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Rapsaussaat

Trotz Trockenheit Vorsicht vor Schnecken

Ackerschnecke an Raps
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
17.08.2018

Nach den trockenen Wochen denkt man nicht an Schnecken. Doch sie haben sich im Boden verzogen und warten nur auf Regen und Raps. Wir zeigen, welche Mittel möglich sind.

Schnecken sind Überlebungskünstler. Die Populationsdichte der Schnecken hat nach der langanhaltenden Trockenheit zwar abgenommen. Prüfen Sie vor der Rapsaussaat trotzdem den Besatz!

Schnecken können keine eigenen Schlupfgänge anlegen und nutzt Bodenritzen und Regenwurmgänge, um in tiefere feuchtere Bodenschichten zu gelangen. Dort können sie sehr lange überleben.

Gute Rückverfestigung und ein feinkrümeliges Saatbeet sind daher für die Bekämpfung besonders wichtig. Nach Raps, bei Mulchsaat oder wenn das Stroh auf der Fläche verblieben ist, bieten sich den Schnecken guter Unterschlupf.

Ködern und zählen

Nach einer Durchfeuchtung des Bodens kommen sie wieder an die Oberfläche. Zur Kontrolle nach Niederschlägen Schneckenfolien oder feuchte Jutesäcke an Feldränder oder Stellen mit grober, klutiger Bodenbeschaffenheit auslegen. Salatblätter dienen als Köder.

Ein durch Walzen gut rückverfestigter Boden weist in der Regel einen geringeren Schneckendruck auf.

Molluskizide in ausreichender Dosis

Werden Schnecken gefunden, sollte die Fläche bald nach der Rapssaat mit Molluskiziden abgestreut werden. Dabei die Aufwandmengen einhalten.

Die Lockwirkung ist nur beschränkt. Kommen Schnecken auf dem Weg zum Schneckenkorn an Rapspflanzen vorbei, werden diese bevorzugt gefressen. Deswegen ist es wichtig, ausreichende Körner pro Quadratmeter auszubringen.

Bei anhaltendem Befall ein zweites Mal behandeln. Eine Schadschwelle, ab der eine Bekämpfung empfohlen wird, gibt es bisher nicht.

Mittel im Überblick

Metaldehyd entzieht der Schnecke Feuchtigkeit, sie trocknet aus. Es wirkt am besten bei nicht zu nassem Wetter zwischen 10 und 18 °C.

Eisen-III-Phosphat lässt bei hohen Temperaturen in der Wirkung nach. Schnecken stellen nach der Aufnahme den Fraß ein und verkriechen sich im Boden, sterben dort ab und sind daher kaum zu finden.

Hier eine Übersicht der möglichen nassgepressten Mittel für 2018:

 
Mittel Wirkstoff, Konzentration (%) Aufwandmenge (kg/ha) max. Zahl der Anwendungen Körner/qm*
Sluxx HP, Derrex

Eisen III-Phosphat, 2,97

7 4 >60
Arinex Metaldehyd, 6 6 2 40
Patrol MetaPads G2 Metaldehyd, 3 3 2 33
Delicia Schnecken-Linsen Metaldehyd, 3 3 2 33
Metarex TDS   Metaldehyd, 5 7 2 30
Metarex Inov   Metaldehyd, 4 4 maximal
17,5 kg/ha/Jahr
30
Mollustop Metaldehyd, 3 3 2 33
Limares Techno Metaldehyd, 5 7 2 30
Axcela Metaldehyd, 6 7 3 25

*Körnermengen/qm sind Herstellerangaben. Erfahrungsgemäß 35 Kö./qm für ausreichende Lockwirkung nicht unterschreiten, sofern es die Zulassung erlaubt.
Angaben ohne Gewähr, Auflagen beachten!
Quelle: Pflanzenschutzdienst Regierungspräsidium Gießen

Nass- oder Trockenpressung?

Nasspressungen sind teurer als die wenig regenbeständigen Trockenpressungen, bei wechselhafter oder regnerischem Schneckenwetter aber zu bevorzugen. Kontrollieren Sie auch nach einer erfolgreichen Behandlung.

Keinesfalls Wegränder mit Schneckenkorn bestreuen, unbedingt auf dem Acker bleiben.

Mit Material von LWK Nordrhein-Westfalen, Regierungspräsidium Stuttgart, Pflanzenschutzdienst Regierungspräsidium Gießen

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Aktuelles Heft November 2018

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