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Ölsaaten

USA: Korrektur der Sojaernte nach oben erwartet

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von , am
09.10.2012

Laut aktuellen Schätzungen privater Analysten sind die Produktionsdaten beim Soja besser als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr fällt die US-Ernte jedoch erheblich kleiner aus.

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Das USDA schätzte die Sojaernte beim bislang größten Produzenten und Exporteur zuletzt auf 71,7 Millionen Tonnen (Mio. t.). Das wäre eine mehr als 11 Mio. t kleinere Ernte als im letzten Jahr und sogar knapp 19 Mio. t weniger als 2010. Private Analysten gehen nun, wegen der Regenfälle in einigen wichtigen Anbauregionen, von einer Verbesserung der Erträge und damit auch der Produktionsmengen aus.
 
Im Mittel der Analystenschätzungen ergibt sich eine US-Sojaernte von 75,39 Mio. t und damit im Vergleich zur letzten USDA-Prognose ein Anstieg von gut fünf Prozent. In der Spanne pendeln die Analystenschätzungen zwischen 70,76 und 79 Mio. t.

Regen bringt bessere Erträge

Grund für die diesen erwarteten Produktionsanstieg sind die etwas höheren Erträge infolge der Regenfälle in einigen wichtigen Anbauregionen. Das USDA hatte die durchschnittlichen Sojaerträge im September auf 2,37 Tonnen je Hektar (t/ha) geschätzt. Nach Analystenmeinung müssten die Sojaerträge in der neuen USDA-Prognose um knapp 5 Prozent auf 2,48 t/ha steigen. Die Spanne der Ertragserwartung schwankt zwischen 2,38 und 2,58 t/ha. Im letzten Jahr lagen die Durchschnitterträge allerdings bei 2,79 t/ha und vor zwei Jahren sogar bei 2,92 t/ha.

Erntefortschritt schon sehr groß

Globaler Sojapreisindex (Exportpreise)
Die Erntefläche wurde vom USDA im September auf 30,2 Mio. Hektar geschätzt nach 29,8 Mio. ha im letzten Jahr und 31 Mio. ha vor zwei Jahren. Die US-Analysten rechnen im Vorfeld der neuen USDA-Prognose mit einer Erntefläche von 30,19 Mio. ha und damit mit einer etwa so großen Erntefläche wie das USDA. Die Spanne bewegt sich von 29,67 Mio. ha bis 30,52 Mio. ha. Anfang Oktober waren bereits 41 Prozent der gesamten US-Sojafläche abgeerntet, im Vergleich zu 19 Prozent im langjährigen Mittel. Damit besteht ähnlich wie bei Mais derzeit ein gewisser temporärer Angebots- (und Preisdruck), der angesichts der insgesamt knappen Versorgung jedoch schnell wieder verschwinden dürfte.

Preise bis zum Frühjahr sehr hoch

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
In den USA scheint die erwartete etwas höhere Produktion an den Terminmärken jedoch bereits eingepreist. Sollte die von den Analysten erwartete Produktionszunahme vom USDA nicht ausreichend berücksichtigt werden, könnten die Preise deutlich zulegen. Bei einem über den Erwartungen liegenden Erntezuwachs dürften die Preise entsprechend nachgeben. An den Terminmärkten haben die Preise im Vormonat um rund 15 Prozent nachgegeben. Das Niveau ist jedoch weiterhin sehr hoch. Die Preise halten sich zunächst bis zur neuen Ernte in Südamerika (März) auf dem hohen Niveau und gehen erst danach zurück.
 

Hofreport: Sojaanbau im Versuch

 
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