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Ölsaaten

Vegetationsreport: Großen Rapsstängelrüssler bekämpfen

von , am
23.03.2011

Wegen der hohen Tagestemperaturen tritt verstärkt der Große Rapsstängelrüßler auf. Rapsschläge sollten deshalb möglichst bald behandelt werden.

Die hohen Tagestemperaturen von zehn Grad Celsius (°C) und höher führten, beginnend im Rheinland, in den letzten Tagen zu einem verstärkten Auftreten des Großen Rapsstängelrüßlers. Vereinzelt trat auch der Gefleckte Kohltriebrüßler auf. In einigen Teilen Deutschlands, zum Beispiel im Mansfelder Land, wurden bis zu 60 Rapsstängelrüßler innerhalb von zwei Tagen in der Gelbschale gezählt.

Reifefrass dauert etwa zwei Wochen

Rapsstängelrüßler überwintern im Boden der letztjährigen Rapsschläge. Steigen die Bodentemperaturen über sechs °C in zwei Zentimeter Tiefe, verlassen diese ihr Winterlager und fliegen in die Winterrapsschläge ein. Nach einem Reifefraß von circa zehn bis 14 Tagen legen die Rapsstängelrüßler ihre Eier meist in dem Hauptstengel ab. Infolge des Befalls treten Triebstauchungen und Entwicklungsverzögerungen auf. Typisch für den Befall des Rapsstängelrüßlers sind die s-förmigen Verkrümmungen der Triebe. Der Ertragsausfall so geschädigter Pflanzen liegt zum Teil über 50 Prozent.

Bekämpfung mit Pyrethroiden

Der Zuflug des Rapsstängelrüßlers kann mit Hilfe von Gelbschalen, die auf den Rapsschlägen in der Nachbarschaft zu vorjährigen Rapsschlägen aufgestellt werden, kontrolliert werden. Die Bekämpfung des Großen Rapsstängelrüßlers und des Gefleckten Kohltriebrüßler, der aber einen höheren Temperaturanspruch besitzt und in aller Regel etwas später zufliegt, sollte spätestens dann erfolgen, wenn innerhalb von drei Tagen zehn Käfer in der Gelbschale gefangen werden. Rüßler können mit einfachen Pyrethroiden (zum Beispiel 0,075 Karate Zeon oder 0,1 Fastac SC) bekämpft werden.
 
Die Zugabe von Bor ist zu empfehlen, wenn der Raps stärker unter Frost gelitten hat, um den Kohlenhydrat- und Stickstoffwechsel zu fördern. Auch wenn die Temperaturen jetzt wieder nachts um den Gefrierpunkt liegen, sollte eine Bekämpfung durchgeführt werden. Die Stengelrüßler ziehen sich zwar in den kalten Nächten in den Boden zurück, kommen aber tagsüber, wenn die Temperaturen über sechs °C liegen wieder heraus und führen ihren Reifefraß fort. Spätestens bis Mitte dieser Woche sollten alle Rapsschläge, auf denen ein Zuflug in den letzten Tagen stattgefunden hat, behandelt werden.
 
 
 

Vegetationsreport 2011: Auf leichten Schlägen gezielt düngen

Die richtige Einstellung beim Düngerstreuer hängt von den Streufähigkeiten des Düngers ab. © landpixel

Vor allem auf leichten Schlägen haben die großen Niederschlagsmengen im Herbst und im frühen Winter zur Verlagerung einzelner Nährstoffe geführt.


Zum Teil ist davon der Stickstoff betroffen. Der aktuelle Vorrat wurde in vielen Fällen bereits durch die Nmin-Untersuchungen festgestellt. Ähnlich kritisch ist der Gehalt an Schwefel und Magnesium zu sehen. In vielen Fällen ist nur wenig sofort verfügbarer Schwefel und Magnesium vorhanden. Vor allem auf leichten Böden kommt mit der Nachlieferung nur wenig Menge nach.
 
Aus diesem Grund müssen diese Nährstoffe gezielt gedüngt werden. Die ersten beiden Stickstoffgaben sollten auf leichten Böden in diesem Jahr mit einem entsprechenden Schwefelgehalt ausgebracht werden. Dabei sollte zum Getreide mindestens 1/6 des Stickstoffs gedüngt werden. Beim Raps ist dies sogar 1/4.

Boden auf Magnesium untersuchen

Beim Magnesium empfiehlt sich der Blick auf die Bodenuntersuchung. Bei guter bis üppiger Versorgung sind Mangelerscheinungen nur temporär. Sobald der Boden sich erwärmt, wird Magnesium von den Austauschern in die Bodenlösung diffundieren. Dieser temporäre Mangel kann zum Beispiel mit einer frühen Bittersalzspritzung ausgeglichen werden. Bei schwacher Bodenversorgung kann nicht von einer ausreichenden Nachlieferung ausgegangen werden. Hier muss der Bedarf über die Wurzel gedeckt werden. Dabei ist das Magnesiumsulfat (Kieserit, Patentkali) die effektivste Methode. 

