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Ölsaaten

Ukraine: Anbau von Sojabohnen steigt

von , am
02.04.2013

Kiew - In der Ukraine könnte die Sojabohnenernte mit drei Millionen Tonnen bis zu einem Viertel höher als im Vorjahr ausfallen. Mittlerweile gehört die Ukraine zu den Top 10 der weltweit führenden Anbauregionen.

Mit Verlusten von 12 Cent liegt die Sojabohne wieder unter der wichtigen 10-Dollar-Marke. © hapo/landpixel
In der Ukraine entwickelt sich die Produktion von Sojabohnen zu einem lukrativen Geschäft und wird voraussichtlich weiter ausgebaut. Wie die russische Wirtschaftszeitschrift "Expert" berichtete, wollen die Erzeuger die Anbaufläche in diesem Jahr auf 1,5 Millionen Hektar (Mio ha) bis 1,6 Mio ha ausdehnen, nachdem sie in der vergangenen Saison 1,47 Mio ha mit der Eiweißpflanze bestellt hatten.

Sojaexporte bis zu 1,7 Millionen Tonnen

Noch kräftiger soll es mit der diesjährigen Erntemenge nach oben gehen: Nach einer Prognose der Agentur UkrAgro Consult könnten zwischen 2,7 Millionen Tonnen (Mio t) und 2,9 Mio t eingefahren werden; der Ukrainische Agrarbusiness-Klub (UKAB) erwartet gar ein Ernteergebnis von bis zu drei Millionen Tonnen, während die Druschmenge mit 2,4 Mio t in der vergangenen Saison aufgrund der sommerlichen Dürre und rückläufiger Erträge nur zwei Prozent größer als 2011 ausgefallen war.
Trotzdem dürften laut UKAB-Generaldirektor Wladimir Lapa im laufenden Wirtschaftsjahr von September 2012 bis August 2013 bis zu 1,5 Mio t Sojabohnen an Kunden im Ausland verkauft werden. Das Kiewer Landwirtschaftsministerium rechnet sogar mit Sojaexporten von bis zu 1,7 Mio t, nachdem bereits im vorherigen Wirtschaftsjahr 2011/12 ein Anstieg um rund 37 % auf mehr als 1,48 Mio t zu verzeichnen war. Nach aktuellen Zahlen von UkrAgroConsult führte die Ukraine in den Monaten September bis Dezember 2012 bereits etwa 538 000 t Sojabohnen aus; im Vorjahreszeitraum waren es lediglich 389 000 t gewesen.

Sojaanbau lohnt sich

Schon seit mehreren Jahren erlebt die Produktion von Soja- bohnen in der Ukraine einen regelrechten Aufschwung; in etwas mehr als einer Dekade hat sich das Land zu einem der zehn weltweit bedeutendsten Produzenten und Exporteure von Soja entwickelt. Lapa zufolge ist dies auch auf eine hohe Rentabilität zurückzuführen. Bezogen auf einen Hektar stünden je nach eingesetzter Technologie Produktionskosten umgerechnet 237 Euro bis 380 Euro Einnahmen zwischen 475 Euro und 759 Euro gegenüber. In dieser Saison sei das Verhältnis noch günstiger, da der Abgabepreis ab Betrieb mit 427 Euro pro Tonne bis 437 Euro pro Tonne um ein Drittel über dem Niveau des vorigen Wirtschaftsjahres 2011/12 liege. Damit hätten sich die Preise denen für Sonnenblumen und Ölraps angenähert, erläuterte Lapa.

Soja ist wichtiges Exportgut

Laut Lapa ist Soja nach Weizen und Körnermais mittlerweile zum drittwichtigsten Exportgut unter den landwirtschaftlichen Kulturen der Ukraine geworden. Unterdessen entwickle sich im Land auch eine Verarbeitungsindustrie zur Erzeugung von Pflanzenöl und Futtermitteln, berichtete der UKAB-Generaldirektor. Die Inlandsnachfrage nach Soja als Futtermittel sei im Zusammenhang mit der Aufstockung der Geflügel- und Schweinebestände gestiegen. Inzwischen werde Sojaschrot in kleineren Mengen auch exportiert, unter anderem in die Nachbarländer Polen und Weißrussland. Allerdings schürt dies den Konkurrenzkampf zwischen den Exporteuren und Verarbeitern, weshalb laut Marktexperten in der Ukraine zum Ende dieses Wirtschaftsjahres Defizite und weiter steigende Preise am heimischen Sojamarkt nicht auszuschließen sind.

Nachgefragt: Das ukrainische Getreidejahr 2013

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