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Ölsaaten

USDA-Report: Größeres Sojaangebot drückt die Preise

von , am
13.11.2012

Ganz so knapp wie bisher gedacht ist das globale Sojaangebot nicht. Das geht aus dem neuen USDA-Report hervor. Der US-Terminmarkt reagierte mit einer Talfahrt.

Die Brasilianer sollen dieses Jahr mit 111 Mio. t eine Rekordsojaernte einfahren. © landpixel
Auch an den Exportmärket gerieten die Preise für Soja und Schrot massiv unter Druck und zogen dabei auch die Getreidepreise mit nach unten.
 
Grund für die Korrektur sind die besseren Aufwuchsbedingungen für US-Soja in der letzten Wachstumsphase. Dies hatte nach Oktober die zweite deutliche Korrektur der US-Ernte nach oben zur Folge.

US-Ernte zehn Millionen Tonnen größer als im September

Wurde die US-Sojaernte in Folge der massiven Trockenheit im September noch auf 71 Millionen Tonnen (Mio. t) geschätzt, haben die Regenfälle zum Ende der Wachstumsperiode offenbar noch zu einer signifikanten Verbesserung der Erträge geführt. Nach einem Produktionszuwachs von sechs Mio. t auf 77,8 Mio. t kam im November ein weiterer Aufschlag von drei Millionen auf 80, 9 Mio. t dazu. Damit liegt das USDA 14 % (zehn Mio. t) über der September-Prognose und etwa auf dem für Brasilien erwarteten Niveau.
 
Auch den Export haben die US-Experten im November um zwei Millionen Tonnen auf 36,6 Mio. t nach oben gesetzt. Damit haben die USA fast wieder das Ausfuhrvolumen des Vorjahres (37 Mio. t) erreicht. Die Verarbeitungsmenge (crush) ist zwar ebenfalls etwas größer als im Oktober jedoch erheblich kleiner als im letzten Jahr. Den größte Teil der "Mehrproduktion" exportieren die USA in Form von Bohnen direkt nach China.

Chinesen kaufen den Weltmarkt leer

Die chinesischen Einfuhren wachsen vor dem Hintergrund des größeren Angebots und der etwas niedrigeren Preise um zwei Millionen auf 63 Mio. t. Das sind zwei Drittel aller überhaupt gehandelten Sojabohnen.
 
Die aktuelle chinesische Sojaproduktion ist mit etwa 12,6 Mio. t beinahe zwei Millionen Tonnen kleiner als im letzten Jahr. Grund ist der anhaltende Rückgang der Anbaufläche. Gegenüber dem Vorjahr schrumpfte die Sojafläche um 0,7 Millionen Hektar (Mio. ha) und gegenüber 2010 sogar um 1,3 Mio. auf jetzt 7,2 Mio. ha. Die chinesische Importmenge bei Sojabohnen hat allein von 2008 bis 2012 um über 50 % (20 Mio. t) zugenommen. 

Europäer importieren Sojaschrot

Für die Europäer ergeben sich wegen des Preisrückgangs der letzten Wochen ebenfalls etwas bessere Importmöglichkeiten. Die Einfuhr wächst im Vergleich zu Oktober leicht auf elf Millionen Tonnen, liegt damit aber immer noch etwas niedriger als im Vorjahr und sogar deutlich niedriger als vor zwei Jahren.
 
Dennoch ist die EU nach China der zweitgrößte Importeur mit einem Marktanteil von rund elf Prozent am Sojahandel.
 
Unverändert zum Vormonat und etwas größer als im letzten Jahr bleibt hingegen die europäische Einfuhrmenge bei Sojaschrot mit 21,9 Mio. t. Hier ist die EU mit einem Marktanteil von 37 %, deutlich vor Indonesien, Thailand und Japan der mit Abstand größte Importeur. 

Alles bestens in Südamerika?

Keine Änderungen hat das USDA an der noch in der Aussaat befindlichen Sojaernte Südamerikas vorgenommen. Auf der Basis einer Flächenausweitung in Argentinien um zwei Mio. ha auf 19,7 Mio. ha und in Brasilien um 2,5 Mio. ha auf 27,5 Mio. ha, prognostiziert das USDA - ebenso wie südamerikanische Analysten - bislang Rekordernten von 81 Mio. t für Brasilien und 55 Mio. t für Argentinien.
 
Die witterungsbedingte Verschiebung der Aussaat und die Überflutungen in Argentinien haben sich bisher noch nicht in den Zahlen niedergeschlagen. So bleibt auch der Export für Brasilen mit 37,4 Mio. und für Argentinien mit zwölf Mio. t auf dem hohen Niveau des Vormonats. Brasilen wäre damit weiterhin vor den USA und Argentinien der größte Exporteur von Sojabohnen. Argentinien würde zudem mit einer Ausfuhrmenge von knapp 30 Mio. t Sojaschrot ebenfalls einen Rekord erreichen, ebenso wie Brasilien mit dem Export von 14,5 Mio. t Schrot.

Sojapreise rauschen abwärts

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Die Sojapreise haben innerhalb weniger Tage massiv nachgegeben und ziehen nun auch die Getreidepreise mit nach unten. An den US-Exporthäfen kostetet Soja zur Lieferung im November am Freitag noch 569 USD/t nachdem die Kurse Anfang November noch bei 605 USD/t lagen. Cif-Rotterdam wurde US-Soja am Montag nur noch für 570 USD angeboten und damit 20 USD/t billiger als am Freitag. Brasilianische Bohnen zur Lieferung ab März fielen auf 578 UDS/t. Auch die Soja-Schrotpreise gaben kräftig nach und lagen am Montag in Hamburg bei 414 Euro/t (fob LKW) und waren rund 13 Euro günstiger als am Freitag. 
 
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