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Ölsaaten

USDA: US-Sojaexporte um ein Fünftel größer

von , am
12.10.2012

Am Sojamarkt sind die Preise nach dem neuen USDA-Report kräftig gestiegen. Dabei ist die erwartete Korrektur der US-Ernte nach oben deutlich größer ausgefallen als Analysten vermutet hatten.

© Mühlhausen/landpixel
Die erwartete Korrektur der amerikanischen Sojaernte ist deutlich größer nach oben ausgefallen und auch die Lagerbestände übertrafen infolge der größeren Ernte die Prognosen. Die US-Sojaernte wurde im Oktober-Report des USDA auf 77,8 Millionen Tonnen (Mio. t) geschätzt. Im Vergleich zum Vormonat ist dies Anstieg der Produktion um 6 Mio. t oder 8,5 Prozent.
 
Analysten hatten im Vorfeld lediglich einen Produktionszuwachs von 5 Prozent erwartet. Die Regenfälle in Ende August und im September hatten nach Einschätzung des USDA jedoch für eine merkliche Verbesserung des Ertragspotentials von 2,37 Tonnen je Hektar (t/ha) auf 2,54 t/ha gesorgt. Außerdem hat das USDA die Erntefläche um etwa 0,4 Mio. ha auf 30,6 Mio. ha nach oben gesetzt. Anfang Oktober waren 60 Prozent der Sojaflächen abgeerntet, nach 40 Prozent im langjährigen Mittel.

US-Exporte wachsen um 20 Prozent

Auschlaggebend für die Preis-Rallye war indessen die deutliche Ausweitung der US-Sojaexporte von 28,7 Mio. t im September auf 34,4 Mio. t im aktuellen USDA-Report. Dies ist ein Anstieg der US-Ausfuhren von knapp 6 Mio. t bzw. fast 20 % und spiegelt die zuletzt sehr dynamische Entwicklung der US-Ausfuhren wider. Insbesondere China hat trotz der hohen Preise zuletzt unverändert große Mengen Soja in den USA gekauft und ist bis zur neuen Ernte in Südamerika auf die Ware aus den USA angewiesen. Die US-Lagerbestände schrumpfen im Vergleich zum Vorjahr zwar um 1 Mio. t auf 3,5 Mio. t. Im Vormonat hatte man jedoch noch einen stärkeren Rückgang auf etwa 3 Mio. t erwartet.

Gewaltige Anbauexpansion in Südamerika

Globaler Sojapreisindex
Entscheidend für die Entwicklung am Sojamarkt wird indessen die neue Ernte in Südamerika sein. Hier rechnet das USDA – wie südamerikanische Analysten auch – mit einer gewaltigen Anbauexpansion und Rekordernten. Für Brasilen geht man derzeit von einem Flächenzuwachs von 2,5 Mio. ha auf 27,5 Mio. ha aus und auch in Argentinien soll der Anbau um 2 Mio. ha auf 19,7 Mio. ha wachsen.
 
Allerdings hat die Sojaaussaat in beiden südamerikanischen Ländern gerade erste begonnen und in Nordwest-Brasilen waren die Aussaatbedingungen bislang nicht optimal. Dort könnte es wegen ausbleibender Niederschläge zu einer Verzögerung der Aussaat und zu niedrigeren Erträgen kommen. Gleichzeitig berichten regionale Analysten jedoch darüber, dass noch mehr Farmer von Mais und andere Kulturen zum Soja wechseln und die Anbaufläche damit sogar noch größer ausfallen könnte.

Produktionsrekorde wahrscheinlich

Angenommen die Niederschläge und Witterungsbedingungen in Brasilien und Argentinien sind zumindest durchschnittlich, rechnet man für die Brasilen er mit einer Rekordernte von 81 Mio. t, nach 66,5 Mio. t im letzte Jahr und 75,5 Mio. t beim bisherigen Produktionsrekord 2011. Brasilianische Analysten (conab) erwarten die Ernte in einer aktuellen Schätzung zwischen 80 und knapp 83 Mio. t. Für Argentinien liegen die Schätzungen des USDA bei einer Ernte von 55 Mio. t, nach 41 Mio. t im letzte Jahr und 49 Mio. t vor zwei Jahren.
 
Das argentinische Landwirtschaftsministerium erwarte eine Ernte 54 Mio. t, private Analysten rechnen mit 54 bis 60 Mio. t. USA gewinnt Marktanteile im Export Die Ausfuhrmenge der Südamerikaner hat das USDA im Vergleich zum September – wegen der größeren US-Ernte – etwas gekürzt. Für Brasilen geht man jetzt von einer Ausfuhr von 37,4 Mio. t aus, nach 39,1 Mio. t im September und für Argentinien erwartet das USDA Exporte von 12 Mio. t, nach 13,5 Mio. t im September. Außerdem rechnet das USDA für Argentinien mit Ausfuhren von Sojaschrot von knapp 30 Mio. t und für Brasilien von 14,5 Mio. t. Im Vergleich zum Vormonat sind diese Mengen stabil.

Chinas Importe wachsen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Bei den großen Importeuren hat USDA die Importe Chinas um 1,5 Mio. t gegenüber September und sogar um 3 Mio. t gegenüber dem Vorjahr auf 61 Mio. t nach oben gesetzt. Das sind mehr als zwei Drittel aller Sojaimporte. Die Einfuhren der EU bleiben mit 10,7 Mio. t Soja, im Vergleich zum Vormonat und auch gegenüber dem Vorjahr stabil. Auch bei Sojaschrot bleibt die Einfuhrmenge der EU - als weltweit größter Importeur – mit 21,9 Mio. t im Vergleich zum Vormonat relativ stabil. Gegenüber dem letzten Jahr ist dies allerdings eine Zunahmen 0,5 Mio. t.
 

 
 
 
 
 
 
 
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