Was sonst noch aktuell auf den Feldern zu tun ist:

Vegetationsreport 2011: Schwache Gerstenbestände aufpeppen

© Getreide_Fruehjahr.gif

Die Getreidebestände haben in den vergangenen Wochen "durchgegrünt". Aktives Wurzelwachstum ist in den meisten Fällen erkennbar.


Vor allem Gerstenbestände fallen durch eine eher schwache Entwicklung auf. In vielen Fällen ist der Wurzeltiefgang begrenzt. Die Bestockung lässt zu wünschen übrig. Bedenkt man, dass die Bestockung der Gerste bereits in 14 Tagen zu Ende gehen kann, wird der Handlungsbedarf bewusst.
 
In erster Linie muss die Gerste auf eventuell vorhandene Krankheiten kontrolliert werden. Insbesondere Schneeschimmel kann hier häufig eine Ursache für die schwache Entwicklung sein. Ist ein entsprechender Befall vorhanden, muss dieser möglichst zeitig ausgeräumt werden. Hier können die verschiedenen tebuconazolhaltigen Präparate zum Einsatz kommen.

Bei schlechter Bodenstruktur eignet sich Blattdüngung

Liegt die Ursache der schwachen Entwicklung vor allem an der schlechten Bodenstruktur, muss über eine Blattdüngung nachgeholfen werden. Hier haben sich phosphorbetonte Blattdüngerkombinationen bewährt. Vor allem bei lockerem, aufgefrorenem Boden muss zudem Mangan appliziert werden. Die gesamte Behandlung muss auf die Förderung von den für die Bestockung notwendigen Cytokininen ausgerichtet werden. Schwache Gersten-Bestände sollten zudem eine vorgezogene Stickstoffdüngung erhalten. Im Extremfall kann die Gerste bereits jetzt weitgehend fertig gedüngt werden.

Was sonst noch aktuell auf den Feldern zu tun ist:

    Vegetationsreport 2011: Vorauflaufherbizid in Zuckerrüben

    Die Vorauflaufbehandlung hilft vor allem gegen frühe Unkräuter. © landpixel

    In vielen Betrieben gehört die Vorauflaufbehandlung in der Zuckerrübe zu den Standardmaßnahmen. Diese Maßnahmen haben klare Vorzüge.


    Bei feuchtem Boden werden die Bodenwirkstoffe vom Boden aufgenommen und verteilen sich sehr gleichmäßig in alle Richtungen. So wird eine gute Dauerwirkung erzielt. Selbst in späten Phasen können Unkräuter die Wirkstoffe aus mehreren Zentimetern Tiefe aufnehmen. Hinzu kommt, dass die vom Boden aufgenommenen Wirkstoffe relativ gut vor dem UV-Abbau geschützt sind. Mit der Vorauflaufmaßnahme (VA) können Bodenherbizide gezielt auf dem Boden aufgebracht werden, ohne die Rübe über das Blatt zu schädigen.

    Positive Effekte nur bei entsprechender Bodenfeuchte

    Die positiven Effekte treten jedoch nur bei entsprechender Bodenfeuchtigkeit in Kraft. Ein trockener Boden nimmt die Wirkstoffe nicht auf. Sie bleiben relativ konzentriert an der Bodenoberfläche. Aufgrund der fehlenden Verteilung besteht die Gefahr eine Überdosierung beim Feldaufgang der Rübe. Hinzu kommen ein zügiger Abbau UV-labiler Produkte (zum Beispiel Metamitron) und die fehlende Dauerwirkung aufgrund der schwachen horizontalen Verteilung. Die Entscheidung zur Vorauflaufmaßnahme muss somit unmittelbar vor dem Behandlungstermin stehen.
     

    Klare Vorteile bei früh auflaufenden Unkräutern

    Bei Bodenfeuchtigkeitsgehalten von weniger als 50 Prozent nutzbare Feldkapazität (nFK) sollte von einer VA-Maßnahme abgesehen werden. Bei höheren Feuchtigkeitsgehalten ist die VA-Maßnahme in vielen Fällen sinnvoll. Der Vorauflauf zeigt bei früh auflaufenden Unkräutern wie Bingelkraut oder Kamille klare Vorteile. Im Vorauflauf haben sich Mischungen mit Ethofumesat bewährt. Das Ethofumesat verstärkt die Wirkung aller Bodenherbizide. Synergien werden somit bestmöglich ausgeschöpft. Je nach Unkrautspektrum können Kombinationen mit Rebel, reinem Chloridazon oder mit Metamitron erfolgen.  
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