden. Pflanzen mit größerer Toleranz hätten oft den Nachteil, dass sie bis zu 35 Tage später abreiften. Gut schnitten Sorten wie Merlin oder Paradis ab, die Kältephasen mit einer geringeren Verzögerung bei der Abreife von nur fünf Tagen kompensieren könnten.

Folieneinsatz teuer

Eine Möglichkeit, die Sojabohnen im frühen Wuchsstadium zu schützen, ist die Abdeckung der Saat mit Vlies- und Folien. Trotz des Wachstumsvorsprungs in der frühen Entwicklungsphase hätte der zusätzliche Aufwand aber nicht zu höheren Erträgen oder besseren Qualitäten geführt, berichtete Tim Zurheide von der Fachhochschule Osnabrück. Vielversprechender verlief nach seinen Angaben dagegen ein einjähriger Versuch mit biologisch abbaubarerer Folie, die von den Pflanzen beim Wachstum durchstoßen werde. Einem für die nördliche Anbauregion sehr hohen Ertrag von 36 Dezitonnen pro Hektar standen dabei laut Zurheide allerdings Mehrkosten von 200 Euro pro Hektar bis 300 Euro pro Hektar gegenüber.

Wirtschaftlichkeitsrechnungen gewünscht

Sollen die Sojabohnen zu Fütterungszwecken aufbereitet werden, ist laut FiBl-Wissenschaftler Ludwig Asam darauf zu achten, dass die in der Tierernährung unerwünschten Trypsin-Inhibitoren ausgeschaltet werden. Um dabei keine wertvollen Proteine zu zerstören, sei eine kurze zehnminütige Hitzebehandlung mit Dampf und eine anschließende Druckbehandlung das optimale Verfahren, erläuterte Asam. In der abschließenden Diskussion waren sich vor allem die am Sojatag teilnehmenden Praktiker darin einig, dass eine noch detailliertere betriebswirtschaftliche Bewertung des Sojaanbaus in Deutschland erfolgen müsse. Der Moderator der Veranstaltung, Klaus-Peter Wilbois vom FiBL Deutschland, wies darauf hin, dass sich dazu im gerade gestarteten bundesweiten Demonstrationsnetzwerk zur Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von Sojabohnen des Bundeslandwirtschaftsministeriums eine gute Möglichkeit biete.

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