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Ölsaaten

USDA/ Soja: Stabile Prognosen für Südamerika

von , am
13.12.2012

Beim Soja hat der neue USDA-Bericht keine größeren Veränderungen der Handelsdaten gebracht. Lediglich die globalen Endbestände schrumpfen wegen der größeren Verarbeitung zu Sojaschrot.

Die Brasilianer sollen dieses Jahr mit 111 Mio. t eine Rekordsojaernte einfahren. © landpixel
Für die beiden großen südamerikanischen Produzenten Brasilien und Argentinien hat das USDA die für das kommende Frühjahr erwartete Erntemenge unverändert gelassen. Für beide Länder werden Rekordernten und Rekordexporte bei Soja und auch bei Schrot und und Öl erwartet. Dabei liegt die argentinische Sojaaussaat wegen der schweren Regenfälle und Überschwemmungen deutlich hinter dem üblichen Zeit Fenster. Überreichweise ist die Aussaat von Soja in Argentinien im Dezember abgeschlossen. Mitte des Monats war jedoch gerade einmal die Hälfte der erwarteten Rekordfläche bestellt.
 

Ausgleich durch Zweitfruchtanbau möglich

Ein Teil Sojas wird in Argentinien als Zweitfrucht nach Weizen (im Dezember/Januar) ausgesät und kann so bestimmte Ausfälle noch ausgleichen. Derzeit liegt die Ertragserwartung des USDA für Argentinien bei 55 Millionen (Mio t.) und damit noch über der bisherigen Rekordernte von 2008 (54,5 Mio. t). Unterstellt wird eine Aussaat auf 19,8 Mio. ha und damit einen Zuwachs von 2,2 Mio. ha (einschließlich Zweitfruchtanbau) gegenüber dem Vorjahr. Den argentinischen Sojaexport schätzt das USDA ebenfalls unverändert auf 12 Mio. t und die Ausfuhr von Sojaschrot auf knapp 29 Mio. t sowie von Sojaöl auf vier Mio. t. Bei Schrot und Öl ist Argentinien weiterhin der mit Abstand größte Exporteur.
 

Riesenernte in Brasilien erwartet

Für Brasilien erwartet das USDA wie im Vormonat eine Produktion von knapp 81 Mio. t Soja. Auf Basis einer Flächenausweitung von 2,5 Mio. ha auf 27,5 Mio. ha würde damit ein Produktionszuwachs gegenüber der schwachen Vorjahresernte (Trockenheit in Südbrasilien) von 14,5 Mio. t oder 22 Prozent erreicht. Gleichzeitig hätten die Brasilianer über 37 Mio. t Sojabohnen und knapp 15 Mio. t Schrot für den Export zur Verfügung und würden die USA als größten Exporteur (und Produzenten) überholen. Aber noch müssen einige Monate bis zur Ernte vergehen und wie das letzte Jahr und der derzeitige Regen in Argentinien zeigen, kann noch einiges geschehen.
 

Verluste in Paraguay

Wegen witterungsbedingter Probleme zurückgestuft hat das USDA die Produktionsprognose für Paraguay, den drittgrößten südamerikanischen Produzenten und Exporteur und weltweit die Nummer vier unter den Exporteuren. Anderseits erwarte man für Kanada eine etwas größere Ernte und damit auch eine Ausweitung des Exportpotentials und damit auch einen Ausgleich der Ausfälle in Paraguay.
 

China importiert immer mehr

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Auch bei den wichtigsten Importeuren gab es kaum Veränderungen. Der Einfuhrbedarf Chinas wurde weiter auf 63 Mio. t veranschlagt und damit acht Prozent bzw. 4 Mio. t größer als im letzten Jahr. Mittlerweile kauft China etwa zwei Drittel der weltweit gehandelten Sojabohnen und sogar eine größere Menge als die gesamte argentinische Ernte. Für die EU wurde die Einfuhrmenge leicht um 0,3 Mio. auf 11,3 Mio. t nach oben gesetzt. Dafür korrigierte das USDA den Import von Sojaschrot in die EU um 0,2 Mio. t auf 21,7 Mio. t nach unten. Nach wie vor ist die EU der mit Abstand größte Importeuer von Schrot und importiert 37 Prozent der gesamten globalen Handelsmenge.
 
 

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