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Ölsaaten

Vegetationsreport: Jetzt schon an die neue Rapsaussaat denken

von , am
02.07.2014

Die Rapsernte steht kurz bevor und damit auch die neue Rapsaussaat. Die Wahl der Rapssorte sollte dabei rechtzeitig durchgeführt werden.


Derzeit können anhand von Bestandesbeurteilungen geeignete Sorten für den Standort herausgefunden werden - Merkmale der Gesamtpflanze, Abreifeverhalten, Krankheiten, Standfestigkeit, etc. sind zu beachten.
 
Für die Beurteilung des Leistungsvermögens einzelner Rapssorten sind die drei Merkmale Ertrag, Ölgehalt und Saatgutkosten (Marktleistung) nicht ausreichend. Es sollten noch weitere Kriterien einbezogen werden, um aus der Vielfalt der Rapssorten eine sichere Auswahl treffen zu können:
  1. Ertragsleistung und -sicherheit
  2. Ölgehalt
  3. Eignung für den Saatzeitpunkt
  4. Toleranz gegen Krankheiten
  5. Abreife
  6. Standfestigkeit (Wachstumsreglereinsatz, Lagergefahr)
  7. Winterhärte
  8. mehrjährige Kornerträge langjähriger Sortenversuche
  9. eigene Beobachtungen und Erfahrungen
  10. Bodenbearbeitung (zügiges Wachstum, Robustheit) 

Krankheitstoleranz wichtiges Kriterium

Jedes Jahr gibt es eine Vielzahl an Neuzulassungen. Die Ziele der Züchter sind neben höheren Erträgen und Qualitäten auch verbesserte Resistenzeigenschaften oder andere spezielle Merkmale. Ein schneller Fortschritt wird durch die Hybridzüchtung erreicht. Jedoch dürfen die Liniensorten nicht aus den Augen verloren werden. Denn es gibt auch einige Liniensorten, die sich durch ein hohes Ertragsniveau oder andere besondere Merkmale auszeichnen: z.B. Frühsaateignung, sehr hoher Ölgehalt, Verticilliumtoleranz, Kohlhernieresistenz.
 
Die Toleranz gegen Krankheiten ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium. In diesem Jahr gibt es neue kohlhernie-resistente Sorten mit einem hohen Ertragsniveau. Kohlhernie nimmt immer stärker zu. Außerdem können derzeit die ersten Symptome von Verticillium und Sklerotinia beobachtet werden. Verticillium äußert sich durch halbseitig vergilbte Blätter, Welkeerscheinungen oder streifenförmige Verbräunungen am Stängel. Gegen den Erreger gibt es keine direkten Bekämpfungsmöglichkeiten. Durch mehrjährigen intensiven Rapsanbau kommt es zum Aufschaukeln des Erregers im Boden und zur starken Symptomausbreitung. Der bodenbürtige Erreger Sklerotinia (Weißstängeligkeit) spielt immer wieder eine große Rolle.
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