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Ölsaaten

Überblick: Krankheiten bei Körnerleguminosen

von , am
02.06.2015

Anfang Juni können in Körnerleguminosen pilzliche Schaderreger wie die Brennfleckenkrankheit oder die Grauschimmelfäule auftreten. Auch Rostkrankheiten wie Mehltau können auftreten.

Schadbild Echter Mehltau bei Erbsen © LfL Bayern
In Körnerleguminosen können bei günstigen Witterungsbedingungen die Brennfleckenkrankheit (Ascochyta fabae bzw. pisi), insbesondere aber die Schokoladenfleckenkrankheit (Botrytis fabae) und die Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea) wirtschaftliche Bedeutung erlangen. Da die pilzlichen Schaderreger einen hohen Wärme- und Feuchtigkeitsanspruch haben, treten sie in der Regel erst ab Ende Mai/Anfang Juni (Blüte) auf.
 
Etwas später können Rostkrankheiten sowie Echter- und Falscher Mehltau auftreten. Nach bisherigen Erkenntnissen sollten Fungizidapplikationen nur bei hohem Befallsdruck in Erwägung gezogen werden, so die Empfehlung des Pflanzenbauforums ISIP.

Falscher Mehltau

Schadbild Falscher Mehltau bei Erbsen © ISIP
Auftreten: Der falsche Mehltau wird durch Pflanzenreste im Boden übertragen. Er wird durch kühle, feuchte Witterung begünstigt.
Schadbild: Es entstehen oberseits 1 mm bis mehrere Zentimeter große helle, durchscheinende, später gelbe bis braune Flecke, die von den Blattadern begrenzt sein können. An der Blattunterseite sind die Befallsstellen mit einem graublauen Pilzrasen bedeckt

Echter Mehltau

Auftreten: tritt vor allem bei trockener und warmer Witterung häufiger auf. Echter Mehltau wird regelmäßig in allen Erbsenanbaugebieten der Erde beobachtet und kann bei frühzeitiger Besiedlung zu hohen Ertragsausfällen führen.
 
 
Schadbild: Auf Blättern, Stängeln und Hülsen bildet sich ein dichter, weißer, später grauer Mycelbelag. Bei Hülseninfektionen durchdringt der Erreger die Hülsenwand und geht auf die Samen über.

Brennfleckenkrankheit

Auftreten: Die Ausbreitung der Pilze wird durch hohe Luftfeuchte, engen Pflanzabstand, Verletzungen im Gewebe und Stickstoffunterversorgung gefördert. Der Pilz gelangt bei allen Pflanzen über erkranktes Saatgut in den Garten.
Schadbild Erbsen: Die Blätter und Schoten sind mit unförmigen, hellbraunen, spröden Flecken mit dunkler Umrandung versehen. Sie verschmelzen, auf diesen eingesunkenen Feldern bilden sich Fruchtkörper der Pilze. Es entstehen hellrote Ausscheidungen.
Schadbild Bohnen: Die Bohnenhülsen weisen eingesunkene, braune, rotumrandete Flecken auf, auf denen sich hellrote Pilzsporen bilden. Später dringt der Pilz in die Bohnenhülsen ein und befällt die Samen, welche dunkle Flecken bekommen. Buschbohnen sind sehr anfällig, Feuer- und Stangenbohnen dagegen relativ unempfindlich.

Schokofleckenkrankheit

Schadbild Schokoladenfleckenkrankheit bei Ackerbohne © LfL Bayern
Auftreten: Die Pilzkrankheit tritt vor allem an Ackerbohnen auf. Sie braucht zum optimalen Wachstum ein höheres Wärme- und hohes Feuchteangebot. Der Pilz erscheint  im Hauptfruchtanbau erst Ende Mai bis Anfang Juni. Im Zwischenfruchtanbau finden sich die ersten Flecken kurz nach Auflauf.
Schadbild: Meist erst nach der Blüte sind die Blätter mit zahlreichen kleinen runden braunen Flecken überzogen, deren Zentrum hell glänzt. Bei feuchtwarmer Wit- terung entsteht das zweite Befallsbild in Form von großen brau- nen Flecken, die teilweise dunkelbraun bis grau umrandet sind und ringförmige Zonierung aufweisen. Fließen die Flecken zu- sammen, werden damit Fiederblätter zum Absterben gebracht. Auch auf Stängeln und Hülsen entstehen Flecken.

Viruskrankheiten

Autreten: Etwa ein Dutzend verschiedener Viruskrankheiten sind entweder einzeln oder in Mischinfektionen an dem Komplex Viruskrankheiten beteiligt. Einige Virosen werden über das Saatgut verbreitet, die Mehrzahl jedoch von verschiedenen Blattlausarten übertragen. Schadbild: Vor allem auf Erbsen und Ackerbohnen zeigen sich an den Blättern Adernaufhellungen sowie eine mosaikartige hell-dunkelgrüne Musterung. Meist sind die unteren Blattetagen völlig normal entwickelt und erst ab jenen Blättern, die im noch zusam- mengefalteten Zustand von Blattläusen besiedelt wurden, zeigt sich diese Scheckung. Die infizierten Blätter sind leicht gekräuselt und an den Rändern nach unten gebogen. Allen Infektionstypen ist gemeinsam, dass im Bereich dieser veränderten Blätter die Hülsen entweder verkrüppeln oder völlig verkümmern.

Grauschimmelfäule

Auftreten: Bei anhaltend feuchter Witterung kann Botrytis bei frühem Ausbruch zu starken Verlusten führen. Sie ist in den meisten Jahren im Bestand zu finden.
Schadbild: Verrottende Blütenblätter sind in der Regel Aus- gangspunkt der Infektionen. Bei längerem Kontakt mit wachsen- der Hülse kann die Verbräunung an der Basis unter den Kelchblät- tern beginnen. Fällt der Blütenrest auf eine Blattspreite, bilden sich Nekrosen, die auch den Stängel schädigen. Mausgrauer Spo- renbelag auf den Befallsstellen ist bei Feuchtigkeit leicht zu se- hen. Schlecht durchlüfteter unterer Blattbereich ist besonders ge- fährdet.
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