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Ölsaaten

Verein "Donau Soja" zieht positive Zwischenbilanz

© Mühlhausen/landpixel
von , am
15.10.2013

Linz - Vor einem Jahr wurde der Verein "Donau Soja" gegründet. Jetzt zog man Zwischenbilanz und diese fiel positiv aus. Für das nächste Jahr wird mit einer Ernte von 70.000 Tonnen Soja gerechnet.

Das Defizeit der EU an Eiweißfutermitteln ist so groß, dass eine einheimische Eiweißversorgung unmöglich erscheint, warnt der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT). © sima/fotolia
Im September 2012 wurde der vom österreichischen Bundesland Oberösterreich mitinitiierte Verein "Donau Soja" in Wien gegründet. Seither sind Unternehmen, Anbauverbände und Behörden aus acht Ländern des Donauraumes dieser Initiative beigetreten. "Mittlerweile findet bereits ein reger Handel von zertifiziertem Soja statt und für die nächstjährige Ernte wird schon mit Ware im Umfang von 70.000 Tonnen kalkuliert", zogen Oberösterreichs Agrarlandesrat Max Hiegelsberger und Vereinsobmann Matthias Krön gestern eine erste positive Bilanz.
 
Sojaschrot ist das bedeutendste Eiweißfuttermittel in der Landwirtschaft und die Nachfrage wächst stetig. Jährlich werden 23 Millionen Tonnen (Mio. t) Sojaschrot und 12,5 Mio. t Sojabohnen in die EU importiert, die Eigenproduktion macht aber nur knapp 1 Mio. t aus. "Mehr Sojaanbau in Europa würde daher auch die Lebensmittelversorgung der EU unabhängiger von Importen machen", unterstrich Hiegelsberger. Er habe sich aus diesem Grund auch wiederholt im Rahmen der GAP-Reform für die Nutzung von Stilllegungsflächen für die Eiweißproduktion ausgesprochen.

Vorteile von Donau-Soja: gentechnikfrei und natürlicher Stickstoffsammler

Der Qualitätsstandard von "Donau Soja" habe in diesem Zusammenhang zwei Pluspunkte: Erstens wird dieses Soja gentechnikfrei produziert - für 80 bis 90 % der Weltproduktion gilt das nicht mehr -, zweitens ist diese Kultur mit seinen Knöllchenbakterien ein natürlicher Stickstoffsammler. Von einer "Soja-Euphorie" will der Agrarlandesrat jedoch nicht sprechen, denn einerseits setzen die naturgegebenen Anbaubedingungen Grenzen, andererseits muss noch viel in die Sojazüchtung, die Jahre dauert, investiert werden. Eine hoffungsvolle Innovation für Anbauer und Konsumenten stelle "Donau Soja" aber sehr wohl dar - immerhin handle es sich um eine weltweit wichtige Öl- und Eiweißpflanze, so Hiegelsberger.

Doppelstrategie: Soja für hochwertige Lebens- und Futtermittel

Österreich belegt innerhalb Europas den dritten Platz bei der Soja-Produktionsmenge. Die dortige Anbaufläche wurde von 36.500 auf 41.900 Hektar (ha) weiter ausgebaut. In diesem Jahr ist die Ernte allerdings aufgrund der Trockenheit nicht so gut ausgefallen wie erwartet - der Ertrag dürfte leicht unter dem des Vorjahres liegen, berichtete Hiegelsberger. Trotz steigender Sojaproduktion hat die Alpenrepublik einen enormen Importbedarf von aktuell zirka 500.000 t. Selbst bei guter Ernte und deren voller Nutzung als Futter könnte Österreich nur höchstens ein Fünftel seines Sojabedarfes decken.

Hofreport: Sojaanbau im Versuch

 
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