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Pflanzenbau

Wachstumsregler und Fungizide: Herbstbehandlung im Raps

Rapsanbau auf Ackerfläche
© agrarfoto.com
von , am
21.09.2017

Im Raps steht die Herbstbehandlung mit Fungiziden und Wachstumsreglern an. Was ist bei Phoma lingam zu beachten?

Aktuell stellt sich beim Winterraps die Frage nach dem Einsatz von Wachstumsreglern/Fungiziden. Der optimale Termin für Wachstumsregler-/Fungizid-Maßnahmen ist das 4 - 6 Blattstadium (BBCH 14 - 16), schreibt Dr. Michael Kraatz von der LfULG Sachsen.

Herbstanwendungen dienen

  • der Verhinderung des Überwachsens der Bestände,
  • der Verbesserung der Winterfestigkeit und/oder
  • der Phomabekämpfung.

Sehr zeitiger Phoma-Befall kann zu einem erhöhten Wurzelhalsbefall führen. Bei anhaltender Feuchtigkeit geht die Infektion von den alten befallenen Rapsstoppeln aus. Deshalb ist eine gute und rechtzeitige Stoppelbearbeitung der Vorjahresrapsflächen sehr wichtig.

Mehrjährige sächsische Versuchsergebnisse hätten gezeigt, dass eine signifikante Ertragssicherung durch Maßnahmen im Herbst nur bei Phoma-anfälligen Sorten erzielt wurde. Die Sortenwahl (Anbau wenig anfälliger Sorten) hatte allerdings einen größeren Effekt auf die Befallsreduzierung.

Raps: Gründe für eine Behandlung gegen Phoma

Eine Behandlung kann nach Angaben des Pflanzenbauexperten notwendig werden, wenn

  • Frühsaaten weit entwickelt sind, zum Überwachsen neigen oder gut mit Stickstoff versorgt sind,
  • Phoma lingam zeitig und sehr stark auftritt,
  • die angebaute Sorte schnellwüchsig und krankheitsanfällig ist,
  • es in der Region häufige Auswinterungsprobleme gibt und
  • die Herbstwitterung feucht-warm und wüchsig ist.

Phoma lingam im Raps: Gezielte Bekämpfung schwierig

Eine gezielte Bekämpfung von Phoma lingam ist außerdem sehr schwierig. Bei feucht-warmer Herbstwitterung bestehen ständig bis in den Winter hinein Infektionsmöglichkeiten. Der optimale Behandlungstermin sei somit schwer bestimmbar.

Soll dennoch bei einer Herbstanwendung Phoma lingam ausreichend mit erfasst werden, müssten die Aufwandmengen (auf 80 – 100 %) erhöht werden und ein Präparat mit einer höheren fungiziden Leistung ausgewählt werden.

Fungizide haben keine Wirkung auf Verticillium. Gegen Botrytis gibt es keine zugelassene Indikation, heißt es in dem Pflanzenbaurat der LfULG Sachsen weiter.

Für einen optimalen Behandlungserfolg ist wüchsige Witterung (Temperaturen um 15 °C) erforderlich. Zu beachten sei auch die Einstufung zum Bienenschutz bei Tankmischungen mit Insektiziden.
 

Auf tierische Schädlinge im Raps achten

Weiterhin ist in den Rapsbeständen auch auf tierische Schaderreger zu achten. Neben dem Rapserdfloh (Lochfraß-Bekämpfungsrichtwert bei über 10 % geschädigter Blattfläche) sei bei den Kontrollen auch auf die Larven der Schwarzen Rübsenblattwespe, Kohlmotte und Kohlweißling zu achten.

Die Junglarven der Rübsenblattwespe sind hellgrau bis grün und daher gut getarnt. Erst die älteren Larven sind sehr gut durch die dunkelgrüne bis schwarze Verfärbung zu erkennen. Bei einem durchschnittlichen Befall von 1 Larve je Pflanze wird eine Bekämpfung empfohlen.

 

Mit Material von Dr. Michael Kraatz, LfULG Sachsen

Einzelkornsaat im XXL-Format: Die Väderstad Tempo L in Bildern

Tempo L 16 von Väderstad
Mit der Tempo L 16 von Väderstad wurden im April 2017 in 24 Stunden 502 ha Mais gelegt – das ist Weltrekord. traction hat die Einzelkornsämaschine für Ausgabe Juli/August 2017 getestet. © Matthias Mumme
Tempo L 16 von Väderstad beim Klappen
Zum Klappen in Transportstellung werden die Flügel erst hochkant gekippt und dann nach vorn geschwenkt. Ein massiver Hydraulikzylinder hebt die Säschiene aus.  © Matthias Mumme
Tempo L 16 von Väderstad beim Transport
Die Transportbreite beträgt 3,0 m. Damit kann man problemlos auf öffentlichen Straßen fahren. © Matthias Mumme
Reifen der Tempo L 16 von Väderstad
Zwei Räder der Dimension 600/65 R34 (an der Testmaschine waren noch schmalere 540er verbaut) tragen die Hauptlast Tempo L 16. © Matthias Mumme
Düngertank der Tempo L 16 von Väderstad
Der Düngertank liegt weit vorn, das bringt Stützlast auf den Traktor. In beiden Modellen fasst er stattliche 5.000 l. Damit hat man etwa 20 bis 25 ha Ruhe, und beim Volumen der Saatgutbehälter von jeweils 100 l muss man bis zum Auffüllen mit neuem Saatgut bei praxisüblichen Ausbringmengen (ca. 250 kg Dünger/ha; ca. 90.000 Kö/ha) nur ein- bis zweimal Dünger nachfüllen.  © Matthias Mumme
Düngertank der Tempo L 16 von Väderstad
Die unten liegenden Schnecken führen den Dünger zu den Dosierern. Die Schnecken werden mit zwei Hydraulikmotoren angetrieben. © Matthias Mumme
Schubräder der Tempo L 16 von Väderstad
Die Schubräder werden elektrisch angetrieben, die Mengenregelung erfolgt über die Drehzahl. © Matthias Mumme
Einscheiben-Düngerschare der Tempo L 16 von Väderstad
Die Einscheiben-Düngerschare werden per Spiralfeder an den Boden gedrückt, die Ablage erfolgt per Keilschar neben der V55-Scheibe. © Matthias Mumme
Sternräumer der Tempo L 16 von Väderstad
Die Sternräumer bezieht Väderstad von Yetter. Sie sind einzeln ohne Werkzeugeinsatz höhenverstellbar. © Matthias Mumme
Testfläche mit Maisvereinzelung
Ablagetiefe und Längsabstände waren im Einsatz sehr gleichmäßig. Die Längsverteilung auf den Testflächen machte einen guten Eindruck, es gab kaum Fehlbelegungen und das Section Control arbeitete gut, wenn auch nicht perfekt.  © Matthias Mumme
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