Login
Pflanzenbautipp

Winterraps: Einsatz von Wachstumsreglern und Fungiziden im Herbst

Erdflohschaden im Raps
Thumbnail
Eva Eckinger, agrarheute
am
21.09.2016

Im Raps geht es jetzt darum, die jungen Bestände gesund zu halten. Der Einsatz von Wachstumsreglern und Fungiziden sollte immer gut durchdacht sein.

Ab dem 4 bis 6-Blattstadium des Rapses sollte über die Notwendigkeit eines Einsatzes von Wachstumsreglern/Fungiziden im Herbst entschieden werden, schreibt Dr. Michael Kraatz vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie im aktuellen Pflanzenbaurat.

Anhand der schlagspezifischen Bedingungen sei genau zu prüfen, ob und zu welchem Zweck eine Behandlung wirklich erforderlich ist.

 

Mögliche Behandlungsgründe

Eine Behandlung kann notwendig werden, wenn:

  • Frühsaaten weit entwickelt sind, zum Überwachsen neigen oder gut mit Stickstoff versorgt sind (Verhinderung des Überwachsens der Bestände)
  • Phoma lingam zeitig und sehr stark auftritt
  • die angebaute Sorte schnellwüchsig und krankheitsanfällig ist
  • es in der Region häufige Auswinterungsprobleme gibt und
  • die Herbstwitterung feucht-warm und wüchsig ist.

Bekämpfung der Wurzelhals- und Stängelfäule

Eine gezielte Bekämpfung von Phoma lingam ist sehr schwierig, da bei einer feuchten Herbstwitterung bis in den Winter hinein ständig Infektionsmöglichkeiten bestehen können, so Dr. Kraatz weiter.

Soll bei einem Wachstumsreglereinsatz Phoma lingam ausreichend mit erfasst werden, müssten die Aufwandmengen erhöht werden und ein Präparat mit einer höheren fungiziden Leistung ausgewählt werden. Für einen optimalen Behandlungserfolg ist wüchsige Witterung (Temperaturen um 15 °C) erforderlich.

Kontrolle auf Schädlinge nötig

Neben dem Rapserdfloh ist bei den Kontrollen ferner auf die Larven der Schwarzen Rübsenblattwespe, Kohlmotte und Kohlweißling zu achten. 

Wir Dr. Kraatz schreibt, sind die Junglarven der Rübsenblattwespe gut getarnt, erst die älteren Larven sind sehr gut durch die dunkelgrüne bis schwarze Verfärbung zu erkennen. Bei einem durchschnittlichen Befall von 1 Larve je Pflanze wird eine Bekämpfung empfohlen.

Quelle: Dr. Michael Kraatz

Auch interessant