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Bienenschutz

Verschärfte Auflagen für Mix aus Insektizid und Fungizid

AF_Pflanzenschutz-Einspül
am
13.11.2018
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Für etliche Präparate gelten neue Auflagen, wenn sie in Tankmischung eingesetzt werden. Die Eigenschaften der Mischpartner können sonst ungünstiger ausfallen und Bienen schädigen.

Zum Schutz der Honigbiene hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) das Ausbringen etlicher Insektizide und Fungizide in Mischungen neu geregelt. Nach guter fachlicher Praxis dienen sie zwar dazu, die Aufwandmengen zu senken und Resistenzentwicklungen zu vermeiden. Zugelassene Tankmischungen bieten da auch Sicherheit.

Bei allen anderen Mischungen ist es jedoch wichtig zu wissen, dass die Eigenschaften der einzelnen Präparate ungünstiger ausfallen können als im Soleinsatz. Das kann heißen, dass die Mischungen weniger pflanzenverträglich sind oder Nutzorganismen schädigen. Tankmischungen mit drei und mehr Mitteln sind deshalb zu vermeiden.

Damit aus zwei ungefährlichen nicht ein bienengefährliches wird

Einige Tankmischungen auch aus nur zwei bienenungefährlichen Pflanzenschutzmitteln können dazu führen, dass die Bienengiftigkeit synergistisch gesteigert wird. Besonders beim Mischen mehrerer Insektizide sind Vergiftungen von Bienen nicht auszuschließen. Das gilt eben auch, wenn die Mischpartner als bienenungefährlich eingestuft sind.  

Für Tankmischungen aus Präparaten mit dem Wirkstoff Thiacloprid (aus der Gruppe der Neonicotinoide, IRAC-Gruppe 4A) mit etlichen Fungiziden (Ergosterol-Biosynthese-Inhibitoren, FRAC-Gruppe G1) hat das ein Forschungsprojekt von BVL und Julius Kühn-Instituts (JKI) bestätigt. Der toxische Effekt trat bei Versuchen im Labor und im Freiland auf. Er führte zu einem Anstieg der Sterblichkeit bei Honigbienen.

Diese sich verstärkende negative Wirkung tritt jedoch nicht in jedem Fall auf. Ist der Mischpartner ein Fungizid mit dem Wirkstoff Prothioconazol, gibt es keine Probleme.

Für diese Mittel gelten die neuen Auflagen

Für folgende Mittel gelten die neue Auflage, jeweils mit Handelsname, in Klammern Zulassungsnummer und Wirkstoff:

  • Biscaya (005918-00), Wirkstoff Thiacloprid – Auflage NB6613
  • Calypso (024714-00), Wirkstoff Thiacloprid – Auflage NB6613

Auflage NB6613 = Das Mittel darf an blühenden Pflanzen und an Pflanzen, die von Bienen beflogen werden, nicht in Mischung mit Fungiziden aus der Gruppe der Ergosterol-Biosynthese-Hemmer angewendet werden, es sei denn, die Anwendung der Mischung ist ausweislich der Gebrauchsanleitung des Fungizids erlaubt. Die Bienenschutzverordnung in der geltenden Fassung ist zu beachten.

Für folgende Mittel gilt der neue Hinweis, jeweils mit Handelsname, Zulassungsnummer und Wirkstoff:

  • Propulse (027208-00), Wirkstoffe Prothioconazol + Fluopyram – Hinweis NB6645
  • Proline (025287-00), Wirkstoff Prothioconazol - Hinweis NB6645
  • Curbatur (025287-60), Wirkstoff Prothioconazol - Hinweis NB6645

Hinweis NB6645 = Das Mittel darf in Mischung mit einem als nicht bienengefährlich eingestuften Insektizid aus der Gruppe der Neonikotinoide an blühenden Pflanzen und an Pflanzen, die von Bienen beflogen werden, angewendet werden, sofern dies ausweislich der Gebrauchsanleitung des Insektizids erlaubt ist.

Die Auflagen und Hinweise gelten auch für die entsprechenden Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

Weitere Informationen finden Sie beim BVL: www.bvl.bund.de

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