Login
Ölsaaten

USDA: Versorgung mit Soja bleibt bis zum Herbst knapp

von , am
14.06.2012

Washington - Für das zu Ende gehende Wirtschaftsjahr erwartet das US-Landwirtschaftsministerium die kleinste Sojaproduktion seit 2008. Die neue Saison lässt allerdings auf eine Rekordernte hoffen.

© landpixel
Die Prognosen für die neue Saison 2012/13 lassen auf eine neue globale Rekordernte sowie eine deutlich komfortablere Versorgung hoffen. Allerdings ist die Anbaufläche in den USA gegenüber dem Vorjahr – trotz der hohen Preise – nicht ausgeweitet worden. Fraglich sind zudem die bisherigen Ertragserwartungen für die im Herbst anstehende neue US-Ernte, denn die US-Hauptanbaugebiete leiden unter Trockenheit.
 
In Südamerika erwartet man auf Basis der bislang vorliegenden Anbauplanungen hingegen neue Rekordernten. Hier ist der Soja allerdings noch nicht einmal im Boden, denn die Aussaat für die neuen Ernte erfolgt Südamerika erst im Dezember.

Anbauexpansion in Südamerika

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Für die zu Ende gehende Saison liegen die Produktionsschätzungen des USDA bei 236 Millionen Tonnen (Mio.t) und damit rund elf Prozent (%) oder knapp 30 Mio. t unter dem sehr guten Ergebnis des Vorjahres. Die Folge der kleineren Ernte war ein deutliches Abschmelzen der Bestände um etwa 17 Mio. t auf 53 Mio. t. Der weltweite Verbrauch von Soja lag bei rund 253 Mio. t und damit deutlich höher als die Produktion. Ursache für den starken Produktionseinbruch sind die witterungsbedingt kleineren Ernten in Südamerika. In Argentinien schrumpfte die Sojaernte von 49 Mio. t auf 41,5 Mio. t und in Brasilien von 75,5 auf 65,5 Mio. t. Auch in den USA fiel die Produktion mit 83 Mio. t fast 8 Mio. t kleiner aus als im Jahr zuvor.
 
Die in der neuen Saison erwartet globale Rekordernte von 271 Mio. t stützt sich auf die erwartet Anbauexpansion in Südamerika. In Brasilen geht man bislang von einer Flächenausweitung um 1,5 Millionen Hektar (Mio. ha) auf 26,5 Mio. ha und in Argentinien von rund 2 Mio. ha auf 19,7 Mio. ha aus.

China braucht immer mehr Soja

Sicher scheint dem USDA auch, dass China seine Importmenge weiter ausbaut. Derzeit rechnet man damit, dass das Reich der Mitte im nächsten Jahr 61 Mio. t Soja importiert, nach 57 Mio. t in diesem Jahr. Damit würde der chinesische Markt fast zwei Drittel aller Sojaimporte aufnehmen. Für die EU rechnet man mit einer ähnlich großen Importmenge wie in diesem Jahr (elf Millionen Tonnen). Der Anteil an allen Importen würde damit zwölf Prozent betragen. Allerdings ist die EU der Abstand größte Importeur von Sojaschrot. Auch hier rechnet man jedoch mit relativ stabilen Importmengen von 21,9 Mio. t. Dies sind 37 % aller Schrotimporte.
Auch interessant