Login
Ölsaaten

USDA/Soja: Dürreschäden beim Soja

von , am
14.08.2012

Washington - Die Hitzewelle in den USA drückt auch die US-Sojaernte deutlich nach unten. Damit wird das Angebot bis zur neuen südamerikanischen Ernte (März bis Mai) knapp.

© landpixel
Für die globale Gesamtbilanz rechnen die US-Experten zwar damit, dass ein Teil der US-Verluste durch eine Anbau- und Produktionsexpansion in Südamerika kompensiert werden kann. Allerdings wird das südamerikanische Soja erst im September/Oktober gepflanzt. Bis zu Ernte vergehen also noch einige Monate mit einem äußerst knappen globalen Angebot.
 
Die zurückliegende Ernte in Südamerika blieb nämlich wegen der Trockenheit in Argentinien und Südbrasilien deutlich unter den Erwartungen.

Sojaproduktion in den USA bricht ein

Für die Oktober/November in den USA anstehende Sojaernte hat das USDA seine Produktionsprognose im August um zwölf Prozent auf 73 Millionen Tonnen (Mio. t) gesenkt. Das wäre die kleinste Ernte seit 2007. Zwar können die später reifenden Sojapflanzen anders als der Mais durchaus noch von den jüngsten Regenfällen im Mittelwesten profitieren. Jedoch sind die Schäden in einigen Bundesstaaten schon gravierend.
 
In seinem wöchentlichen Crop-Monitoring hat das USDA den Zustand von 39 Prozent (%) der Sojapflanzen als schlecht oder sehr schlecht eingestuft. Im letzten Jahr kamen lediglich 13 % der Pflanzen in diese niedrigste Kategorie.

Versorgung bis zum Frühjahr eng

Mit dem Produktionseinbruch in den USA schrumpft natürlich auch das Exportpotential des wichtigsten Eiweißfutters deutlich. Das USDA setzte die erwartete Exportmenge der Amerikaner in der aktuellen Prognose um sieben Millionen auf 30 Millionen Tonnen nach unten und reduzierte damit das ohnehin schon knappe globale Angebot bis zur neuen südamerikanischen Ernte (März bis Mai) im nächsten Jahr drastisch.

Starke Anbauexpansion in Südamerika

Die Südamerikaner hatten wegen der Trockenheit im letzten Jahr deutlich weniger geerntet als erwartet und zum Jahresbeginn eine Rallye bei den Soja- und Schrotpreisen ausgelöst. Angesichts der hohen Weltmarktpreise geht man nun für den Herbst von einer Anbauexpansion in Brasilien von 2,5 Millionen Hektar (Mio. ha) auf 27,5 Mio. ha und in Argentinien um zwei Millionen auf 19,7 Mio. t ha aus.
 
Daraus würden sich bei durchschnittlichen Erträgen Rekordernten von 81 Mio. t für Brasilien und 55 Mio. t für Argentinien ergeben. Im zurückliegenden Jahr ernteten die beiden Länder 65,5 Mio. t beziehungsweise 41 Mio. t.

Brasilien könnte die USA überholen

Diese sehr großen Ernten würden für die beiden südamerikanischen Topproduzenten auch Rekordexporte sowohl bei Sojabohnen und auch bei Sojaschrot ermöglich. Brasilien würde die USA nicht nur als größten Produzenten überholen sondern auch als größten Exporteur. Argentinien könnte zudem seinen Sojaschrotexport weiter auf erstmals 30 Mio. t ausdehnen. Noch werden jedoch bis zur neuen Ernte noch eine Reihe von Monaten vergehen.

China braucht immer mehr Soja

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Angesichts der hohen Weltmarktpreise hat das USDA die Importe Chinas im August um 1,5 Mio. t auf 59,5 Mio. t reduziert. Auch das wäre noch eine neue Rekordmenge und entspräche beinahe zwei Drittel des gesamten Welthandels. Die EU als zweitgrößter Importeur kauft mit 10,7 Mio. t etwa zwölf Prozent des weltweit gehandelten Soja und auf Mexiko, Japan, Taiwan oder Indonesien entfallen jeweils drei Prozent der Handelsmenge.
 
Größter Importeur von Sojaschrot bleibt mit einer Importmenge und von knapp 22 Mio. t und eine Handelsanteil von 38 % die EU. Für die EU-Länder erwarten die US-Experten sowohl bei der Bohne als auch bei Schrot relativ stabile Importe.
 
Auch interessant