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Ratgeber

Die wichtigsten Raps-Sorten für ostdeutsche Böden

am Montag, 18.07.2016 - 09:00 (Jetzt kommentieren)

Die neuen Hybriden kombinieren Toperträge mit hohen Ölgehalten. In der Marktleistung hängen sie die Liniensorten ab. Wir geben einen Überblick.

Knapp 60 Prozent der Rapsfläche Deutschlands liegen im Osten. Die Vorjahresernte brachte dort 38 dt/ha; das sind 8 Prozent weniger als das langjährige Mittel. Kohlhernie brachte dieses Jahr vor allem im Nordosten große Verluste.

Hybridsorten

  • Avatar empfiehlt sich mit sehr guten Korn- und Rohfetterträgen in allen Anbaugebieten. Die ölreiche Sorte reift zu Beginn des Sortiments ab und dankte Fungizideinsatz mit deutlichen Mehrerträgen. Mittlere Saattermine sind optimal.
  • Comfort erreichte stabil gute Erträge mit leichten Vorteilen auf den besseren Standorten. Die Hybride besitzt ausgeglichen gute Anbaueigenschaften, zeigte aber im Frühjahr 2016 in Mecklenburg-Vorpommern Schwächen in der Winterfestigkeit. Begrenzen Sie sie daher im Anbauumfang.
  • Marathon ist eine raschwüchsige kurze Sorte mit stabil guter Ertragsleistung und leichtem Vorteil auf Sandstandorten. Der Ölgehalt liegt auf knapp mittlerem Niveau.
  • DK Exstorm wurde nur auf den D-Nord-Standorten geprüft und erreichte dort ausgeglichen gute Leistungen. Die etwas längere Sorte besitzt eine mittlere Standfestigkeit mit geringer Anfälligkeit gegenüber Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma lingam). In Mecklenburg-Vorpommern gehörte sie zu den Sorten mit einer guten Platzfestigkeit.
  • PR46W20 hat in allen vier Anbaugebieten mehrjährig gute Rohfetterträge erzielt. Die ölreiche Sorte eignet sich sowohl für eine frühe als auch spätere Aussaat. Die Bestandsführung sollte an die etwas stärkere Anfälligkeit gegenüber Phoma angepasst werden.
  • Sherpa erreichte ebenfalls in allen Anbaugebieten ausgeglichen gute Korn- und Rohfetterträge. Die kürzere Sorte reift mittelfrüh und homogen ab und eignet sich auch für eine spätere Aussaat.
  • PR46W26 erzielte stabil gute Erträge. Sie zeigte in den Vorjahren eine etwas stärkere Anfälligkeit gegenüber Phoma lingam und einen höheren Behandlungseffekt durch Fungizide.
  • Mercedes, Arsenal und SY Vesuvio erreichten in zwei Prüfjahren bei den Landessortenversuchen (LSV) gute bis sehr gute Marktleistungen. Mercedes zeigte die besten Ölgehalte der drei Sorten. Der etwas früher abreifende kurze SY Vesuvio ist ertragsstärker, mit Vorteilen auf den Sandstandorten. Beide Sorten zeigten geringe Reaktionen auf den Fungizideinsatz in den Versuchen.
  • Arsenal verbesserte sich in der Ertragsleistung als eine der wenigen Sorten in den LSV im Vergleich zur Wertprüfung. Die Sorte ist mittel standfest, mit durchschnittlichem Ölgehalt und hohem Behandlungseffekt.
  • Penn wurde 2014 neu zugelassen. Die Hybride erreichte im ersten LSV-Jahr sehr ansprechende Erträge. Der Ölgehalt liegt im mittleren Bereich und die Sorte reagierte positiv auf Fungizide. Die Sorte wird daher in allen Anbaugebieten zum probeweisen Anbau empfohlen. Aber auch Penn zeigte im Frühjahr 2016 in Mecklenburg-Vorpommern Schwächen in der Winterfestigkeit.

Liniensorten

  • ES Alegria erreichte knapp mittlere Erträge. Besondere Vorteile der kürzeren Sorte sind ihre frühe Reife und die geringe Anfälligkeit gegenüber Phoma. Weil nur mäßig winterfest, erfordert sie Wachstumsregler im Herbst mit ausreichendem Aufwand. Nicht zu früh säen, empfehlenswert sind mittlere bis spätere Termine.
  • Arabella ist die ertragsstärkste Liniensorte im aktuellen Sortiment, aber mit unterdurchschnittlichem Ölgehalt. Vor allem auf den Lössstandorten kann die großkörnige Sorte in der Marktleistung mit den Hybriden mithalten. Arabella ist mittel standfest und reagiert positiv auf Fungizideinsatz.
  • Patron ist die Liniensorte mit dem besten Ölgehalt. Das ermöglicht gute bis sehr gute Rohfetterträge. Die Sorte ist im Herbst schwachwüchsig und insgesamt kurz und standfest. Auch bei Patron waren im Frühjahr 2016 im Nordosten Schwächen in der Winterfestigkeit zu beobachten.
  • Sherlock gehört auf den Löss- und Verwitterungsstandorten zu den ertragsstärksten Liniensorten. Sie besitzt ausgewogene Resistenzen, bei nur mittlerem Ölgehalt. Fungizideinsatz dankte die Sorte mit deutlichem Mehrertrag.

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