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Ölsaaten

Trotz Neonikotinoidverbot mehr Bienen verendet

von , am
17.08.2015

Bern - Trotz des EU-weiten Moratoriums für den Einsatz von neonikotinoiden Saatgutbeizmitteln hat sich im Winter 2014/15 die Bienensterblichkeit in wichtigen EU-Rapserzeugerländern deutlich erhöht.

Geht es den Bienen gut, funktioniert das Ökosystem. © hikrcn/Fotolia
Das geht aus vorläufigen Zahlen einer mehrjährigen Studie des internationalen Forschungsnetzwerks "Prevention of Colony Losses" (Coloss) hervor. Wie das Institut für Bienengesundheit der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Bern mitteilte, erhöhte sich die Bienensterblichkeit in Deutschland im vergangenen Winter im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,7 Prozentpunkte auf 20,7 Prozent (%). Gleichzeitig wurde für Polen eine Zunahme um 4,3 Prozentpunkte auf 12,7 % und für Tschechien um 10,3 Prozentpunkte auf 16,9 % festgestellt. Für Frankreich wurde eine Sterblichkeitsrate von 12,9 % ermittelt; für 2013/14 lag kein Vergleichswert vor. Die Mortalitätsrate für alle beobachteten Länder verdoppelte sich den Forschern zufolge auf 17,4 %.

Bieneverlust multifaktorielles Problem

Der Koordinator des Netzwerks vom Niederländischen Zentrum für Bienenforschung, Romée van der Zee, erklärte: "Der Verlust von Bienenvölkern ist ein multifaktorielles Problem." Außerdem gebe es regionale Unterschiede bei den Verlusten, die nicht durch den Befall mit Varroamilben herrührten.
 
Seit Dezember 2013 besteht für die drei Neonikotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam in der Europäischen Union aus Gründen des vorsorgenden Bienenschutzes ein Verbot der meisten landwirtschaftlichen Anwendungen. Das Moratorium ist auf zwei Jahre befristet. 
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