Login
Ölsaaten

Vegetationsreport: Kürzungen im Raps

von , am
18.09.2013

Früh gesäter Raps hat in einigen Regionen jetzt das richtige Stadium für den Einsatz von Wachstumsreglern erreicht. Dabei sollte auch auf die fungizide Wirkung geachtet werden.

In einigen Regionen sind die früh gesäten Rapsbestände bereits im vier bis sechs-Blattstadium. Dieses Stadium ist geeignet für die Einkürzung des Rapses.
 
Der Einsatz von Wachstumsreglern im Herbst soll hauptsächlich für die Stauchung des Sprosses, bessere Wurzelentwicklung und Verringerung des Auswinterungsrisikos (Frostrisikos) dienen. Außerdem führt die Stauchung zu einer besseren Ausbildung von Seitentriebsknospen.

Die richtigen Produkte wählen

Als Wachstumsregler im Raps stehen folgende Wirkstoffe zur Verfügung:
  • Azole (Tebuconazol, Metconazol, Difenoconazol, Paclobutrazol)
  • Mepiquat
  • Trinexapac (im Frühjahr)
Die Wachstumsregler im Herbst sollten vor einer intensiven Streckung eingesetzt werden. Sie greifen in die ersten Schritte der Gibberellinsynthese ein.
 
Die Auswahl der Produkte (Wirkstoffe), deren Aufwandmenge und Einsatzzeitpunkt hängt von folgenden Faktoren ab:
  • Entwicklung des Rapses (EC-Stadium) im Langtag (>12 Stunden-Tag) im Herbst
  • der Bestandesdichte
  • der Sorte
  • der Witterung und vom
  • Boden
Frühsaaten und sehr frohwüchsige Sorten (Ausnahme bei später Aussaat) können mit einem stark wirksamen Wachstumsregler oder Kombinationen behandelt werden. Bei milder Herbstwitterung ist auch eine 2. EK möglich. Auf leichten Böden oder bei Trockenheit kann auch eine Splittung durchgeführt werden.

Fungizide Wirkung berücksichtigen

Die fungizide Wirkung sollte nicht vergessen werden. Derzeit sind Peronospora und vereinzelt Phoma lingam auf den Blättern bzw. der Blattunterseite zu beobachten. Wenn der Raps bis Ende September keine sechs Blätter gebildet hat, ist das Streckungsrisiko im Herbst gering. Diese Bestände benötigen keine starke Einkürzung. Es kommt dann eher auf eine fungizide Wirkung an.
 
Azole haben neben der wachstumsregulatorischen Wirkung auch eine fungizide Wirkung gegen Phoma lingam, Peronospora oder Cylondosporium. Unterdosierte und "minimale" Aufwandmengen erzielen nicht die notwendige fungizide Wirkung, es entsteht eher ein erhöhtes Resistenzrisiko. Beispielsweise sind für Bekämpfung von Phoma lingam am Wurzelhals mindestend 175 g/ha Tebuconazol notwendig.

Führen Sie im Raps eine Herbstbehandlung durch? Wir haben dazu eine Umfrage. Sie finden diese rechts neben dem Artikel.
 

Vegetationsreport: Das Wichtigste zur Rapsaussaat

Auch interessant