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Ölsaaten

Vegetationsreport: Der Jahresrückblick

von , am
17.10.2012

Unsere Pflanzenbauexpertin läßt das letzte Vegetationsjahr Revue passieren. 2012 ist vor allem gekennzeichnet von Frostschäden zum Jahresbeginn und einer ertragreichen Ernte bei Mais und Zuckerrüben.

 
Zum letzten Mal in diesem Jahr berichtet unsere Pflanzenbauexpertin Kathleen Brehmer von den deutschen Feldern. Seit mitte diesen Jahres moderiert sie den agrarheute Vegetationsreport. Auch wenn das Jahr mit schwierigen Bedingungen startete und zu starken Auswinterungsschäden beim Weizen führte, blickt sie auf ein gutes Erntejahr zurück. Vor allen die Mais- und Zuckerrübenbauern freuen sich über gute Erträge. Auch die Gerste und der Raps haben sich im Laufe des Jahres insgesamt gut entwickelt.

Bormangel beim Raps

Nach dem Halbieren der Rapswurzel ist eine leicht bräunliche Verfärbung in der Mitte erkennbar (Sprossvegetationspunkt). Außerdem sind die jüngsten Blätter aufgehellt und haben einen roten Blattrand - das sind typische Anzeichen für Bormangel. Zeigerpflanzen sind zum Beispiel Rüben, Luzerne, Sonnenblumen und Raps. Das bekannteste Symptom ist die sogenannte Herz- und Trockenfäule bei Rüben. Unter Bormangel kann es auch zu einer verstärkten Bestockung beziehungsweise Ausbildung von Seitentrieben kommen.

Bormangel auch in Kulturen mit wenig Bedarf

Die wasserlöslichen Bor-Verbindungen können aus dem Oberboden ausgewaschen werden. Bor wird bei hohen pH-Gehalten festgelegt. Aus diesen Gründen wird der Mangel verschärft. Bormangel ist inzwischen auch in Kulturen, die einen geringen Borbedarf haben wie das Getreide, zunehmend festzustellen. In den letzten Jahren sind häufiger Mangelsymptome aufgetreten, obwohl Bor als Blattdünger im Raps ausgebracht wurde. Besonders unter trockenen Bedingungen ist es ratsam, eine höhere Menge zu düngen.

Geringer Boranteil wird über Blatt aufgenommen

Nur ein geringer Teil des Bors wird über das Blatt aufgenommen. Der größere Teil wird von den Blättern in den Boden konzentriert um den Wurzelhals gewaschen, so dass die Borkonzentration im Wurzelbereich deutlich ansteigt. Wird das Bor etwas tiefer eingewaschen, bleibt es durch die sauren Wurzelausscheidungen verfügbar und kann durch den Raps aufgenommen werden. Auf Standorten mit hohen Niederschlagsmengen bis zum Frühjahr sollte dementsprechend nur der Bedarf bis zur Streckung gedüngt werden.
 
Die restlichen Mengen können im Frühjahr zu Beginn der Streckung und in der Blüte (Knospenstadium) ausgebracht werden. Als günstigster Termin hat sich das sechs- bis acht-Blattstadium herausgeschält. So gelangt ein großer Teil des Bors auf die Blätter und von dort aus zum Sproß und dem Wurzelhals.
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