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Ölsaaten

Vegetationsreport: Die richtige Pflege beim Raps

© Krauß
von , am
24.09.2014

Die wenigsten Rapsbestände haben derzeit das 6-Blattstadium erreicht. Jetzt gilt es, dem Raps die richtige Pflege zukommen zu lassen.


Trockenheit oder auch zu viel Regen wirkte sich negativ auf die Aussaatbedingungen und den Feldaufgang aus. Auf vielen Flächen befinden sich die Rapspflanzen in einem unterschiedlichen Entwicklungsstadium - vom Keimblatt bis 6-Blatt ist alles zu finden. Die heterogenen Bestände erschweren die bevorstehenden produktionstechnischen Maßnahmen.
 
Bis der Raps vier Laubblätter erreicht hat, sollte er nicht stark gestresst und in der Entwicklung verzögert werden. In diesem Jahr ist der N-Überhang aus der Vorfrucht aufgrund hoher Entzüge gering und auf vielen Flächen ist mit einer geringen N-Nachlieferung zu rechnen, besonders nach hohen Niederschlagsmengen. Aus diesem Grund sollte der Raps vor Vegetationsende mit Stickstoff gedüngt werden. Besonders schwächere Rapsbestände benötigen frühzeitig Stickstoff und außerdem auch Phosphor und Schwefel. Zur Saat spielt die Stickstoffform eine unwesentliche Rolle.

Schädlingszuflug und Wachstumsregler bei der Pflege von Raps

Die Kontrolle des Schädlingszufluges ist bis zum 4-Blattstadium nicht zu vernachlässigen. Besonders Schnecken, Kohlmotte und der Rapserdfloh treiben ihr Unwesen. Gegen die Kohlfliege ist keine wirksame Bekämpfungsmethode bekannt. In einigen Frühsaaten sind bereits Larven der Kohlfliege an der Rapswurzel zu erkennen.
 
In den gut und weit entwickelten Beständen (4- bis 6-Blattstadium) steht die Kürzung an. Die Einkürzung hat das Ziel, dass der Raps:
  • sich vor dem Winter nicht streckt und
  • seine Winterhärte nicht nachlässt.
Der Vegetationskegel darf zum Vegetationsende nicht länger als ein Zentimeter sein, ansonsten steigt das Auswinterungsrisiko an. Es stehen verschiedene Mittel für die Kürzung zur Auswahl. Entscheidend sind das EC-Stadium, die Witterung, der Boden und die Sorte. Frühsaaten und sehr frohwüchsige Sorten (Ausnahme bei später Aussaat) können mit einem stark wirksamen Wachstumsregler, der gegebenenfalls mit einem Fungizid kombiniert wird, behandelt werden. Bei anhaltender Trockenheit in Norddeutschland sollten die Aufwandmengen der Wachstumsregler angepasst werden.

Weitere Folgen des Vegetationsreport 2014 finden Sie hier.
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