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Ölsaaten

Vereinfachte Aussaattechniken sind auf dem Vormarsch

von , am
09.05.2011

Lüdinghausen - Bei der Aussaat von Winterraps und -getreide nehmen vereinfachte Aussaatverfahren weiter zu.

© Jonathan Willmann/aboutpixel.de
Das hat eine repräsentative Umfrage der Kleffmann Group ergeben. Wie der Spezialist für Agrarmarktforschung im Bereich Saatgut, Pflanzenschutz und Landmaschinen weiter mitteilte, wurden im vergangenen Herbst zur Ernte 2011 insgesamt 53 Prozent der 1,45 Millionen Hektar großen Winterrapsfläche in Deutschland per Direkt- oder Mulchsaatverfahren in den Boden gebracht, das ist ein Plus von drei Prozent gegenüber 2009. Beim Wintergetreide seien 48 Prozent des insgesamt 5,48 Millionen Hektar umfassenden Anbauareals nach diesem Verfahren bestellt worden, das entspreche einer Zunahme von zwei Prozent.
 
Darüber hinaus habe die Umfrage ergeben, dass vereinfachte Aussaattechniken weiter auf dem Vormarsch seien. „Vor allem pfluglose Verfahren mit flacher oder tiefer Lockerung, sogenannte Mulchsaatverfahren, werden bevorzugt bei der Aussaat von Wintergetreide und -raps verwendet“, erklärte Dr. Grit Lezovic, Managing Director Deutschland der Kleffmann Group. In den letzten Jahren sei deren Einsatz deutlich gestiegen. Während 2005 lediglich 34 Prozent beim Wintergetreide beziehungsweise 36 Prozent beim Winterraps per Mulchsaatverfahren in den Boden gebracht worden seien, habe sich der Anteil im Herbst 2010 beim Wintergetreide auf 43 Prozent und beim Winterraps auf 49 Prozent des Gesamtareals belaufen.

Klassische Pflugbestellung verliert an Bedeutung

Betrachte man zudem die letzten zehn Jahre, zeichne sich ein noch deutlicheres Bild ab, wonach die klassische Pflugbestellung stetig an Bedeutung verliere, betonte Lezovic. So habe sich der Anteil der nach dem Mulchsaatverfahren bestellten Winterrapsfläche von 30 Prozent im Jahr 2001 um 23 Prozentpunkte auf 53 Prozent erhöht. Demgegenüber betrage die Steigerung beim Winterraps sogar 26 Prozentpunkte. Vor allem Betriebe ab einer Größe von 200 Hektar seien Vorreiter in Sachen Mulch- und Direktsaatverfahren, berichtete das Marktforschungsinstitut. Dieses führte als Grund für die Umstellung der Aussaatverfahren den Druck seitens der Landwirte zur arbeitswirtschaftlichen Optimierung der Betriebsabläufe auf. Zudem trügen die wachsenden Unternehmensgrößen und die steigenden Betriebsmittelkosten zum Umdenken bei. Allerdings rentiere sich der Einsatz von Mulch- und Direktsaatmaschinen meist erst ab einer Betriebsgröße von etwa 350 Hektar.
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